Über 1600 Filialen in Deutschland

Tengelmann steigt bei Billig-Laden Tedi aus – grünes Licht für KiK-Übernahme

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Tengelmann steigt komplett beim Nonfood-Discounter Tedi aus (Symbolbild).
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Nachdem Tengelmann seinen Ausstieg bei Tedi bekannt gegeben hat, hat die EU-Kommission nun die im Gegenzug stattfindende vollständige KiK-Übernahme genehmigt.

  • Der Handelskonzern Tengelmann verkauft seine Anteile an den Nonfood-Discounter Tedi
  • Allein in Deutschland gibt es über 1600 Filialen des Billig-Ladens
  • Im Gegenzug übernimmt das Familienunternehmen den Textil-Discounter KiK komplett

Update vom 19. März, 15:17 Uhr: Die EU-Kommission erlaubt der Unternehmensgruppe Tengelmann, den Textildiscounter KiK vollständig zu übernehmen. Man habe mit Blick auf einen fairen Wettbewerb keine Bedenken, teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit. Den Angaben zufolge hat KiK mehr als 3400 Filialen in Deutschland, Österreich, Kroatien, Tschechien, Ungarn, der Niederlande, Polen der Slowakei und Slowenien.

Bislang ist KiK im Besitz von Tengelmann und der H.H. Unternehmensgruppe. Tengelmann will die von H.H. gehaltenen Anteile erwerben, hatte das Unternehmen bereits im Dezember mitgeteilt. Im Gegenzug kaufe die H.H. Unternehmensgruppe zum 30. April 2021 die im Besitz von Tengelmann befindliche Beteiligung am Non-food-Discounter Tedi, hieß es damals. Über den jeweiligen Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. (os mit dpa)

Tengelmann steigt bei Billig-Laden Tedi aus – das sind die Hintergründe

Erstmeldung vom 23. Dezember 2020

Mülheim an der Ruhr – Der Handelskonzern Tengelmann (u.a. KiK, Obi) hat angekündigt, 2021 beim Nonfood-Discounter Tedi auszusteigen. Dieser geht nun komplett an den langjährigen Partner Stefan Heinig. Im Gegenzug sichert sich das Mülheimer Familienunternehmen von Heinig seine restlichen Anteile am Textil-Discounter KiK.

Tengelmann verkauft alle Tedi-Anteile

Zum 30. April 2021 verkauft Tengelmann seine derzeit 30-prozentige Beteiligung an die H.H. Unternehmensgruppe von Stefan Heinig. Der Dortmunder würde damit der mit Abstand größte Anteilhaber des von Tengelmann gegründeten Nonfood-Discounters.

Tedi: Das Geschäft mit der Billigware

Als sogenannter Nonfood-Händler verkauft Tedi alle möglichen Ge- und Verbrauchsartikel des täglichen Bedarfs wie beispielsweise Haushalts- und Elektrowaren oder Drogerie- und Kosmetikprodukte zu niedrigen Preisen. Tedi wurde mit der Idee gegründet die sogenannten „Ein-Dollar-Läden“ aus den USA auch in Deutschland zu etablieren und steht somit in direkter Konkurrenz zu ähnlichen Märkten wie Woolworth, EuroShop oder auch Action Markt. Mittlerweile gibt es über 2400 Fillialen in neun Ländern, allein mehr als 1600 in Deutschland.

Zur Unternehmensgruppe Tengelmann gehören neben KiK und der Baumarktkette Obi auch zahlreiche Beteiligungen an Start-up-Unternehmen. Jahrzehnte war das Unternehmen auch im Lebensmittel-Einzelhandel aktiv: Die Supermärkte Kaiser‘s und Tengelmann wurden bis 2017 weitgehend an den Handelsriesen Edeka, teilweise auch an Rewe und kleinere Ketten verkauft. Der Discounter Plus ging bereits 2009 durch eine Fusion in Edekas Netto auf. Im Jahr 2019 setzte die Tengelmann-Gruppe mit ihren mehr als 90 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 8,1 Milliarden Euro um. Christian Haub hatte 2018 nach dem plötzliche Verschwinden seines Bruders Karl-Erivan Haub bei einer Skitour in den Walliser Alpen das Ruder in der Unternehmensgruppe übernommen. In der Tengelmann-Familie schwelt seit dem ein Erbstreit. (os/dpa)

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