1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Shopping

Supermärkte: Einkaufswagen ohne Chip oder Münze? Eine neue Technologie macht es möglich

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Oliver Schmitz

Shopping bei Aldi, Lidl und Co. ist für viele ohne Einkaufswagen nicht mehr denkbar. Das deutsche Unternehmen Wanzl will diesen nun auf die nächste Stufe hieven.

Köln – Die Digitalisierung erhält immer weiter Einzug in das tägliche Leben. Smartphones, Smartwatches und Co. sind längst großer Bestandteil des Alltags vieler Menschen, also warum nicht auch das Einkaufen immer weiter digitalisieren? Das dachte sich auch das deutsche Unternehmen Wanzl und tüftelt seit Jahren an einem Einkaufswagen, der ganz ohne Chip oder Münze auskommt – trotz gleichbleibender Diebstahl-Sicherheit. Das langbewährte Pfandsystem könnte also schon bald der Vergangenheit angehören.

Unternehmen (Rechtsform)Wanzl (GmbH & Co. KGaA)
BrancheMetallindustrie
Gründung1947
HauptsitzLeipheim
Mitarbeiter1.957 (2017)
Umsatz381 Mio. Euro (2017)

Einkaufswagen ohne Münze oder Chip: „Smart-Trolley“ ermöglicht Entsperrung per App

Laut Chip.de kann der sogenannte „Smart-Trolley“ von Wanzl mit einem Smartphone oder Smartwatch entriegelt werden, was eben klassische Münzen oder Chips überflüssig machen würde. Dafür müssen sich Kunden die App des jeweiligen Supermarktes auf ihr Gerät laden und direkt über das Pfandschloss halten. Per NFC- oder Bluetooth-Signal kann dann der Einkaufswagen entsperrt werden.

Der weltweit größte Einkaufswagen-Hersteller Wanzl entwickelt die dazugehöre Software ebenfalls selbst. Diese soll sich ohne Probleme in jede Supermarkt-App integrieren lassen. Dementsprechend einfach wäre der Umstieg für viele Kunden, denn die Apps von Lebensmittelverkäufern Rewe, Edeka, Real, Netto, Penny, Lidl oder Aldi wurden bereits millionenfach heruntergeladen.

Einkaufswagen der Zukunft: So stehts um die Markteinführung – Supermärkte werden digitaler

Jedoch gibt es natürlich auch Bedenken. Denn besonders ältere Menschen könnten bei einer digitalen Lösung außen vorgelassen werden, weshalb das bisherige Pfandsystem erstmal weiterhin vonnöten sein wird. Davon abgesehen scheint es aber keine größeren Probleme mehr zu geben. Nach Angaben von Chip.de soll die Technik bereits gut funktionieren und somit auch marktreif sein. Zurzeit haben viele Kunden aber auch ganz andere Sorgen, so gibt es beim Supermarkt-Einkauf in Corona-Zeiten viel zu beachten.

„Wir wollen mit Testphasen erste Markterfahrungen sammeln und schauen, wie das insgesamt ankommt“, erklärt ein Wanzl-Mitarbeiter. Weiter heißt es, man wolle das Einkaufen leichter und zu einem Erlebnis machen. Jedoch gehe man bei Wanzl davon aus, dass es noch ein paar Jahre dauern wird, bis der „Smart-Trolley“ flächendeckend eingesetzt wird. Grund seien vor allem die zurzeit noch hohen Kosten für Technik und Software.

Supermärkte setzen schon länger zunehmend auf digitale Entwicklungen. Es werden immer mehr Filialen modernisiert und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit smarten Geräten ausgestattet, um gewisse Arbeitsschritte zu optimieren. So gibt es zum Beispiel bei Edeka oder Rewe schon länger Selbstbedienungskasse, bei denen der Kunde die Waren selbst einscannen kann.

In den USA hat der Online-Riese Amazon auch bereits die ersten autonomen Supermärkte komplett ohne Kassen eingeführt. Dabei betreten Kunden mit einer Kundenkarte (oder digital per App) einen Laden und werden automatisch registriert. Kamera und Sensoren erfassen im Anschluss die Produkte und deren Stückzahl und stellen diese anschließend automatisch in Rechnung. Mitarbeiter sind dabei nur noch für etwaige Probleme oder Auskünfte vor Ort. Ein ähnliches System gibt es seit November auch beim digitalen Supermarkt „TYPY“ in Düsseldorf. (os)

Auch interessant