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Autobahnen bei Köln: Verkehrskollaps droht – „Massive Staus“ nach Ferien möglich

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Von: Benjamin Stroka

Autos stauen sich auf der A3 Richtung Süden bei Köln.
Solche Bilder auf der A3 drohen laut dem ADAC nach den Ferien häufiger (Archivbild). © Henning Kaiser/dpa

Der ADAC warnt wegen Sperrungen durch Hochwasserschäden und mehr Berufsverkehr vor einem Verkehrschaos auf den Autobahnen rund um Köln nach den Sommerferien.

Köln – Den sowieso schon stark befahrenen Autobahnen rund um Köln droht laut dem ADAC nach den Ferien ein echter Verkehrskollaps. Die Kombination aus Hochwasserschäden und dadurch weiterhin gesperrten Autobahnen sowie der zunehmende Berufsverkehr nach den Sommerferien könnten demnach zu chaotischen Situationen führen. Das gelte vor allem für den Kölner Autobahnring.

Vollsperrungen auf A1 und A61: Autobahnen um Köln könnten „zum Erliegen kommen“

Dadurch werde das „gesamte Autobahnnetz rund um Köln zum Nadelöhr. Besonders der Kölner Süden und Teile von Bonn sind stark betroffen. Wenn der Verkehr nach den Ferien weiter zunimmt, kann das System bis in die Städte hinein zum Erliegen kommen“, befürchtet Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold. Besonders problematisch seien weiterhin die Sperrungen auf der A1 und der A61. Beide Autobahnen sind wegen schwerer Flutschäden zum Teil vollgesperrt.

A3, A4, A555 und A565: Ausweichrouten überlastet

Auf der A1 etwa hatten Fluten eine Brücke zusammenstürzen lassen. Die Autobahn ist weiterhin zwischen dem Autobahndreieck Erfttal und der Anschlussstelle Hürth gesperrt. Die A61 ist zwischen den Autobahnkreuzen Meckenheim und Kerpen nicht befahrbar. Ausweichrouten gibt es über die A3, A4, A555 und A565, aber diese sind schon jetzt häufig überlastet und das trotz weniger Berufsverkehr durch die Sommerferien.

Staugefahr auf Autobahnen um Köln: Homeoffice als Alternative

Sorge bereitet außerdem, dass der September 2020 mit rund 20.500 Meldungen laut dem ADAC Nordrhein der staureichste Monat des ganzen Jahres in NRW war. „Autofahrer müssen sich demnach auf massive Staus und Behinderungen nach den Ferien einstellen“, warnt der ADAC. Eine Übergangslösung könnte laut Suthold wieder verstärktes Arbeiten im Homeoffice bieten. „Schon ein bis zwei Tage Homeoffice statt Büro senken den persönlichen Berufsverkehr um 20 bis 40 Prozent“, erklärt der Experte.

Der Trend zeige aber in die entgegengesetzte Richtung. „Viele Arbeitnehmer kommen wieder öfter ins Büro, auch weil man sich im Kollegenkreis Monate lang nur virtuell gesehen hat. Das ist einerseits verständlich, führt aber in Kombination mit gesperrten Autobahnen, Straßen und Bahnstrecken zu noch größeren Verkehrsproblemen als sonst“, so Suthold.

Letztes Ferienwochenende dürfte für viele Staus in NRW sorgen

Die stärkere Nutzung von Bus und Bahn könne laut dem ADAC eine weitere Alternative sein, um die Autobahnen rund um Köln zu entlasten. Laut Nahverkehr Rheinland und den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) fahren momentan nur etwa halb so viele Menschen mit dem ÖPNV wie vor der Corona-Pandemie. Ein Umdenken fordert in diesem Zusammenhang auch Suthold: „Wir brauchen wieder einen starken ÖPNV als echte Alternative zum Auto. Entscheidende Faktoren sind eine dichte Taktung, Pünktlichkeit, Sauberkeit, ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und viel flexiblere Tarife.“

Wer am kommenden Wochenende (13. bis 15. August) in NRW mit dem Auto unterwegs ist, muss sich übrigens auch auf viele Staus und Wartezeiten auf den Autobahnen einstellen. Das letzte Ferienwochenende steht bevor und laut dem ADAC seien besonders der Samstagnachmittag und -abend sowie der Sonntag klassische Rückreisezeiten. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage.

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