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A45: Marode Brücke Rahmede – neues Hindernis erschwert geplanten Neubau

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Die marode und gesperrte Talbrücke Rahmede der A45.
Die gesperrte A45-Brücke Rahmede liegt in einem Tal bei Lüdenscheid. © flight-pictures/Imago

Beim Neubau der maroden Talbrücke Rahmede an der A45 sorgt jetzt der Wind im Tal für Probleme. Dafür lässt die Autobahn GmbH jetzt ein Windgutachten erstellen.

Lüdenscheid – Für den Neubau der gesperrten Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid bereitet die Autobahn Westfalen ein Windgutachten vor. Mithilfe der Ruhruni Bochum soll geklärt werden, welchen Einfluss der Wind auf die Bauarbeiten hat, nachdem die alte Brücke gesprengt wurde, teilte die Autobahn GmbH des Bundes mit.

A45-Brücke Rahmede: Welchen Einfluss hat der Wind auf den Neubau?

„Dadurch, dass wir sprengen können und die neue Brücke nun nicht mehr in Seitenlage neben der alten gebaut wird, müssen wir für den Neubau den Einfluss des Windes während der Bauphase neu berechnen“, erklärte Projektleiter Michael Neumann. Ursprünglich war geplant, den Neubau neben der alten maroden Brücke zu errichten und später an den neuen Platz zu schieben. Dieses Verfahren wurde beispielsweise auch schon bei der Talbrücke Rinsdorf an der A45 genutzt. Bei der Brücke Rahmede ist das aber durch die Vollsperrung des Verkehrs nicht möglich. Daher spielt der Wind im Brückenbereich jetzt eine größere Rolle.

„Wenn wir einen Brückenüberbau Stück für Stück über das Tal zum nächsten Pfeiler schieben, ist dieses Bauteil enormen Lasten durch Wind ausgesetzt“, sagte Neumann. Diese Kräfte müssen nun neu berechnet werden. Denkbar sei aber auch ein positives Ergebnis, weil ein bestehendes Bauwerk auch Wirbel erzeugen könne.

A45-Talbrücke Rahmede: Brückenmodell kommt in Windkanal

A45: Brücken-Chaos bei Lüdenscheid

Die A45 bei Lüdenscheid ist seit Anfang Dezember 2021 in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Bei Kontrollarbeiten waren marode Brückenteile entdeckt worden. Der ursprünglich später geplante Neubau soll zeitlich vorgezogen werden.

Der Verkehr auf der bundesweit wichtigen Nordsüd-Verbindung aus dem östlichen Ruhrgebiet in Richtung Frankfurt wird weiträumig umgeleitet. Die Umleitungsstrecken rund um Lüdenscheid sind überlastet. Anwohner und die regionale Wirtschaft in Südwestfalen leiden unter der Streckensperrung. Derzeit wird die Sprengung der alten Brücke vorbereitet.

Ein Holzmodell der Autobahnbrücke.
Die Autobahn GmbH schickt für das Gutachten ein Holzmodell der Brücke in einen Windkanal. © Autobahn Westfalen

Das Rahmedetal ist sehr windanfällig. Durch den Verlauf des Tals von West nach Ost liegt es in einer der Hauptwindrichtungen. Für den Neubau der Brücke soll daher nun ein Windgutachten erstellt werden. Dazu werde ein Holzmodell der Brücke gebaut und in einen Windkanal gestellt. „So können wir sehen, wie genau der Wind angreift und das bei der Bauplanung entsprechend berücksichtigen“, erklärt Neumann. (bs/dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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