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Großes Chaos droht: Was man beim 9-Euro-Ticket über Fronleichnam beachten muss

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Von: Benjamin Stroka

Durch das 9-Euro-Ticket droht rund um den Feiertag Fronleichnam Chaos an den Bahnhöfen. Um das zu verhindern, sollen Fahrgäste einiges beachten.

Köln – Erst Pfingsten und jetzt Fronleichnam: Die langen Feiertagswochenenden in NRW im Juni sorgen nicht nur für volle Autobahnen, sondern auch für volle Züge. Durch das 9-Euro-Ticket ist für viele Menschen die Reise mit Bus und Bahn so günstig und attraktiv, wie nie. Die Verkehrsverbünde im Land sprechen sogar von einem regelrechten „9-Euro-Ticket-Boom in Nordrhein-Westfalen“. Der Nachteil: Die hohe Zahl an Reisegästen bringt Bahnhöfe, Züge und Personal an die Grenzen.

9-Euro-Ticket an Fronleichnam: „Überlastete Bahnhöfe werden wir nicht verhindern können“

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und der Nahverkehr Rheinland (NVR) bereiten sich auf Hochtouren auf das bevorstehende lange Wochenende um Fronleichnam (16. Juni) vor. Klar ist aber auch: „Kurzfristig überlastete Bahnhöfe wie zu Pfingsten werden wir aller Voraussicht nach nicht verhindern können“, sagt Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer des NVR. Zusätzlich bereiten viele Bahn-Baustellen in NRW Probleme.

Besondere Sorgen bereiten die Strecken zwischen Rheinland und Ruhrgebiet. Dort wird es „wahrscheinlich wieder voll werden“, sagt VRR-Vorstandssprecher Ronald Lünser. Um ein größeres Chaos an den Bahnhöfen und in den Zügen zu verhindern, appellieren die Verkehrsverbünde schon im Vorfeld an die Fahrgäste.

9-Euro-Ticket: Was man an Fronleichnam beachten sollte

Vor allem bei Städtetouren im Rheinland und Ruhrgebiet sollen Reisende häufiger auch die S-Bahnen nutzen. „Dort haben wir noch deutlich mehr freie Kapazitäten als in den Regionalzügen und im RRX“, betont Lünser. Ein weiterer wichtiger Punkt: Fahrgäste sollen auf die Mitnahme der eigenen Fahrräder verzichten. Diese würden das Platzproblem in den sowieso schon vollen Zügen gerade am Fronleichnamswochenende nochmal erheblich vergrößern. Stattdessen sollen Reisende die Leihfahrräder vor Ort nutzen.

Ein großes Problem an Pfingsten soll sich zudem nicht wiederholen. Dort hatten viele Bahnen teils deutlich Verspätung, weil die Züge aufgrund von Überfüllung in den Türbereichen nicht abfahren konnten. VRR, NWL und NVR bitten die Fahrgäste daher „an vollen Bahnsteigen die gesamte Länge eines Zuges für den Einstieg zu nutzen und nicht im Bereich der Türen stehenzubleiben“.

9-Euro-Ticket: Mehr Personal an Bahnhöfen für Fronleichnam

Neben dem Appell an die Fahrgäste handeln die Verkehrsverbünde aber auch selbst. Vor allem das Personal an den stark genutzten Bahnhöfen soll für das Fronleichnamswochenende deutlich hochgefahren werden. „Über Fronleichnam bringen wir und die Verkehrsunternehmen alles, was möglich ist, auf die Schiene und die Bahnsteige“, betont Heiko Sedlaczek.

9-Euro-Ticket in NRW: Die beliebtesten Reiseziele

Das 9-Euro-Ticket wird in NRW laut den Verkehrsverbünden vor allem für Wochenendausflüge genutzt. Besonders beliebte Ziele seien demnach Städtetrips nach Düsseldorf und Köln sowie ins Ruhrgebiet, aber auch Reisen in die Eifel, ins Sauerland oder ins Münsterland. Voll wurde es bislang außerdem an den für Reisen außerhalb von NRW wichtigen Umsteigebahnhöfe wie Münster und Hamm. „Dort war die Auslastung an Pfingsten um ein Vielfaches höher als an normalen Wochenendtagen“, erklären die Verkehrsverbünde.

So sollen an den Hauptbahnhöfen in Bonn, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Dortmund und Hagen zusätzliche sogenannte Reisendenlenker eingesetzt werden. Diese sollen den Fahrgästen beim Ein- und Umstieg helfen. „Damit wollen wir vor allem Fahrgäste, die bisher wenig Berührungspunkte mit dem öffentlichen Personennahverkehr hatten, beim schnellen Ein- und Ausstieg unterstützen“, erläutert Stephan Boleslawsky, Leiter Regionalbereich West der DB Station&Service.

9-Euro-Ticket: Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick

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