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Leere Regale im Supermarkt? Sonnenblumen-Öl wird Mangelware

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In Supermärkten drohen erneut leere Regale. Diesmal geht es aber nicht um Toilettenpapier oder Nudeln: Sonnenblumenöl wird zur Mangelware.

Berlin – Manch einer wird es in den letzten Tagen schon bemerkt haben: In vielen Supermärkten in Deutschland sind die Regale, in denen eigentlich Sonnenblumenöl steht, erschreckend leer. Schon bald könnte sich diese Lage noch weiter verschärfen.

Sonnenblumenöl: Laut Verband drohen in wenigen Wochen leere Regale

Ein leeres Regal in einem Supermarkt, daneben eine Flasche mit Sonnenblumenöl und einer Sonnenblume (Montage)
In vielen Supermärkten könnte bald das ein oder andere Regal wieder leer bleiben. (Montage) © Xinhua/Imago & agefotostock/Imago

Denn Sonnenblumenöl könnte in Deutschland wegen des Kriegs in der Ukraine schon in einigen Wochen Mangelware werden. Davon geht der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) aus. „Die Vorräte reichen voraussichtlich noch für wenige Wochen“, sagte der Ovid-Geschäftsführer Gerhard Brankatschk am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Nachschub aus der Ukraine – dem wichtigsten Lieferland für Sonnenblumenöl – gebe es derzeit nicht. Allerdings könnten Verbraucherinnen und Verbraucher problemlos auf andere Speiseöle wie Rapsöl umsteigen. Hier seien keine Engpässe zu erwarten. Allerdings geht beispielsweise der Discounter Aldi Süd hier auf Nummer sicher und hat zuletzt in den Aldi-Filialen die Abgabe von Rapsöl auf vier Flaschen pro Kunde begrenzt.

Sonnenblumenöl wird zur Mangelware: Erste Supermärkte drohen mit beschränkten Kaufmengen

Das immer knapper werdende Sonnenblumenöl sorgt offenbar auch schon für Hamsterkäufe in Supermärkten. Erste Ketten stellen bereits in Aussicht, den Kauf von Sonnenblumenöl pro Kunde zu beschränken. „Wir bitten unsere Kunden immer, Waren nur in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen. Bei größeren Nachfragen behalten wir uns wie immer vor, die Abgabemenge pro Kunde vorübergehend einzuschränken“, heißt es von Aldi Süd und Aldi Nord gegenüber der Welt.

Auch bei Real komme es demnach bei Speiseölen zu „einer Verknappung“. Man achte ebenfalls auf die Abgabe in haushaltsüblichen Mengen. Die Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland und Lidl gehören, bestätigt der Welt, dass es zu Lieferverzögerungen kommen könne. Ähnliches hört man auch von Edeka.

Engpass bei Sonnenblumenöl: Leere Regale im Supermarkt drohen

Der Hintergrund zum Sonnenblumenöl-Engpass: Laut Ovid sind die Ukraine mit 51 und Russland mit 27 Prozent die weltweit wichtigsten Exportländer für Sonnenblumenöl. Deutschland deckt seinen Bedarf an Sonnenblumenöl zu 94 Prozent über Importe, nur 6 Prozent des verbrauchten Öls stammen aus heimischer Produktion. „Da kommt jetzt nichts mehr“, betonte der Verband.

Dabei sei die Situation beim Sonnenblumenöl wegen einer Missernte in Kanada und coronabedingter Logistikprobleme schon zuvor angespannt gewesen. Die Preise stiegen deshalb schon vor dem Ukraine-Krieg spürbar. (bs/dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 15. März aktualisiert. Neuerung: Informationen zur Reaktion einiger Supermärkte auf die Speiseöl-Engpässe.

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