1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Verkehr

Abellio: Bahn-Aus kostet rund 167 Millionen Euro – allein bis Ende 2023

Erstellt:

Ein Zug von Abellio steht in einem Bahnhof.
Das Abellio-Aus kostet rund 167 Millionen Euro (Symbolbild) © Rene Traut/dpa

In knapp drei Wochen steigt Abellio aus dem Bahnverkehr in NRW aus. Durch das kurzfristige Ausscheiden wird es teuer. Das vorzeitige Aus kostet rund 167 Millionen Euro.

Düsseldorf – Das vorzeitige Aus des Bahnunternehmens Abellio in Nordrhein-Westfalen verursacht allein bis Ende nächsten Jahres Mehrkosten von rund 167 Millionen Euro – 92,5 Millionen Euro 2022 und 74,5 Millionen 2023. Das ergibt sich aus einer Vorlage des NRW-Verkehrsministeriums für eine Landtagsausschusssitzung am Mittwoch.

Abellio: Bahn-Aus kostet rund 167 Millionen Euro – allein bis Ende 2023

Die Abellio Rail GmbH – die NRW-Tochter des Konzerns – steckt in einem Schutzschirmverfahren, einer Form der Insolvenz. Die drei NRW-Verkehrsverbünde Rhein-Ruhr (VRR), Nahverkehr Rheinland (NVR) und Westfalen-Lippe (NWL) hatten die Abellio-Verkehrsverträge, die knapp ein Fünftel (18 Prozent) des NRW-Schienenpersonennahverkehrs ausmachen, im vergangenen Jahr gekündigt.

DB Regio, das Dürener Verkehrsunternehmen Vias und National Express springen auf den Abellio-Linien für die nächsten zwei Jahre ein und benötigen zusätzliches Geld – etwa für das kurzfristige Einstellen von Personal.

Abellio-Aus: So geht es nach dem Aus des Bahnunternehmens weiter

Mit den Mehrausgaben sollen in der Zeit des Übergangs zudem Ersatzverkehre per Bus finanziert werden. Dafür wurde bereits ein Übergangsfahrplan präsentiert, der ab dem 17. Januar gilt. Außerdem sind Treue- und Wechselprämien in Höhe von zwei zusätzlichen Monatsgehältern inbegriffen, mit denen die gut 1000 Abellio-Mitarbeiter beim Betriebsübergang zu den Nachfolgeunternehmen an Bord gehalten werden sollen.

Zum Fahrplanwechsel Ende 2023 werden die fünf Abellio-Netze wieder langfristig neu ausgeschrieben. Mit Ergebnissen sei im Herbst dieses Jahres zu rechnen, heißt es in der Vorlage. Insgesamt hatte die NRW-Landesregierung zugesichert, bis zu 380 Millionen Euro zusätzlich für die Weiterführung der bisherigen Abellio-Linien bereitzustellen.

Abellio: Das sind die Bahnstrecken in NRW

Die Abellio Rail GmbH betreibt bisher in NRW wichtige Linien – darunter den RE1 von Aachen über Köln nach Hamm und den RE11 von Düsseldorf nach Kassel-Wilhelmshöhe. Auch die S-Bahn Rhein-Ruhr und den grenzüberschreitenden RE19, der von Düsseldorf über Wesel nach Arnheim in den Niederlanden und Bocholt fährt, wurde von Abellio betrieben. Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte sich bereits besorgt gezeigt, dass es beim Übergang auf Nachfolgeunternehmen gehäuft Behinderungen und Zugausfälle geben könnte. (jw mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant