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Takko vor dem Aus? Modediscounter beantragt zweistellige Millionenhilfe

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Von: Oliver Schmitz

Eine Filiale des Modediscounters Takko in Telgte.
Die Corona-Krise hat den Modediscounter Takko schwer getroffen. © picture alliance/dpa | Guido Kirchner

Der Modediscounter Takko ist durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten. Nun hat das Unternehmen aus Telgte eine Landesbürgschaft beim Land NRW beantragt.

Telgte – Die Corona-Krise hat den Modehandel schwer getroffen, so auch Textildiscounter Takko. Angesichts des erneut verlängerten Lockdowns hat das Unternehmen aus Telgte bei Münster eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für einen Überbrückungskredit beantragt. Dabei geht es laut Interims-Vorstandschef Karl-Heinz Holland um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Unternehmen (Rechtsform)Takko Holding (GmbH)
BrancheTextil
Gründung1982
HauptsitzTelgte (Deutschland)
Mitarbeiter17.000
Umsatz1,14 Mrd. Euro

Takko beantragt Landesbürgschaft um Arbeitsplätze zu sichern – schnelle Rückzahlung angestrebt

„Takko Fashion wächst seit Jahren und ist wirtschaftlich erfolgreich. Doch auch das gesündeste Unternehmen ist ab einem gewissen Zeitpunkt auf Unterstützung angewiesen“, sagt Holland in der Pressemitteilung. Die zu Beginn der erneuten Geschäftsschließungen vorhandenen liquiden Mittel seien aufgebraucht. Takko benötige die Zusage für die Bürgschaft „so bald wie möglich“, um Arbeitsplätze zu sichern. Auf Gelder aus der Überbrückungshilfe III habe Takko keinen Anspruch, da der Umsatz über der Grenze von 750 Millionen Euro liege. „Außer dem Kurzarbeitergeld für unsere Mitarbeiter hat es bisher keine Hilfen gegeben“, sagte Holland.

Seit Beginn der Corona-Krise ist eine Reihe bekannter deutscher Modehändler in Schwierigkeiten geraten und hatte Rettung in Insolvenzverfahren suchen müssen. Bei Takko sei die Lage nicht vergleichbar, sagte Holland. 2019 sei das wirtschaftlich erfolgreichste Geschäftsjahr seit zehn Jahren gewesen. Auch nach dem ersten Lockdown mit Geschäftsschließungen im Frühjahr 2020 habe Takko „ein extrem starkes zweites Halbjahr 2020 gehabt“. Takko sei deshalb zuversichtlich, staatliche Gelder schnell zurückzahlen zu können.

In Zeiten der Corona-Pandemie ist eine Landesbürgschaft eine gute Überbrückungsmöglichkeit für viele Unternehmen. Trotz der finanziellen Probleme, dementierte der 1. FC Köln aber Gerüchte darüber, dass man eine Bürgschaft beantragen wolle.

Takko für Zeit nach dem Corona-Lockdown gut aufgestellt

Takko sei für die Zeit nach dem Lockdown gut aufgestellt. Da die überwiegende Zahl der Takko-Filialen in der Nähe von Lebensmitteldiscountern wie Lidl und Aldi oder Drogeriemärkte liege, sei man auch nicht von den gesunkenen Kundenfrequenzen in den Innenstädten betroffen. Der frühere Lidl-Manager Holland hatte Anfang des Jahres vorübergehend die Geschäftsführung bei Takko übernommen. Seine Aufgaben übernimmt ab April der frühere Chef von Sport Scheck, Markus Rech.

Mit über 1900 Filialen in 17 Ländern gehört Takko zu den großen Modefilialisten in Europa. Das Unternehmen mit Sitz in Telgte im Münsterland beschäftigt 18.000 Mitarbeiter, davon rund 14.000 in Deutschland. Zu Beginn des zweiten Lockdowns verfügte der Modediscounter noch über 130 Millionen Euro liquider Mittel. (os mit dpa)

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