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Abellio will Zugstrecken in NRW aufgeben – in zwei Jahren könnte Schluss sein

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Ein Mann läuft an einem Zug des Bahnbetreibers Abellio vorbei.
Der Bahnbetreiber Abellio sucht noch immer nach einer Lösung für die Verbindungen in NRW (Symbolbild). © Marius Becker/dpa

Bahnbetreiber Abellio will sich zukünftig von mehrere Zugstrecken in NRW zurückziehen. Wohl wegen zu hoher Verluste. Eine Neuausschreibung wäre die Folge.

Berlin/Essen – Der private Bahnbetreiber Abellio ist schon seit geraumer Zeit in finanzieller Notlage. Nun möchte sich das Unternehmen von mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen zurückziehen. Dafür hat das Unternehmen den Verkehrsverbünden ein Angebot für einen zeitlich gestreckten Ausstieg vorgelegt.

Abellio hat nach Informationen der Funke-Mediengruppe den Verkehrsverbünden in NRW vorgeschlagen, die Linien nur noch zwei Jahre zu betreiben. Über ein entsprechendes Angebot soll am Freitag (5. November) beraten werden. Damit sei eine „geordnete Neuausschreibung“ der Verträge möglich, sagte der gerichtlich bestellte Sachwalter Rainer Eckert.

Bahnbetreiber Abellio beschäftigt rund 3100 Mitarbeiter

Abellio hat nach eigenen Angaben rund 3100 Beschäftigte in Deutschland, seine 52 Zuglinien fahren vor allem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg. In NRW betreibt Abellio mehrere Regionalexpress-Linien, Regionalbahnen und S-Bahn-Verbindungen.

Abellio will NRW-Strecken aufgeben: Bahnbetreiber bereit Entschädigung zu zahlen

Ein Abellio-Sprecher bestätigte, dass das Unternehmen ein Angebot vorgelegt habe und bereit sei, „im Falle einer Einigung einen dreistelligen Millionenbetrag zur langfristigen Sicherung der Verkehre zur Verfügung zu stellen“. Es gehe darum, den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen fortzuführen und die Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Weitere Details zu dem Angebot und zum möglichen Rückzug bei bestimmten Linien nannte der Sprecher nicht.

Die Entscheidung liege nun bei den Verkehrsverbünden Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), erklärte er. Laut dem Medienbericht sieht das Angebot vor, dass der Gesellschafter – die niederländische Staatsbahn – einen „unteren dreistelligen Millionenbetrag“ als Kompensation für anfallende Verluste zur Verfügung stellt.

Abellio klagt über hohe Kosten – andere NRW-Strecken nicht betroffen

Wie andere Konkurrenten der Deutschen Bahn klagt das Unternehmen über hohe Kosten, die beim Abschluss der langjährigen Verträge mit den Verkehrsverbünden nicht abzusehen gewesen seien. Wegen finanzieller Schwierigkeiten ging Abellio im Juni in ein sogenanntes Schutzschirmverfahren, eine Sanierung im Rahmen des Insolvenzrechts.

Andere Bahnstrecken in NRW will Abellio nicht vorzeitig aufgeben. „Die drei anderen Verkehrsverträge (Ruhr-Sieg-Netz, Niederrhein-Netz und S7) sind für die jeweilige Restlaufzeit abgesichert, es besteht also langfristige Planungssicherheit und Kontinuität im Fahrgastbetrieb“, sagte Eckert der Funke-Mediengruppe. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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