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49-Euro-Ticket in NRW: Wann es kommt, wo es gilt, wie man es kaufen kann

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Von: Oliver Schmitz

Zum 49-Euro-Ticket gibt es auch für NRW viele Fragen. Wann kommt es? Wo gilt es? Wie funktioniert es? Das sogenannte Deutschlandticket könnte im Mai starten.

Köln – Das 49-Euro-Ticket soll als Nachfolger zum 9-Euro-Ticket erneut bundesweit, also auch in Nordrhein-Westfalen gelten. Doch da die Zuständigkeit für den öffentlichen Personennahverkehr bei den Bundesländern selbst liegt, könnten die Landesregierung und Verkehrsbünde im Westen theoretisch selbständig aktiv werden. Zumindest bei einem regionalen Ableger des sogenannten Deutschlandtickets scheint das durchaus möglich. 24RHEIN zeigt alles, was Bus- und Bahnfahrer zum Deutschlandticket in NRW wissen müssen.

Aktueller Stand zum 49-Euro-Ticket

► Wie geht es jetzt weiter? Bund und Länder haben sich auf das 49-Euro-Ticket geeinigt. Im Dezember 2022 hatten Bundestag und Bundesrat den zusätzlichen Milliarden als Teil des dritten Entlastungspaketes gebilligt. Für das 49-Euro-Ticket selbst soll dann laut Bundesverkehrsminister Volker Wissing Anfang 2023 ein separates Gesetzgebungsverfahren auf den Weg gebracht werden.

Wann startet das Ticket? Wann genau das Deutschlandticket kommt, ist noch nicht ganz klar. Zuletzt wurde der Zeitraum zwischen März und Mai 2023 genannt, angepeilt wird aber der 1. April 2023. Wie der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Mitte Januar in einer Mitteilung erklärte, erwarte man den Start des 49-Euro-Tickets im Mai, auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) rechnet mit dem 1. Mai 2023.

Was verzögert der Start des ÖPNV-Abos? Vor allem die Politik. Einerseits fehlen noch die Gesetzesanpassung im Bund und die Zustimmung der EU-Kommission. Andererseits müssen die Gremien der Verkehrsverbünde das 49-Euro-Ticket offiziell beschließen. Hinzu kommt eine erneute Debatte, ob das 49-Euro-Ticket zu Beginn auch als Papierfahrschein angeboten werden soll. Länder und Verkehrsunternehmen sind dafür, der Bund aber dagegen. Insofern keine schnelle Einigkeit bei der Frage erzielt wird, kommt es zu weiteren Verzögerungen.

Wie wird das Ticket finanziert? Bund und Länder teilen sich die Kosten. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz Ende 2022 wurde der Grundstein dafür gelegt. Es sei Einvernehmen darüber erzielt worden, dass „was im Jahre 2023 an Kosten anfällt, das wird hälftig getragen werden“, sagt der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Das meint nicht nur die Kosten für das Deutschlandticket selbst, sondern auch weitere Mehrkosten, die Verkehrsunternehmen 2023 womöglich tragen müssen.

Stand: 26. Januar 2023

49-Euro-Ticket: Ab wann gibt es das Deutschlandticket in NRW?

Wenn es nach dem Beschlusspapier von Bund und Ländern geht, eigentlich „schnellstmöglich“. Lange wurde Anfang 2023 als Start für das 49-Euro-Ticket angestrebt, doch schnell wurde der Termin von den Verkehrsministern der Bundesländer auf den 1. April 2023 und dann den 1. Mai 2023 verschoben. Bundesverkehrsminister Volker Wissing hatte zuletzt erklärt, dass das Deutschlandticket spätestens Anfang Mai kommen solle. Doch selbst das ist wohl nicht mehr in Stein gemeißelt. Unter anderem Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) zweifelt, dass das zu schaffen sei.

Die letztlich zuständigen Verkehrsunternehmen streben mittlerweile auch den 1. Mai als Startdatum für das 49-Euro-Ticket an. „Aus unserer Sicht kann es am 01.05. losgehen mit dem Deutschland-Ticket, also Verkauf ab Anfang April“, sagt Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Insofern die politischen Beschlüsse dann vorliegen. Auch der VRR rechnet damit, dass das 49-Euro-Ticket zum 1. Mai 2023 „einheitlich eingeführt wird“. Das teilte das Verkehrsunternehmen Mitte Januar 2023 mit.

Städte und Kommunen hatten den Einführungszeitraum noch weiter gefasst. „Wir gehen eher vom ersten Halbjahr 2023 aus“, sagte Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistages, dem RND. Es gibt mehrere Gründe für die spätere Einführung des Deutschlandtickets. Nach der länger ungeklärten Finanzierung, sind das unter anderem noch die Umstellungen von Automaten, Gremienbeschlüsse oder aber auch Personalsuche. So hatte unter anderem die Bahn-Gewerkschaft EVG darauf hingewiesen, dass die Einführung des 49-Euro-Ticket nur mit deutlich mehr Personal möglich wäre.

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NRW: Ab wann kann man das 49-Euro-Ticket kaufen?

Das ist noch unklar, da eben das genaue Startdatum für das Deutschlandticket noch nicht feststeht. Der Verkauf des 49-Euro-Tickets wird aber wohl vor der Einführung des bundesweiten ÖPNV-Abos selbst beginnen. „Der Verkaufsstart wird vier Wochen vorher beginnen“, teilte der VRR Mitte Januar mit. Das bestätigte auch der VDV nochmal. Bei Start am 1. Mai 2023, wäre das also Anfang April 2023.

