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Fleisch aus dem Supermarkt: Wieso es vorerst kein Tierwohl-Logo geben wird

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Von: Jana Wehmann

Ein Schwein steckt seine Nase zwischen Gitterstäben hervor.
Das geplante staatliche Tierwohl-Logo kommt nicht vor der Bundestagswahl (Symbolbild). © Sebastian Willnow/dpa

Das geplante staatliche Tierwohl-Logo kommt zunächst nicht zustande. Supermarkt-Kunden müssen sich bis nach der Bundestagswahl gedulden.

Köln/Berlin – Wer im Supermarkt und Discounter in Deutschland Fleisch einkauft, kann nur schwer abschätzen, nach welchen Standards das Tier gehalten wurde. Lediglich der Preis dient als Indikator, der aber nicht für eine klare Zuordnung ausreicht. Abhilfe sollte ein staatliches Tierwohl-Logo leisten – dieses kommt allerdings vorerst zunächst nicht zustande.

Tierwohl im Supermarkt: Die staatliche Kennzeichnung im Überblick

Kunden, die im Supermarkt Fleisch einkaufen, müssen sich weiter gedulden. Das geplante Tierwohl-Kennzeichen der Bundesregierung wird es vor der Bundestagswahl nicht mehr geben. Das Kabinett hatte Gesetzespläne von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) für eine Kennzeichnung auf freiwilliger Basis bereits 2019 auf den Weg gebracht – seitdem steckten sie im Bundestag fest. Der Streit über mehr Tierwohl beim Einkauf wird jetzt zum Wahlkampfthema.

Konkret geht es um Klarheit über bessere Tierhaltung, auch damit sich Kunden nicht mehr vor allem am Preis orientieren müssen. Verbraucherschützer fordern so etwas seit langem. Klöckners Pläne zielen auf ein Logo, das Anbieter freiwillig nutzen können, um wie beim Bio-Siegel höhere Standards als die gesetzlichen Pflichten anzuzeigen. Geplant ist das Logo in drei Stufen mit steigenden Anforderungen – für den geplanten Start mit Schweinen mit mehr Platz, Beschäftigungsmaterial und Auslauf.

Folgende Kriterien umfasst das geplante staatliche Tierwohl-Kennzeichen:

Staatliches Tierwohl-Logo: Supermärkte setzen auf Haltungsform-Kennzeichnung

Unions-Fraktionsvize Gitta Connemann (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Das Tierwohlkennzeichen-Gesetz wird in dieser Legislaturperiode nicht mehr kommen.“ Dafür hätte es spätestens in der vergangenen Woche auf der Tagesordnung des Bundestages stehen müssen, das sei nicht der Fall gewesen.

Da sich aber Kunden im Supermarkt mehr Klarheit wünschen, haben bereits die großen Supermarktketten eine eigene, freiwillige Kennzeichnung eingeführt. Wenngleich es die Haltungsform-Kennzeichnung bereits seit 2019 gibt, stammt das meiste angebotene Fleisch noch immer aus den schlechtesten Kategorien, so eine Greenpeace-Untersuchung. Zudem seien nur etwa 22 Prozent der Produkte bei Edeka, Rewe und Kaufland überhaupt gekennzeichnet.

Zwar testet der Discounter Lidl derzeit eine Nachhaltigkeits-Skala, bis allerdings eine einheitliche Tierwohl-Kennzeichnung kommt, müssen sich Supermarkt-Kunden noch lange gedulden. (jaw/dpa)

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