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Handelskonzern testet Mini-Supermarkt – rund um die Uhr Einkaufen auf 18 Quadratmetern

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Von: Jana Wehmann

Der Container-Shop „Voi Cube“ ist 18 Quadratmeter groß und ist über eine App zugänglich.
Migros eröffnet ersten Container-Shop „Voi Cube“. © Michèle Büschi/Migros Aare

Der Schweizer Supermarkt-Konzern Migros eröffnet den Container-Shop „Voi Cube“. Ähnlich wie Tegut setzt das Unternehmen auf ein Mini-Geschäft, das rund um die Uhr zugänglich ist.

Köln – Das Schweizer Handelsunternehmen Migros startet ab sofort ihr ersten automatisierten Container-Shop. Auf nur 18 Quadratmeter können Verbraucher ihre Lebensmittel einkaufen gehen – und zwar ganz ohne Personal.

Aktuell greifen viele Kunden auf Online-Shops wie den Rewe Bringdienst oder auch Picnic Lieferservice zurück, um aufgrund des Corona-Virus möglichst viele Kontakte zu reduzieren. Daher könnte auch der unbemannte Container-Shop durch die Folgen Corona-Krise eine beliebte Shopping-Alternative werden.

Supermarkt Migros: Personalloser Container-Shop Voi Cube startet in der Schweiz

Der automatisierte Container-Shop „Voi Cube“ befindet sich in Grenchen bei Solothurn in der Schweiz und ist eine Kleinstversion des Migros-Konzeptes „Voi“. Auf gerade einmal 18 Quadratmetern haben Verbraucher die Wahl aus etwa 500 Artikeln. „Der Container-Shop enthält unsere beliebtesten und meistverkauften Produkte“, erklärt Andrea Bauer, Mediensprecherin der Genossenschaft Migros Aare, auf 24RHEIN-Anfrage.

Damit Verbraucher den begehbaren Warenautomaten betreten können, müssen sie sich zunächst über eine App registrieren, anschließend erhalten sie einen Zugangscode. Anders als bei vollautomatisierten, digitalen Supermärkten sind die Produkte im Warenregal für den Kunden sichtbar. „Die Produkte nimmt sich der Kunde selbst aus dem Regal und scannt sie anschließend an einer Kasse“, sagt Bauer.

Über den Zugangscode haben Verbraucher die Möglichkeit, jederzeit einkaufen gehen zu können. Damit möchte Migros das Bedürfnis nach flexiblen Öffnungszeiten abdecken. Insgesamt soll der personallose Mini-Shop jedoch keine Filiale ersetzen, sondern nur als flexible Ergänzung genutzt werden. Der Cube sei daher vor allem für Standorte gedacht, die noch wenig Gelegenheit zum Einkaufen außerhalb regulärer Öffnungszeiten haben.

In der Schweiz: Supermarkt Migros testet den Voi Cube während der Corona-Krise

Bis das Konzept des kleinen Container-Shops aber auf andere Städte ausgeweitet wird, kann es noch dauern. Denn bisher startet Migros mit dem Voi Cube eine Testphase: „Wir möchten das Konzept erstmal drei bis sechs Monate lang testen und erste Erfahrungen sammeln. Jetzt schauen wir, ob technisch alles funktioniert und ob wir damit ein Bedürfnis der Verbraucher erfüllen. Daher gibt es aktuell noch keine Pläne für eine Ausweitung“, erklärt Bauer auf 24RHEIN-Anfrage.

Seit wenigen Tagen ist der Voi Cube nun in Betrieb, die ersten Reaktionen seien größtenteils positiv, so das Unternehmen. Aufgrund des Corona-Virus darf der Laden aktuell nur einzeln betreten werden. „Nachdem ein Kunde den Laden betritt, schließt die Tür. Auch wenn der nächste Kunde bereits einen Zugangscode hat, kommt er erst ins Geschäft, wenn der erste Kunde den Laden verlässt“, ergänzt Bauer die aktuelle Situation zur Corona-Krise.

Der Container-Supermarkt Voi Cube von innen: Rund 500 Artikel liegen in Regalen.
Auf den 18 Quadratmetern erhalten die Kunden etwa 500 Produkte. © Michèle Büsch/Migros Aare

Erster digitaler Roboter-Supermarkt: Typy eröffnet in Düsseldorf

Doch nicht nur in der Schweiz entstehen neue Supermarkt-Konzepte, auch in Düsseldorf wurde im November ein innovativer Shop eröffnet: der digitale, vollautomatisierte Supermarkt „Typy“. Von unterwegs oder direkt am Store können Verbraucher ihre Einkäufe über eine App bestellen, anschließend sammelt ein Roboter die gewünschten Produkte innerhalb von nur wenigen Sekunden zusammen.

Während Typy auf ein vollautomatisiertes Konzept setzt, gibt es in Fulda einen Voi Cube ähnlichen Supermarkt. Das Unternehmen Tegut, welches ebenso zu Migros gehört, bietet im Teo-Markt auf einer Ladenfläche von etwa 50 Quadratmetern rund 1.000 Artikel an. Zwar ist der Shop deutlich größer, allerdings ist das Konzept sehr ähnlich. Ganz ohne Kassierer können die Kunden im Teo-Markt einkaufen – und zwar rund um die Uhr. Bisher gibt es den Shop jedoch nur in Fulda. (jaw)

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