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A45-Talbrücke Rahmede: Sprengung noch 2022? Vorarbeiten laufen

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Von: Mick Oberbusch

Talbrücke Rahmede und Bagger (Montage).
Die Arbeiten für die Sprengung der Talbrücke Rahmede an der A45 laufen auf Hochtouren (Montage). © dpa/Dieter Menne & dpa/Cornelius Popovici

Die Vorarbeiten zur Sprengung der Talbrücke Rahmede an der A45 laufen auf Hochtouren. Laut Autobahn GmbH könnte sie noch vor Jahresende 2022 erfolgen.

Köln – Gut vier Monate nach Vollsperrung der Autobahnbrücke Rahmede an der wichtigen A45 laufen die Vorbereitungen für Sprengung und Neubau auf Hochtouren. Unter anderem seien zum „Leichtern“ des Bauwerks bei Lüdenscheid Beton-Gleitwände mit dem Gewicht von 150 Elefanten von der Brücke gezogen worden, schilderte die Westfalen-Niederlassung der Autobahn GmbH. Seit Anfang Dezember ist die Talbrücke im Sauerland in „labilem Zustand“ und voll gesperrt - und damit zugleich eine deutschlandweit zentrale Nord-Süd-Achse unterbrochen.

A45: Sprengung der Talbrücke Rahmede – Anwohner in Lüdenscheid stark getroffen

Viele Anwohner vor allem in Lüdenscheid und die bedeutenden Wirtschaftsregion Südwestfalen sind stark getroffen. Hier gebe es noch kaum Verbesserungen, sagte der Lüdenscheider Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. Er war von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) als Bürgerbeauftragter für das mehrere Jahre dauernde Großprojekt eingesetzt worden. Als Teil des Steuerungsteams soll der SPD-Politiker die Sicht der betroffenen Region einbringen und für reibungslose Kommunikation unter den vielen Ebenen sorgen.

A45: Brücken-Chaos bei Lüdenscheid

Die A45 bei Lüdenscheid ist seit Anfang Dezember 2021 in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Bei Kontrollarbeiten waren marode Brückenteile entdeckt worden. Der ursprünglich später geplante Neubau soll zeitlich vorgezogen werden.

Der Verkehr auf der bundesweit wichtigen Nordsüd-Verbindung aus dem östlichen Ruhrgebiet in Richtung Frankfurt wird weiträumig umgeleitet. Die Umleitungsstrecken rund um Lüdenscheid sind überlastet. Anwohner und die regionale Wirtschaft in Südwestfalen leiden unter der Streckensperrung. Derzeit wird die Sprengung der alten Brücke vorbereitet.

Laut Autobahn GmbH haben zahlreiche Arbeiten begonnen oder werden derzeit umgesetzt. Mit unmittelbar betroffenen Anliegern und Eigentümern habe man früh Kontakt aufgenommen. Ab Jahresbeginn wurden für die benötigten Flächen Gutachten zu deren Bewertung erstellt, berichtete eine Sprecherin. Es seien Verträge zum Kauf oder zu einer „vorübergehenden Inanspruchnahme“ der Grundstücke in Vorbereitung. Zum baulichen Fortschritt sagte sie auf Anfrage, Flächen unter der Brücke seien freigeschlagen worden, Baumstämme auch mit einer mobilen Seilbahn abtransportiert worden. Die Untersuchung des Baugrunds im Hang werde ohne Verzögerungen über die Bühne gehen.

A45 Talbrücke Rahmede: Sprengung noch in diesem Jahr? Bürgermeister für 2022 optimistisch

Der Lüdenscheider Bürgermeister sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Belastung für Anwohner an den Umleitungsstrecken – Lärm, Abgase, Stau und Umwege – habe bislang kaum abgenommen. „Die Verringerung des Verkehrs, insbesondere des Schwerlastverkehrs in der Stadt und auf der Hauptumleitungsstrecke, zählt nach wie vor zu den größten Herausforderungen in diesem insgesamt extrem komplexen Konstrukt.“ In den kommenden Tagen wird das Gebiet zudem noch nach Fliegerbomben durchsucht.

Wissing hatte für den geplanten sechsspurigen Neubau «maximale Beschleunigung» zugesagt - und eine Sprengung noch in diesem Jahr. Die anhaltende Sperrung der Brücke werde bei einer üblichen Neubauzeit von zehn Jahren Gesamtschäden von 3,5 Milliarden Euro verursachen, hatte jüngst eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft prognostiziert. Die Autobahn GmbH plant bisher allerdings mit fünf Jahren. Wagemeyer betonte, er halte das - ebenso wie eine Sprengung noch 2022 - für „absolut“ realistisch. (dpa/mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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