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Nur bis 20 Uhr einkaufen: So reagieren Supermärkte auf Vorschlag

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Von: Oliver Schmitz

Wegen der Energiekrise werden kürzere Supermarkt-Öffnungszeiten in ganz Deutschland diskutiert. Aldi ist dafür offen, andere Supermärkte aber nicht.

Köln – In ganz Deutschland werden derzeit viele verschiedene Gas- und Stromsparmaßnahmen diskutiert oder bereits umgesetzt. Das betrifft auch viele Bereiche der Wirtschaft, wie Supermärkte und Discounter. Dort hat vor allem ein Vorschlag zuletzt für Aufsehen gesorgt. Die Kette Tegut fordert kürzere Supermarkt-Öffnungszeiten für ganz Deutschland. Dabei soll das Bundesland Bayern als Vorbild dienen. Doch was halten andere Lebensmittel-Ketten und Händler und von dem Vorschlag?

Aldi Nord verkürzt Öffnungszeiten wegen Energiekrise

Als erste deutsche Supermarkt-Kette hat Aldi Nord angekündigt, die Öffnungszeiten seiner Filialen im Winter 2022/23 zu verküzen.

Kürzere Supermarkt-Öffnungszeiten: Aldi schließt „keine denkbare Maßnahme aus“

Aldi Nord: Blick auf ein Logo von Aldi Nord an einem Aldi-Markt.
Aldi Nord kann sich kürzere Öffnungszeiten in ganz Deutschland vorstellen. (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Im Zuge der Energiekrise haben in ganz Deutschland bereits einzelne selbstständige Kaufleute ihr Öffnungszeiten reduziert, flächendeckend ist das bisher noch nicht passiert. Doch wegen der unklaren Energieversorgung in den nächsten Monaten, schließt Aldi Nord „keine denkbare Maßnahme grundsätzlich aus, auch nicht die Anpassung unserer Öffnungszeiten“, teilte das Unternehmen der Lebensmittelzeitung mit. Fraglich ist aber, ob im Zweifelsfall die Konkurrenz mitziehen würden, um als Branche gemeinsam Energie zu sparen. Denn viele andere Supermarkt-Ketten zeigen sich nicht so offen für den Tegut-Vorschlag.

Rewe und Kaufland sind gegen kürzere Supermarkt-Öffnungszeiten

Gleich mehrere Big-Player der Lebensmittel-Branche wollen ihren Öffnungszeiten vorerst nicht anpassen. „Eine Verkürzung wird bei uns nicht diskutiert“, sagt unter anderem Rewe der LZ. Bei Edeka lasse sich die Frage nach verkürzten Öffnungszeiten nicht pauschal beantworten, da es sich um einen genossenschaftlichen Verbund handle, berichtet wa.de. Die Kaufleute würden selbstständig „über alle unternehmerischen Fragen“ entscheiden, heißt es auf Nachfrage von wa.de.

Auch die Schwarz-Gruppe mit ihren Ketten Kaufland und Lidl plant demnach nicht, die Märkte früher zu schließen. Die langen Öffnungszeiten kämen besonders den Berufstätigen entgegen, sagt Kaufland als Begründung. Im Gegensatz zu den Lebensmittel-Händlern gab es in den sozialen Medien viel Zuspruch für kürzere Supermarkt-Öffnungszeiten. Einige fordern sogar noch früher als 20 Uhr zu schließen.

Aktuelle Ladenöffnungszeiten der Bundesländer im Überblick

Montag – Samstag rund um die Uhr: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein

Montag - Freitag rund um die Uhr, Samstag bis 22 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern

Montag - Freitag rund um die Uhr, Samstag bis 20 Uhr: Thüringen

Montag – Samstag 6 bis 22 Uhr: Rheinland-Pfalz, Sachsen

Montag – Samstag 6 bis 20 Uhr: Bayern, Saarland

Tegut fordert kürzere Supermarkt-Öffnungszeiten – führt sie aber selbst nicht ein

Die Tegut-Forderung sieht vor, dass sich alle Bundesländer bei den Supermarkt-Öffnungszeiten nach Bayern richten sollen, wo die Geschäfte spätestens um 20 Uhr schließen. In einem Brief an die 16 Landesregierungen schlug Geschäftsführer Thomas Gutberlet vor, diese Reduzierung erstmal für drei Monate vorzunehmen. „Das ist ein Impuls, den wir geben wollten. Die Energiekrise war dafür der Auslöser“, sagte ein Unternehmens-Sprecher zu 24RHEIN. Dabei gehe es erstmal darum, wie die Branche ihren Anteil am Energiesparen leisten kann.

In anderen Branchen wie Baumärkten werden kürzere Öffnungszeiten tatsächlich geprüft. Auch einige Saunen und Thermen bleiben nicht mehr so lange geöffnet. Um Heiz- und Stromkosten zu sparen, stehen bei einigen Gartencentern sogar komplette Schließungen im Raum. (os) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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