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Bahnbetreiber Abellio in Schwierigkeiten – Zugverkehr geht trotzdem weiter

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Ein Zug des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) des privaten Bahnbetreibers Abellio am Bahnhof in Düsseldorf.
Das Bahnunternehmen Abellio muss saniert werden (Symbolbild). © Marius Becker/dpa

Das Bahnunternehmen Abellio springt unter einen gerichtlichen Schutzschirm. Trotz der Sanierung geht der Zugverkehr uneingeschränkt weiter.

Düsseldorf/Berlin – Das Bahnunternehmen Abellio Deutschland muss saniert werden. Die vor allem in Ostdeutschland, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg tätige Firma teilte am Mittwochabend mit, dass sie ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beantragt habe. Das ist ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Insolvenzrechts, bei dem das Management an Bord bleibt und durch gerichtlich bestellte Juristen unterstützt wird. Die Löhne und Gehälter zahlt drei Monate lang die Bundesagentur für Arbeit, danach soll die Firma dies wieder übernehmen.

Abellio in NRW

In NRW übernimmt die Abellio Rail NRW unter anderem den gesamten Betrieb der Regional-Express-Linie RE1 RRX (NRW-Express), den zuvor DB Regio betrieben hatte. Insgesamt 30 Haltestellen bedient der RE1 RRX auf seinem 218 Kilometer langen Weg von Hamm über Köln und Düsseldorf nach Aachen.

Sanierung bei Abellio: Bahnbetrieb geht trotzdem weiter

„Der Schritt unter den Schutzschirm ist nach über anderthalb Jahren intensiver Verhandlungen mit den regionalen Aufgabenträgern die beste Option, den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern“, sagte Abellio-Deutschland-Chef Michiel Noy. Der Bahnbetrieb gehe unvermindert weiter. „Wir sind weiterhin für unsere Kunden da.“

Die Abellio GmbH ist schon seit langem unter Druck und verbucht Verluste. Das Unternehmen begründet die angespannte finanzielle Situation mit „massiven Kostenentwicklungen, die nicht ausreichend von den einzelnen Verkehrsverträgen gedeckt sind“. Dabei verweist die Firma unter anderem auf höhere Personalkosten und Baustellen-Folgekosten – damit gemeint sind Schienenersatzverkehre und Strafzahlungen wegen Zugausfällen oder nicht erreichter Pünktlichkeitsvorgaben. Solche Mehrkosten seien nicht vorhersehbar gewesen, als Abellio die Verkehrsverträge unterschrieben habe, argumentiert das Unternehmen.

In den Verhandlungen mit den regionalen Aufgabenträgern – also den Verkehrsverbünden – versuchte Abellio, die Lage für sich zu verbessern und forderte von mehreren Bundesländern Nachzahlungen für den weiteren Betrieb. Doch die Verhandlungen führten für die Firma nicht zum gewünschten Ergebnis, daher entschied sie sich zum Gang vor das Amtsgericht.

In NRW aktiv: Bahnunternehmen Abellio wird saniert

Abellio hat nach eigenen Angaben rund 3.100 Beschäftigte in Deutschland, seine 52 Zuglinien fahren vor allem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg. Pro Jahr kommen die Züge auf 53,2 Millionen Kilometer. Es gehört zur niederländischen Eisenbahn (Nederlandse Spoorwegen).

In der Mitteilung heißt es, die übergeordnete Abellio-Holding, die wiederum dem niederländischen Bahnkonzern Nederlandse Spoorwegen gehört, habe die Verluste vergangener Jahre zwar ausgeglichen. „Eine dauerhafte Kompensation der Defizite in den langjährig laufenden Verkehrsverträgen durch den Abellio-Mutterkonzern ist jedoch nicht tragbar.“ Nederlandse Spoorwegen unterstütze daher „die Bestrebungen, langfristig wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die einzelnen Netze zu vereinbaren“.

Wie es für Abellio weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Deutsche Bahn startet aktuell erstmals mit XXL-ICE in die Sommersaison und weitet sein Streckenangebot aus. (jaw/dpa)

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