Begrenzte Kundenanzahl

Chaos bei den Supermärkten? So ist das erste Wochenende mit Ausgangssperre gelaufen

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Durch die Bundes-Notbremse müssen die Supermärkte die Kundenanzahl im Geschäft reduzieren (Symbolbild).
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Das erwartete Chaos bei den Supermärkten blieb größtenteils aus. Nur vereinzelt kam es zu Ausnahmefällen und Kunden beschwerten sich über die Einlassbeschränkungen.

Köln – Fast alle Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen liegen derzeit über der Inzidenz von 100 – und müssen sich daher an die Bundes-Notbremse halten. Die neuen Corona-Regeln umfassen nicht nur verschärfte Kontaktbeschränkungen, sondern auch eine einheitliche Ausgangssperre.

Da die Einwohner Deutschlands nun von 22 bis 5 Uhr Zuhause bleiben sollen, haben die großen Supermarktketten bereits die Konsequenz gezogen und die Öffnungszeiten angepasst. Durch das neue Infektionsschutzgesetz gelten allerdings auch härtere Einlassbeschränkungen, sodass die Kundenanzahl in den Geschäften deutlich reduziert wird. Wie verlief das erste Wochenende mit den neuen Corona-Maßnahmen?

Erstes Wochenende mit Bundes-Notbremse: Kunden von neuen Regeln überrascht

Die Bundes-Notbremse und die damit einhergehende nächtliche Ausgangssperre greifen seit Samstag, 24. April. Schon vor Beginn der neuen Maßnahmen äußerten sich die Supermärkte kritisch: Die Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland und Lidl gehören, ging davon aus, dass die Vorgabe zur Kundenbegrenzung die Gefahr bergen würden, dass sich Warteschlangen vor den Filialen bilden, statt die Kundenströme zu entzerren, hieß es auf 24RHEIN-Anfrage.

Daher haben die Supermärkte weitere Maßnahmen entwickelt und wollen die Kundenanzahl durch eine Einkaufswagen-Pflicht oder Zutrittskontrollen regulieren. Viele Kunden kannten die neuen Maßnahmen allerdings nicht, sodass Supermarkt-Mitarbeiter die Kunden auf die neuen Regeln hinweisen mussten. „Viele haben von den Regeln nichts gewusst“, sagt ein Mitarbeiter des Supermarktes V-Markt, der zwei Real-Filialen übernimmt, gegenüber dem Technik-Magazin Chip.

Harte Einlassbeschränkungen: Kunden nehmen Regeln gut an – außer bei einem Supermarkt

Da Aldi in der Regel nur bis 21 Uhr geöffnet hat, passt der Discounter nur in Ausnahmefällen die Öffnungszeiten an die Bundes-Notremse an. Obwohl der Discounter auf digitale Einlasskontrollen und Einkaufswagen-Pflicht setzt, habe Aldi Nord „keine besonderen Vorkommnisse durch die begrenzte Kundenanzahl in unseren Märkten verzeichnet“, sagt Christian Salmen.

Im Gegenteil: Bei Aldi Süd seien die neuen Regelungen „von unseren Kunden am Wochenende gut angenommen“ worden, so Annika Büschken au 24RHEIN-Nachfrage.

Weniger gut lief es dafür in einer Edeka-Filiale: „Bei uns in der Filiale kam es heute Morgen beinahe zur Schlägerei, weil keine Einkaufswagen mehr da waren und ich die Kunden nicht reinlassen durfte. Das ist echt nicht mehr schön“, äußert sich Edeka-Mitarbeiterin gegenüber Chip.

Bundes-Notbremse: Warteschlangen vor den Supermärkten

Wer jedoch am Samstag einkaufen war, musste meist Geduld mitbringen. Obwohl die Supermärkte die Kunden über die neuen Maßnahmen durch zahlreiche Warnhinweise aufklären, setzte ein Rewe-Markt sogar auf Lautsprecher und informierte die Kunden über die Wartezeit, so Berichte von Chip.

Beim Supermarkt Tegut kann es hingegen zu vereinzelten Waren-Engpässen kommen. Aufgrund eines Cyber-Angriffs hat Tegut sämtliche IT-Systeme heruntergefahren. Wie lange der Ausnahmezustand beim Lebensmittelhändler noch anhält, ist unklar. (jaw)

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