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A45: Talbrücke Rahmede soll „so schnell wie möglich gesprengt“ werden

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Blick auf die Rahmede-Talbrücke bei Lüdenscheid
Die Rahmede-Talbrücke bei Lüdenscheid ist aktuell für den Verkehr gesperrt und muss abgerissen werden. © Kay-Helge Hercher/dpa

Die marode A45-Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid soll noch in diesem Jahr gesprengt werden. Bundesverkehrsminister Volker Wissing verspricht Tempo bei dem Projekt.

Berlin/Lüdenscheid – Die marode Autobahnbrücke Rahmede an der A45 bei Lüdenscheid soll in diesem Jahr „so schnell wie möglich“ gesprengt werden. Das kündigte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Donnerstag an. Er werde alles dafür tun, dass der Neubau der Talbrücke „maximal beschleunigt“ erfolge. Es sei ihm ein „Herzensanliegen“, dass es bei dem wichtigen Infrastrukturprojekt „so schnell wie menschenmöglich“ zugehe.

Ein konkretes Zeitziel für einen sechsspurigen Neubau nannte Wissing nicht. Er sagte den betroffenen Anwohnern, Unternehmen, Wirtschafts- und Umweltverbänden zu, dass ihre Belange berücksichtigt würden.

A45: Talbrücke Rahmede – was passiert mit den Anwohnern unter der Brücke?

Erstmals bei einem solchen Großvorhaben wird dem Minister zufolge ein Bürgerbeauftragter eingesetzt, der Teil des Steuerungsteams ist, die Sicht der betroffenen Region einbringen und für eine reibungslose Kommunikation unter den verschiedenen Ebenen sorgen soll. Die Aufgabe übernimmt Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (SPD). Es gehe darum, auch „Brücken zu bauen auf der Ebene, dass man miteinander ins Gespräch kommt“, betonte der Bürgermeister. Die unterschiedlichen Ideen, Vorstellungen, Interessen und Herangehensweisen sollten gebündelt werden.

Der neue Beauftragte soll in alle Planungs- und Entscheidungsschritte einbezogen werden und erhält personelle Unterstützung, wie Wissing schilderte. Bewähre sich diese neue Funktion, könne sie bei weiteren Großprojekten zum „mustergültigen Verfahren“ werden. Mit Blick auf die Bürger, deren Wohnungen unterhalb der Talbrücke liegen, versprach der FDP-Politiker: „Wir werden uns um ihre Belange kümmern“. Mit jedem Einzelnen werde gesprochen. Er wolle, dass den betroffenen Bürgern „Gerechtigkeit widerfährt“. Ein Hausbesitzer, der seit 2010 unter der Brücke Rahmede wohnt, hat bereits berichtet, dass ihm ein Angebot unterbreitet wurde, um ihm sein Haus abzukaufen.

A45: Talbrücke Rahmede – es soll unbürokratisch und schnell laufen

Seit 2. Dezember ist die A45-Brücke im Sauerland voll gesperrt – und damit zugleich eine zentrale Verkehrsroute von Dortmund nach Hessen und nach Bayern unterbrochen. Anwohner vor allem in Lüdenscheid sowie Unternehmen in der bundesweit bedeutenden Wirtschaftsregion Südwestfalen sind stark getroffen. Der Bund hatte bereits früh angekündigt, bei dem Großprojekt an der Sauerlandlinie Tempo zu machen.

Sorgenkind A45: Alle 60 Talbrücken marode

Auch wenn die Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid durch die Vollsperrung der A45 derzeit die größten Probleme bereitet, ist schon jetzt klar, dass die Sauerlandlinie in den nächsten Jahren zur Dauerbaustelle wird. Alle 60 Talbrücken an der A45 sind marode und müssen ersetzt werden, wie vor einigen Wochen bekannt wurde.

Dafür werde er auch ausreichend personelle Ressourcen bereitstellen, sagte der Verkehrsminister in der Online-Pressekonferenz. Es solle möglichst unbürokratisch laufen. Mehrere Prüfungen seien angelaufen – etwa in puncto vereinfachtes Vergaberecht. Sofern Gesetzesänderungen hilfreich und machbar seien, kämen auch diese infrage. Wissing ergänzte: „Wir versuchen, ein Planfeststellungsverfahren zu vermeiden.“ Es sei aber noch nicht klar, ob das rechtlich funktioniere.

A45: Sprengung der Talbrücke Rahmede eine große Herausforderung

Für die Sprengung des Bauwerks seien erste Maßnahmen veranlasst, sagte Wissing. Es werde ein Gutachten brauchen, die Sprengung sei „nicht trivial“ und müsse technisch perfekt vorbereitet sein. Laut Autobahn GmbH hätte ein Abtragen der rund 70 Meter hohen Brücke mithilfe eines Gerüsts viel länger gedauert.

Westfalen-Niederlassungsleiterin Elfriede Sauerwein-Braksiek erläuterte, Häuser und Gewerbebetriebe in unmittelbarer Nähe müssten während der Sprengung geschützt werden. Im Vorfeld würden Gebäude in einem Radius von rund 300 Metern rund um die Brücke begutachtet. Die extreme Hanglage sei eine weitere Herausforderung für die Sprengexperten. Schon vor knapp zwei Wochen hatte sie zudem berichtet, mit Anwohnern würden Grunderwerbsverhandlungen geführt, die Gespräche über Kauf oder zeitweise Nutzung verliefen gut.

Wissing kündigte an, demnächst zu einem „Brückengipfel“ einzuladen. Der Rahmede-Fall werde voraussichtlich Rückschlüsse für das Vorgehen bei weiteren sanierungsbedürftigen Brücken in Deutschland ermöglichen. (bs/dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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