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9-Euro-Ticket endet: Was kommt jetzt? Fragen und Antworten im Überblick

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Von: Sofia Popovidi

Eine Frau steht auf dem Bahnsteig.
Wie geht es nach dem 9-Euro-Ticket weiter? © IMAGO/NOVELLIMAGE

Ab dem 1. September ist Schluss mit dem 9-Euro-Ticket. Noch gibt es keinen Nachfolger. Wie geht es weiter? Was passiert ab September?

Köln – Ziel des 9-Euro-Tickets war die finanzielle Entlastung der Bevölkerung. Ab Donnerstag, 1. September 2022, läuft das Schnäppchen-Ticket nun aus. Drohen bald Preissteigerungen für Bürgerinnen und Bürger im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)? Noch ist nicht klar, welchen Nachfolger es für das 9-Euro-Ticket geben könnte. Eine bundesweite Anschlusslösung ist noch nicht in Sicht. Ein Überblick, wie es jetzt nach Ende des 9-Euro-Tickets weitergehen könnte.

Aktueller Stand zum Nachfolger des 9-Euro-Ticket

Die Bundesregierung hat mittlerweile ganz offiziell einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket angekündigt. Dabei wurde auch ein Preisrahmen und ein grober Start-Termin genannt.

9-Euro-Ticket: Was kommt ab September?

Einen Nachfolger gibt es bislang noch nicht. Ab dem 1. September bleibt deswegen erstmal alles beim Alten – die Bevölkerung erwartet Preise wie vor dem 9-Euro-Ticket. Einige Bundesländer schlugen bereits Ideen und Initiativen für ihre Gebiete vor - zuletzt etwa Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), die ein eigenes 9-Euro-Ticket für die Hauptstadt ab September geplant hat.

Auf einen Vorschlag von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP), der bundeslandübergreifend wirken soll, wird noch gewartet. „Man braucht eine einfache Lösung, dafür sind die Länder bereit“, sagte etwa Bremens Verkehrssenatorin und Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz (VMK), Maike Schäfer (Grüne), gegenüber der dpa. „Jetzt ist der Bund am Zug, da etwas zu machen.“

9-Euro-Ticket-Nachfolger: Warum wird man sich nicht einig?

Die Finanzierungsfrage bringt hier die größte Diskussion mit sich. Bund und Länder werden sich seit Wochen nicht einig. Aus Sicht der Länder ist klar: Es soll nicht einfach ein weiteres billiges Ticket angeboten werden. Vor allem ist es wichtig, das bestehende Grundangebot im Nahverkehr zu verbessern: mehr Infrastruktur, mehr Personal, mehr Fahrzeuge.

Welche 9-Euro-Ticket Alternativen gibt es?

Größtenteils wird über den Preis der Alternative diskutiert: Von 9 bis 69 Euro sind inzwischen zahlreiche Vorschläge gemacht worden. Laut Deutscher Presse-Agentur hat jede Partei ihre eigene Lösung: Die Bundes-SPD schlägt etwa ein bundesweites 49-Euro-Ticket vor. Die Grünen wollen das um ein regionales Monatsticket für 29 Euro ergänzen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wiederum begrüßen ein 69-Euro-Ticket.

Zusätzlich zu der bislang schon geforderten Erhöhung um 1,5 Milliarden Euro pro Jahr wollen die Verkehrsministerinnen und -minister jeweils weitere 1,65 Milliarden Euro. Grund: die hohen Energiepreise für die Jahre 2022 und 2023. Nur so können günstige Preise im ÖPNV ermöglicht werden. Verkehrsminister Wissing stehe zu einem Gespräch mit den Ländern über den ÖPNV bereit.

NRW: Aktion nach 9-Euro-Ticket ab September

Zumindest in NRW gibt es eine Abo-Aktion nach dem 9-Euro-Ticket, die die einheitlichen Tarifsysteme teilweise beibehält. Wer ein ÖPNV-Abo hat, kann im September in ganz NRW kostenfrei den Regional- und Nahverkehr nutzen – allerdings nur am Wochenende.

Wann kann ich mit einer neuen Ticket-Alternative rechnen?

Wann ein 9-Euro-Ticket-Nachfolger kommen wird, ist leider noch unklar. In diesem Jahr würde man sich aber nicht mehr einig werden. Allein für die technische Umsetzung einer dauerhaften Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket brauchen die Verkehrsunternehmen aus Sicht ihres Branchenverbands etwa drei Monate. Mit einem neuen Angebot ab Anfang 2023 könnte nur gerechnet werden, sollte sich die Politikerinnen und Politiker „idealerweise“ bis Oktober 2022 entschieden haben, so ein VDV-Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Ab September: Werden die Preise im ÖPNV wirklich steigen?

Ein Anstieg der Preise im Öffentlichen Personenverkehr ist durchaus möglich. Teils sind schon jetzt deutliche Steigerungen beschlossen worden. So steigen etwa in und um Stuttgart die Tarife zum Jahreswechsel durchschnittlich um 4,9 Prozent, im Großraum Nürnberg werden es 3 Prozent sein. Im Rhein-Main-Verkehrsverbund gab es schon zum Juli einen Aufschlag von 3,9 Prozent. Auch viele Verkehrsunternehmen belasten die steigenden Diesel- und Strompreise – weswegen auch sie ihre Tarifpreise anpassen müssen. (spo mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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