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9-Euro-Ticket im ICE: Wann man das Ticket nutzen kann

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Von: Oliver Schmitz

Das 9-Euro-Ticket gilt deutschlandweit im Regionalverkehr. In ICE und IC gilt das 9-Euro-Ticket allerdings nicht. Doch in NRW gibt es eine Ausnahme.

Köln – Am 1. Juni 2022 startet das 9-Euro-Ticket in ganz Deutschland. Drei Monate lang können damit der Nahverkehr und Regionalverkehr in ganz Deutschland preiswert genutzt werden. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn oder Züge von Flixtrain sind im 9-Euro-Ticket nicht enthalten – eigentlich. Denn in NRW gibt es unter bestimmten Voraussetzungen eine Möglichkeit, wie man ICE- oder IC-Züge auch mit dem 9-Euro-Ticket nutzen darf.

Fernverkehr mit 9-Euro-Ticket: Ausnahme-Regelung für ICE/IC/EC in NRW – so funktioniert es

  1. Bus oder Bahn des Nah- oder Regionalverkehrs hat mindestens 20 Minuten Verspätung oder fällt aus
  2. Ticket für einen Fernverkehrs-Zug (ICE, IC oder EC) kaufen
  3. Kosten werden auf Antrag im Nachhinein erstattet

Mit dem 9-Euro-Ticket kann man im Sommer dieses Jahres alle Busse und Bahnen des Nahverkehrs und Regionalverkehrs in Deutschland zum Einheitspreis nutzen. Der Fernverkehr gehört derweil nicht zum Angebot dazu. Denn man kann zwar auch mit dem 9-Euro-Ticket in den Urlaub fahren, aber das günstige Monatsticket soll letztlich vor allem Berufs-Pendler finanziell entlasten.

Doch zumindest in Nordrhein-Westfalen gibt es eine Ausnahme-Regelung, mit der man auch Fernverkehrs-Züge mit dem 9-Euro-Tickets benutzen kann. Möglich macht es die sogenannte „Mobilitätsgarantie NRW“. Diese greift, wenn sich der eigentliche Bus oder die Bahn um mindestens 20 Minuten verspätet oder komplett ausfällt. In diesem Fall darf man in NRW unter anderem auch die Fernverkehrs-Züge wie ICE, IC oder EC nutzen. Die Mobilitätsgarantie in NRW gilt auch mit 9-Euro-Ticket, wie ein VRS-Sprecher auf 24RHEIN-Anfrage bestätigte. Der Verkehrsbund aus dem Rheinland ist für das Thema in ganz NRW stellvertretend zuständig.

Alternativ zu Fernzügen kann man mit der Mobilitätsgarantie auch ein Taxi (maximal 60 Euro), einen „taxiähnlichen Fahrdienstleister“ oder ein Sharing-​System (Car-, Bike-, E-​Tretroller-Sharing, On-​Demand-Verkehr) nutzen. Die Züge von Flixtrain sind darin aber nicht enthalten.

Mobilitätsgarantie NRW: Wann greift sie? Welche Kosten werden erstattet?

Diese Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit die Mobilitätsgarantie greift:

► Das gewünschte Nahverkehrsmittel fällt aus bzw. fährt mindestens 20 Minuten später an der Abfahrtshaltestelle ab.

► Der Reisende hat ein für diese Fahrt gültiges Nahverkehrsticket zum Verbund-​​ oder NRW-​​Tarif (kein Fernverkehrsticket).

► Die Verspätung tritt nicht während der Fahrt auf und ist nicht durch Streik, Unwetter, Naturgewalten, Bombenentschärfungen oder Bombendrohungen bedingt.

Folgende Kosten werden mit der Mobilitätsgarantie erstattet:

► Wenn man einen Fernverkehrs-Zug nutzt, werden die Zusatzkosten komplett ohne Begrenzung erstattet

► Wenn man ein Taxi, einen Fahrdienst oder ein Sharing-​​Angebot nutzt: Zwischen 5 und 20 Uhr gibt es eine Kostenerstattung von bis zu 30 Euro. Zwischen 20 und 5 Uhr bekommen Sie sogar eine Kostenerstattung von bis zu 60 Euro.

Quelle: mobil.nrw

9-Euro-Ticket: Fernverkehr-Ausnahme nur in NRW?

Laut Angaben des VRS gilt die Mobilitätsgarantie in ganz Nordrhein-Westfalen, jedoch sei diese „dort exklusiv gültig“. In anderen Bundesländern gilt diese zumindest in der Form nicht. Unter anderem in Baden-Württemberg soll die Mobilitätsgarantie aber ebenfalls eingeführt werden. Nach aktuellem Stand gelten außerhalb von NRW die bundeseinheitlichen „Fahrgastrechte“, laut denen man ab einer bestimmten Verspätung Geld zurückerstattet bekommt.

IDZRW-Montage: Links ein 9-Euro-Ticket und im Hintergrund ein ICE-Zug der an einem Gleis im Kölner Hauptbahnhof steht.
Mit dem 9-Euro-Ticket können in NRW teils auch ICE-Züge genutzt werden. (IDZRW-Montage) © Oliver Berg/dpa & Henning Kaiser/dpa

9-Euro-Ticket: Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick

Fernverkehr mit 9-Euro-Ticket: Ermöglicht die Mobilitätsgarantie in NRW einen Missbrauch?

Doch auch die Mobilitätsgarantie in NRW funktioniert nicht ganz so unkompliziert, wie es zuerst scheinen mag. Denn tatsächlich müssen sich die Reisenden auch im Falle der Verspätung oder des Ausfalls des eigentlichen Nahverkehrs-Zuges zuerst ein Ticket für den anschließend genutzten Fernverkehrs-Zug kaufen, wie der VRS gegenüber 24RHEIN erklärt. Erst im Anschluss soll man dann das Geld zurückerstattet bekommen. Dies gilt auch für das 9-Euro-Ticket.

„Der Kunde weist zum einen nach, dass ihm Kosten entstanden sind und gibt konkret den Zug an, den er nicht in der erforderlichen Qualität (pünktlich!) nutzen konnte“, erklärt der VRS-Sprecher. Dadurch kann unter anderem auch einem Missbrauch des 9-Euro-Tickets vorgebeugt werden. Denn durch diese Form könne man beim zuständigen Verkehrsbetrieb „in der Regel gut nachvollziehen, ob die Angebotsqualität tatsächlich beeinträchtigt war“.

Das 9-Euro-Ticket gilt vom 1. Juni bis zum 31. August 2022. Dann kostet der Nah- und Regionalverkehr für jeden nur 9 Euro pro Monat. Der Fernverkehr darf mit dem 9-Euro-Ticket aber nicht genutzt werden. (os) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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