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Hacker-Angriff auf Tegut: Auch Kunden-Daten im Darknet veröffentlicht

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Von: Jana Wehmann

Der Eingang einer Tegut-Filiale. Eine Frau läuft in das Geschäft.
Nach einem Hacker-Angriff wurden Tegut-Daten im Darknet veröffentlicht (Symbolbild). © Eibner/IMAGO

Nachdem Tegut Ziel eines Hacker-Angriffs wurde, veröffentlichten die Täter Unternehmensinformationen im Darknet. Auch Kundendaten sind betroffen.

Köln/Fulda – Der Supermarkt Tegut steht unter Druck: Nachdem das Unternehmen Ende April Opfer eines Hacker-Anrgiffs wurde, veröffentlichten die bislang unbekannten Täter bereits unternehmensbezogene Daten und Firmeninterna. Nun sind aber auch Daten aus dem Bereich Marktforschung, welche auch Kunden-Informationen beinhalten, im Darknet online gegangen, wie Tegut in einer Mitteilung bekannt gibt.

Tegut wird Ziel eines Cyber-Angriffs: Diese Daten wurden bereits im Darknet veröffentlicht

Hacker-Angriff bei Tegut: IT-Netzwerk betroffen – das ist passiert

Am Wochenende des 24. April verübten bislang unbekannte Täter einen Cyber-Angriff auf das IT-Netzwerk des Supermarkts Tegut. Darauf leitete der Supermarkt einen Notfall plan ein und nahm alle IT-Systeme vom Netz.

Da die Logistik im Normalfall automatisiert erfolgt, musste Tegut, der erst kürzlich den ersten To-Go-Markt Quartier eröffnet hat, die Warenbelieferung der Filialen manuell durchführen. Dadurch kam es vereinzelt zu Warenengpässen.

Nach Cyber-Angriff: Unternehmensdaten im Darknet – nun auch Kunden-Daten betroffen

Da Tegut seit Mitte Mai die IT-Systeme wieder online genommen hat, wurde die Warenverfügbarkeit sukzessive verbessert. Damit schien der Supermarkt auf dem Weg zur Normalität zu sein – bis die Täter erste unternehmensbezogene Daten im Darknet veröffentlichten. Zwar betonte Tegut, dass lediglich Firmeninterna und einzelne Mitarbeiter-Daten davon betroffen waren, neuen Erkenntnissen zufolge wurden nun aber auch Dateien aus dem Bereich Marktforschung veröffentlicht.

Bei den Daten handele es sich unter anderem um Auskünfte, die vor allem „GuteKarte“-Kunden im Rahmen von Befragungen oder Marktforschungsstudien zu ihrem Einkaufsverhalten gegeben haben. In einzelnen Fällen beinhalten diese Daten jedoch auch Kontaktinformationen der Kunden, wie Anschrift, E-Mail und Telefonnummer, so Tegut. Alle betroffenen Kunden wurden bereits persönlich vom Supermarkt informiert und betreut.

Tegut wird Ziel eines Hacker-Angriffs: Supermarkt lässt sich nicht auf Verhandlungen ein

Bereits vor Veröffentlichung der Daten habe sich Tegut auf „die erwartbare Eskalation“ vorbereitet und Vorkehrungen zum Schutz der Kunden getroffen. So hatte der Supermarkt aus Fulda bereits nach Bekanntwerden des Cyber-Angriffs die Login-Zugänge der Kunden auf der Website gesperrt. Nach Abschluss entsprechender Sicherheitsprüfungen wurden die Zugänge bereits wieder freigegeben und alle Passwörter zurückgesetzt.

„Wir leisten kriminellen Machenschaften keinen Vorschub und lassen uns auf keine Verhandlungen mit Kriminellen ein. Uns ist klar, dass die Täter jetzt den öffentlichen Druck auf Tegut erhöhen und Verunsicherung bei Kunden, Mitarbeitenden und Lieferanten provozieren wollen, um ihre Forderungen durchzusetzen“, betont Thomas Gutberlet, Tegut-Geschäftsführer.

Seit Beginn des Hacker-Angriffs arbeitet Tegut eng mit den zuständigen Strafverfolgungsbehörden und IT-Sicherheitsexperten zusammen. Die neuesten Entwicklungen habe Tegut gemäß der Datenschutzverordnung an die entsprechenden Behörden gemeldet. (jaw)

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