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Nachfolger für 9-Euro-Ticket: Was bereits klar ist – und was nicht

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Von: Oliver Schmitz

Bund und Länder sind sich einig: Am 1. Januar 2023 soll der Nachfolger des 9-Euro-Ticket kommen. Preis, Finanzierung und Gültigkeit: Alle Infos im Überblick.

Köln – Der Nachfolger zum 9-Euro-Ticket befindet sich so langsam auf der Zielgeraden. Nach der Bundesregierung haben jetzt auch alle Bundesländer offiziell grünes Licht gegeben. Auch eine der größten Fragen – wann das neue Ticket kommt – wurde nun eindeutig geklärt: Am 1. Januar 2023 soll das bundesweite Ticket eingeführt werden. Doch viele weitere bleiben noch offen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Nachfolger des 9-Euro-Tickets im Überblick.

Preis des 9-Euro-Ticket-Nachfolger: Preis – was soll es kosten?

Die Bundesregierung hatte mit dem dritten Entlastungspaket angekündigt, dass der Preis für den Nachfolger des 9-Euro-Tickets zwischen 49 und 69 Euro im Monat liegen soll. Auch nach der Sonder-Verkehrsministerkonferenz am Montag (19. September) wurde sich nicht auf einen konkreten Preis festgelegt. Dieser soll, wie viele andere Details, nun von einer Arbeitsgruppe bis zum 12. Oktober 2022 erarbeitet und anschließend präsentiert werden. Da auf der Pressekonferenz des Verkehrsminister-Treffens erneut der Preis von 49 Euro im Monat genannt wurde, wird man diesen wohl anpeilen. Insofern es die finanziellen Mittel von rund drei Milliarden Euro erlauben.

9-Euro-Ticket: Wo ist der Nachfolger gültig?

Die Erhaltung des bundesweit einheitliche Tarifsystems ist eines der Hauptanliegen des 9-Euro-Ticket-Nachfolger. Genau wie das 9-Euro-Ticket soll das neue Ticket also im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in ganz Deutschland gelten. Somit wird man mit dem Ticket alle lokalen sowie regionalen Busse und Bahnen in der gesamten Bundesrepublik nutzen können. Das gilt somit auch für den Regionalverkehr der Deutschen Bahn. Wohl lediglich davon ausgenommen werden erneut private Anbieter wie Flixtrain.

Die Grünen hatten zuvor auch günstigere Regional-Tickets für 29 Euro im Monat gefordert. Der grüne NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer erklärte dem WDR, dass für ihn so ein „NRW-Ticket“ weiterhin denkbar sei.

Nachfolger 9-Euro-Ticket: Wie soll Ticket finanziert werden?

Verkaufsstart 9-Euro-Ticket
Der Nachfolger zum 9-Euro-Ticket soll erneut digital kaufbar sein. (Symbolbild) © Melissa Erichsen/dpa

Der Bund möchte sich mit 1,5 Milliarden Euro an der Finanzierung des Nachfolger-Tickets beteiligen. Diese Summe sei „nicht verhandelbar“, unterstrich Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Montag (19. September). Dafür fordert der Bund aber mindestens dieselbe Summe von den Ländern. Nach langem Hin und Her haben sich diese nun alle dazu bereit erklärt, ihren Beitrag für den 9-Euro-Ticket-Nachfolger leisten zu wollen. Jedoch ist das wiederum an die Bedingung geknüpft, dass die Bundesregierung die Regionalisierungsmittel für die Länder für 2022 und 2023 um mindestens 1,65 Milliarden erhöht. Diese würden benötigt, um infolge der hohen Energiepreise, der Inflation und der hohen Baukosten den aktuellen Betrieb beizubehalten.

9-Euro-Ticket Nachfolger: Wie lange soll Ticket gelten?

Ganz konkret wurde sich noch nicht zur Laufzeit des 9-Euro-Ticket-Nachfolger geäußert. Jedoch betonte Bundesverkehrsminister Volker Wissing wiederholt, dass die Länder die 1,5 Milliarden für das neue Ticket „dauerhaft“ erhalten würden. Somit kann davon ausgegangen werden, dass das neue bundesweite ÖPNV-Ticket im Gegensatz zum 9-Euro-Ticket nicht zeitlich begrenzt sein wird.

Nachfolger für 9-Euro-Ticket: Was machen die Bundesländer? NRW mit Aktion seit September

Zumindest in NRW gibt es eine Abo-Aktion nach dem 9-Euro-Ticket, die die einheitlichen Tarifsysteme teilweise beibehält. Wer ein ÖPNV-Abo hat, kann im September in ganz NRW kostenfrei den Regional- und Nahverkehr nutzen – allerdings nur am Wochenende. Noch weiter geht derweil Berlin, die von Oktober bis Ende Dezember 2022 einen regionalen 9-Euro-Ticket-Nachfolger einführen. Dieser wirde 29 Euro im Monat kosten und nur in der Bundeshauptstadt gelten. (os) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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