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A45-Talbrücke Rahmede: Vor Neubau wird nach Fliegerbomben gesucht

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Von: Benjamin Stroka

Die A45-Brücke Rahmede und ein Fahrzeug bei der Kampfmittelsondierung (Montage).
Bevor der Neubau der A45-Brücke Rahmede begonnen werden kann, muss der Untergrund nach möglichen Fliegerbomben durchsucht werden (Montage). © Hans Blossey/Imago & Anke Bruch/Autobahn Westfalen

An der gesperrten A45-Brücke Rahmede wird in dieser Woche nach Fliegerbomben gesucht. Erst danach kann mit dem Neubau der Brücke begonnen werden.

Lüdenscheid – Die gesperrte Talbrücke Rahmede an der A45 sorgt seit Monaten für ein Verkehrs-Chaos in der Region um Lüdenscheid. Wegen der Vollsperrung der Autobahn sind vor allem viele Ausweichstrecken völlig überlastet. Hoffnung für Autofahrer und Anwohner ist ein möglichst schneller Neubau der Talbrücke an der Sauerlandlinie in NRW. Dafür wird in dieser Woche der nächste Schritt gegangen. Als Vorbereitung für den geplanten Neubau wird im Bereich der Brücke nach Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht.

Talbrücke Rahmede: Kampfmittelsondierung an der A45

Bei der geplanten Kampfmittelsondierung handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme und Standardvorgehen, teilt die zuständige Autobahn Westfalen mit. „Um eine Brücke zu bauen, muss man tief unten in der Erde beginnen. Die sogenannte Gründung gibt dem Bauwerk die notwendige Standsicherheit. Bevor jedoch ein Bagger oder auch nur das Bohrgerät für die Baugrunduntersuchungen zum Einsatz kommen, muss gesichert sein, dass man im Untergrund auf nichts Unerwartetes stößt“, heißt es weiter.

Bei der Luftbildauswertung der Bezirksregierung Arnsberg wurde bereits am nördlichen Ende der für den Brückenneubau betroffenen Fläche ein sogenannter „Stellungsbereich“ entdeckt. Das heißt: „Hier waren möglicherweise Kampfmittel im Einsatz oder die Stellung ist angegriffen worden“, teilt eine Sprecherin der Autobahn Westfalen mit. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sich möglicherweise Bomben, Granaten oder Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden befinden. Ob das wirklich so ist, soll sich in den nächsten Tagen klären. Sollte ein Blindgänger gefunden werden, wäre eine Bombenentschärfung nötig, bevor gebaut werden kann.

A45-Brücke Rahmede: Suche nach Fliegerbomben vor Neubau

Kampfmittelsondierung an der A45: Wie läuft das ab?

Laut Angaben der Autobahn Westfalen läuft die Suche nach Fliegerbomben und Kampfmitteln im Boden ähnlich ab, wie eine Baugrunduntersuchung. Allerdings ist bei der Kampfmittelsondierung besondere Vorsicht geboten. Zudem nutzen die Fachleute spezielles Gerät, um den Boden zu untersuchen. So wird mit elektromagnetischen Wellen nach Eisen im Boden gesucht, um mögliche Verdachtspunkte ausfindig zu machen. „Muss man weiter in der Tiefe suchen, wird vorsichtig gebohrt und dann gemessen“, erklärt die Autobahn Westfalen.

Wer sich jetzt fragt, warum eine weitere Kampfmittelsondierung nötig ist, obwohl bereits die alte Talbrücke Rahmede nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde und man dabei doch mögliche Kampfmittel hätte finden müssen, für den gibt es ebenfalls eine Erklärung: Die Pfeiler des Neubaus werden nicht an der gleichen Stelle stehen, wie die, der ersten Talbrücke. „Wir müssen also noch einmal genau hinschauen und dort, wo wir in die Tiefe gehen wollen, ganz besonders gut sondieren“, sagt Projektleiter Michael Neumann.

Die Talbrücke Rahmede an der A45 wurde im Dezember 2021 wegen Schäden am Tragwerk komplett für den Verkehr gesperrt. Weil die Sperrung vor allem wirtschaftlich und für die Anwohner der Region zu massiven Problemen führt, soll der Ersatzneubau möglichst schnell vonstattengehen. Dafür wurde entschieden, die alte Brücke noch in diesem Jahr zu sprengen. Aber auch der Naturschutz darf nicht zu kurz kommen. Vor der Sprengung müssen beispielsweise Fledermäuse umgesiedelt werden. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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