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60 Real-Standorte bleiben ‒ welcher Supermarkt profitieren könnte

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Von: Mick Oberbusch

Mehrere Einkaufswagen stehen vor dem real-Supermarkt im sächsischen Heidenau vor dem Eingang.
60 Standorte sollen Real bleiben – und nicht von einem anderen Unternehmen übernommen werden. © Daniel Schäfer/Imago

Rund zwei Jahre nach Einstieg gibt die russische Investorengruppe SCP ihre Anteile an der Kaufhauskette Real wieder ab. Davon könnte nun Rewe profitieren.

Köln ‒ Der jahrelange Investor SCP, eine russische Investorengruppe, hat das Kapitel Real für sich abgeschlossen. Nachdem in den vergangenen Monaten viel zur Zukunft der Filialen spekuliert wurde, ist nun klar: SCP steigt im Sommer bei der Kaufhauskette aus. Die Überreste des Warenhausunternehmens mit rund 60 Filialen werden an einen Restrukturierungsexperten übergeben, der diese jedoch unter altem Namen weiterführt. Derweil schreitet die Schließung von mehreren Real-Filialen aktuell immer weiter voran.

RealLebensmitteleinzelhändler
Umsatz:7,4 Milliarden EUR (2017–2018)
Gründung:1992, Deutschland
Anzahl der Beschäftigten:36.000 (2019)

Bei diesem Experten handelt es sich um das Family Office von Sven Tischendorf, eine Partner-Firma der auf Restrukturierungen spezialisierten Anwaltskanzlei AC Tischendorf aus Frankfurt. Dafür erhält die Firma nach Informationen der Lebensmittel Zeitung eine Mitgift im „unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.“ Immobilien sollen im Rahmen der Real-Zerschlagung nicht übertragen werden.

Familienunternehmen Tischendorf übernimmt Real-Anteile

Das Familienunternehmen Tischendorf mit Sitz in Frankfurt übernimmt die SCP-Anteile von Real, gilt als Restrukturierungsexperte. Dr. Sven Tischendorf, der künftig als Geschäftsführer von Real fungieren will, sagt: „Real hat einen sehr gesunden Geschäftskern. Zusammen mit dem künftigen Management-Team ist es unser Ziel, die Real GmbH als SB-Warenhausunternehmen mit einem Lebensmittel- und Nonfood-Sortiment substanziell zu modernisieren und damit sehr erfolgreich neu auszurichten.“ Mittlerweile ist auch klar, dass rund 60 Standorte als Real-Filialen erhalten bleiben sollen.

Real: Investor steigt aus und gibt restliche Anteile ab ‒ mischt künftig auch Rewe mit?

Ein möglicher Nutznießer dieser Abwicklung könnte das Kölner Unternehmen Rewe sein. Denn die 60 an Tischendorf übergebenen Real-Filialen sollen unter dem bisherigen Markennamen weiterbetrieben, so die Arbeitsplätze gesichert werden. Und für diese Filialen könnte Rewe künftig als Warenlieferant fungieren. Bereits im Herbst hatte es Gerüchte darüber gegeben, dass Rewe etwa 20 ehemalige Real-Standorte an Land ziehen wolle, auch wenn beim Kartellamt bislang diesbezüglich noch nichts eingegangen sei.

Rewe wäre laut LZ (hinter Bezahlschranke) in der Lage, Einkauf und Logistik zu gewährleisten und bekäme zugleich einen guten Einblick in die Entwicklung der verbleibenden Real-Märkte, die zunächst noch unter alter Flagge segeln sollen. Eine Entscheidung diesbezüglich steht aber noch aus.

60 Real-Standorte bleiben Real – 5.000 Arbeitsplätze und 130 Verwaltungsjobs gesichert

Durch die Übergabe an das Family Office Tischendorf würden rund 5.000 Arbeitsplätze in den Märkten sowie 130 Verwaltungsjobs dauerhaft gesichert, erklärt SCP Retail-Chef Patrick Kaudewitz. Experten gehen dennoch weiter davon aus, dass die Frankfurter Firma eingeschaltet wurde, um die Abwicklung des Unternehmens voranzutreiben.

Zumindest hat sich der neue Eigentümer bereits die Unterstützung von Teilen des ehemaligen Real-Managements gesichert, Vertriebschef Karsten Pudzich soll das Geschäft auch unter neuem Eigentümer weiter führen und war schon bei der Walmart-Übernahme durch Real an Bord, kennt sich mit diesem Prozedere also schon aus.

Der Finanzinvestor SCP hatte die angeschlagene SB-Warenhauskette Real mit ihren rund 270 Märkten 2020 vom Handelskonzern Metro erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Kaufland, Edeka und Globus haben sich bereits eine große Zahl von Filialen gesichert.

Real: Welche Real-Filialen zu Edeka, Kaufland und Globus werden

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