49-Euro-Ticket in NRW: Wo kann man es kaufen? Welche Form hat es?

Links ein Smartphone mit einem 49-Euro-Ticket und rechts ein Fahrscheinautomat des VRR. (IDZRW-Montage)
Auch eine regionale Variante des 49-Euro-Ticket für NRW könnte kommen. (IDZRW-Montage) © aal.photo/Imago & Michael Gstettenbauer/Imago

Im Gegensatz zum 9-Euro-Ticket wird das 49-Euro-Ticket langfristig „papierlos“, also digital angeboten. Somit soll es online gekauft und per Smartphone-App genutzt werden können. Entweder über die Deutschen Bahn oder bei regionalen Verkehrsverbünde wie dem VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) oder lokalen Anbietern wie der KVB. Zudem gibt es auch wieder eine in der offiziellen Deutschlandticket-App. Neben dem digitalen Wege wird das Deutschlandticket auch an Schaltern oder anderen Verkaufsstellen der Verkehrsunternehmen erworben werden.

„Wir wollen niemanden überfordern, aber das mit dem Nadeldrucker ausgedruckte Papierticket ist nicht die Zukunft“, sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing T-Online. Daneben wird es aber wohl auch eine analoge Plastikkarte im „Scheckkartenformat“ geben. Diese seien ebenfalls digital lesbar, aber könnte auch am Schalter gekauft werden.

Zum Start könnte es das Deutschlandticket aber womöglich doch noch als Papierfahrkarte angeboten werden. „Nicht jedes Unternehmen hat durchdigitalisierte Vertriebssysteme und viele Jobtickets oder Semester- und Schülertickets laufen noch als Papierfahrscheine. Da braucht es eine Übergangsfrist: aus unserer Sicht bis Jahresende [2023]“, sagt Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Auch die Bundesländer sind für eine solche Lösung, damit der Start des 49-Euro-Tickets nicht noch weiter verzögert wird. Wissing ist bisher jedoch strikt dagegen.

NRW: Gilt das 49-Euro-Ticket auch für regionale RE- und RB-Linien?

Ja, das 49-Euro-Ticket umfasst nicht nur die lokalen Busse, Straßen-/U-Bahnen und S-Bahnen, sondern auch die Regionalzüge (RE, RB) der Deutschen Bahn. Grundsätzlich kann somit der komplette ÖPNV und SPNV in der ganzen Bundesrepublik mit dem Deutschlandticket genutzt werden. Somit sind auch alle vier NRW-Verkehrsbünde VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg), Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), Aachener Verkehrsbund (AVV) und WestfalenTarif mit dabei.

Gilt das 49-Euro-Ticket im Fernverkehr in NRW? ICE, ICE, EC

Nein, den den Zug-Fernverkehr wie ICE, IC, EC und Co. wird man mit dem 49-Euro-Ticket nicht regulär nutzen können. Auch nicht für kurze Strecken innerhalb von NRW. Das gilt auch für private Anbieter wie Flixtrain, obwohl Mutter-Konzern Flixbus gerne Teil des Deutschlandtickets werden möchte. Jedoch gibt es in NRW eine Ausnahme, mit dem das 49-Euro-Ticket auch im ICE gilt.

49-Euro-Ticket: Ist die Fahrradmitnahme in NRW enthalten?

Nein, im 49-Euro-Ticket ist eine kostenlose Fahrradmitnahme nicht enthalten. Dafür wird in NRW ein extra Ticket benötigt, das je nach Verkehrsverbund unterschiedlich viel kostet. Es gibt aber unter anderem das „FahrradTagesTicket NRW“ für 4,80 Euro pro Rad, das in ganze NRW gültig ist. Die Fahrrad-Tickets können an Fahrkartenautomaten oder per App der DB oder Verkehrsbünde gekauft werden. Eine Ausnahme gibt es doch: Wenn das Fahrrad zusammengeklappt und gut verpackt in die Gepäckablagen am Sitzplatz passt, kann es als kostenloses Handgepäck mitgenommen werden.

49-Euro-Ticket: Was KVB-, Rheinbahn und SWB-Kunden wissen müssen

Vor allem Abo-Inhaber bei der KVB, Rheinbahn oder SWB sollten bei einem etwaigen Umstieg auf das Deutschlandticket einiges beachten. So verfallen unter anderem bei der KVB mit dem 49-Euro-Ticket einige Abo-Vorteile. Ähnliches gilt auch in Düsseldorf, Bonn oder anderen Städten und Kommunen:

„NRW-Ticket“ statt Deutschlandticket: Kommt günstigeres Regional-Abo ?

Bereits im Sommer hatten die Grünen neben einem bundesweiten 49-Euro-Ticket auch günstigeren Regional-Tickets für 29 Euro im Monat vorgeschlagen. Obwohl davon mittlerweile nicht mehr die Rede ist, hat NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer mehrmals betont, dass für ihn ein solches „NRW-Ticket“ weiterhin denkbar sei. Auch der größte NRW-Verkehrsverbund VRR ist offen für ein solches extra Regional-Abo. Zudem hatte auch die NRW-SPD vor und nach der NRW-Landtagswahl 2022 immer wieder ein 365-Euro-Jahresticket gefordert.

Die CDU von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und die NRW-FDP haben sich bisher nicht klar positioniert. Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU und Grüne sehr allgemein für „einen preiswerten ÖPNV für alle“ ausgesprochen. Das Bündnis möchte vergünstigte Ticketangebot für Schüler, Azubis, Freiwilligendienstleistende, Berufspendler und Senioren als E-Ticket testen. (os mit dpa und AFP) Dieser Text wird laufend aktualisiert.

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