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Ist Bargeld bald Geschichte? Kunden greifen im Supermarkt vermehrt zur Karte

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Von: Jana Wehmann

Eine Person legt die EC-Karte auf das Kartenlesegerät an einer Supermarktkasse.
Kunden bezahlen an der Supermarkt-Kasse verstärkt mit Karte (Symbolbild). © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Aus hygienischen Gründen zahlen die Kunden im Supermarkt verstärkt mit Karte. So hat die Corona-Krise das Einkaufsverhalten der Deutschen verändert.

Köln – Im Supermarkt einkaufen und an der Kasse bezahlen – aber wie? Seit Ausbruch des Coronavirus greifen die Deutschen verstärkt zur EC-Karte, statt mit Bargeld zu zahlen. Das ergab die Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2021“ zum Einkaufsverhalten, die durch das Handelsforschungsinstitut Retail Institut (EHI) durchgeführt wurde. Die EHI-Umfrage umfasst Ergebnisse von 343 Unternehmen mit rund 90.000 Betrieben aus 35 Branchen.

Supermarkt-Kasse: Kunden greifen zur Karte – und zahlen kontaktlos

Die Supermarkt-Kunden zahlten mehr als die Hälfte (56 Prozent) des stationären Handelsumsatzes in 2020 mit Karte, nur etwa 40 Prozent mit Bargeld. Schuld daran sei die Corona-Krise, so die Studie des EHI.

Denn um die Kontakte zu reduzieren, gehen die Deutschen seltener einkaufen. Wenn sie allerdings im Supermarkt sind, kaufen sie Vorräte ein und geben mehr Geld aus. Da vor allem zu Beginn der Pandemie kontaktloses Bezahlen aus hygienischen Gründen stark beworben wurde, haben die Kunden die Vorratseinkäufe nun häufiger per Karte bezahlt.

„Die Krise hat den Rückgang des Barumsatzes im stationären Handel um mindestens drei Jahre beschleunigt. Karten sind – neben dem deutlich gewachsenen Online-Geschäft – die eindeutigen Gewinner der Krise“, sagt Horst Rüter vom EHI.

Bezahlen per Karte: Supermärkte müssen Fokus auf Kunden-Apps legen

Daher ist es kein Wunder, dass seit Ausbruch des Coronavirus das kontaktlose und zunehmend auch mobile Bezahlen häufiger verwendet wird. Während der Anteil der kontaktlosen Transaktionen beim Bezahlen mit EC-Karte etwa 60 Prozent aus macht, liegt der Kontaktlos-Anteil bei Kreditkarten sogar bei rund 75 Prozent.

Da auch immer mehr Kunden das Bezahlen per Smartphone nutzen und der Trend stetig wächst, werden händlereigene Apps, wie zum Beispiel Bluecode von Rossmann, immer wichtiger. Diese sollten laut Studie über Zahlunsfunktionen, digitale Kassenbons und eine Self-Checkout-Lösung verfügen.

Das Marktforschungsinstitut geht davon aus, dass knapp zwei Drittel aller großen Handelsunternehmen in der nächsten Zeit verstärkt in die technische Bezahl-Infrastruktur investieren wird. Neben Rossmann hat auch der Discounter Lidl bereits seine Kunden-App um die Bezahlfunktion Lidl Pay erweitert.

Der Supermarkt Rewe geht einen Schritt weiter und testet nun erstmals in Deutschland das Einkaufen ohne Kassiervorgang an der Kasse. Dafür testet Rewe in einem Markt in Köln auf die Pick&Go-Technologie, durch die der Bezahlprozess beim Verlassen automatisch abgewickelt wird. (jaw)

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