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„Wir sind keine Schachfiguren“ – Abellio-Mitarbeiter wollen Aus in NRW verhindern

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Mitarbeiter von Abellio stehen hinten während einer Sitzung des Verwaltungsrats des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) zur Entscheidung über die Zukunft der Bahnfirma während des öffentlichen Teils im Sitzungssaal.
Die NRW-Mitarbeiter würden gerne weiter für Abellio arbeiten. © Rolf Vennenbernd/dpa

Mitarbeiter von Abellio haben kurz vor der einer wichtigen VRR-Sitzung gegen eine Strecken-Neuvergabe in NRW protestiert. Eine Petition soll das Aus verhindern.

Essen – Die Zukunft von Abellio in Nordrhein-Westfalen hängt am seidenen Faden. Der Vorstand des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hatte das Angebot des Bahnunternehmens abgelehnt und wollen eine Neuvergabe der Strecken. Vor der finalen Entscheidung beim größten Verkehrsbund in NRW haben Abellio-Beschäftigte für eine Rettung in letzter Minute geworben.

Abellio-Mitarbeiter protestieren gegen Aus in NRW – Petition mit 1800 Unterschriften

„Es geht um 1080 Arbeitsplätze. Wir hoffen, dass der VRR seine Entscheidung überdenkt und die Jobs erhalten bleiben“, sagte Abellio-Betriebsrat Tom Zielonka. Laut diesem brächte eine Notvergabe der Abellio-Linien an andere Zugunternehmen erhebliche Umstellungsprobleme und damit Zugausfälle und Verspätungen mit sich.

Knapp 100 Abellio-Beschäftigte waren zum Sitzungsort in einem Bürogebäude in Essen gekommen. Abellio-Betriebsrätin Bärbel Völker-Schneider übergab dem VRR-Vorstandssprecher Ronald Lünser eine Petition der Belegschaft für die Fortsetzung des Fahrbetriebs, die von knapp 1800 Menschen unterschrieben worden war.

NRW: Abellio-Mitarbeiter wollen „keine Schachfiguren“ sein

Die Mitarbeiter identifizierten sich aber mit ihrem Unternehmen und wollten nicht hin- und hergeschoben werden, sagte Betriebsrat Zielonka. „Noch hat sich hier keiner wegbeworben“, sagte er. „Wir sind keine Schachfiguren“, stand auf einem Transparent.

Abellio: Das sind die Bahnstrecken in NRW

Abellio-Aus in NRW: VRR-Vorstand für Strecken-Neuvergabe

Der Vorstand von Nordrhein-Westfalens größtem Verkehrsbund VRR hatte empfohlen, die Zusammenarbeit mit Abellio zu beenden. Am frühen Nachmittag wollte der Verwaltungsrat des Unternehmens entscheiden, ob er dem Vorstand folgt. Abellio steckt tief in den roten Zahlen, was vor allem an höheren Personalkosten und deutlich gestiegenen Baustellen-Folgekosten liegt, etwa für Schienen-Ersatzverkehr und Verspätungsstrafen.

NRW: Land sichert Abellio-Mitarbeitern die Weiterbeschäftigung zu

Falls das Aus für Abellio kommt, will der VRR die Linien zum 1. Februar an andere Bahnunternehmen vergeben. Dies geschieht über Notvergaben, die wesentlich teurer werden als bisher. Um die in den kommenden Jahren anfallenden Mehrkosten zu decken, will die NRW-Landesregierung rund 380 Millionen Euro bereitstellen. Das Land hatte bereits angekündigt, dass die Abellio-Mitarbeiter auch künftig gebraucht werden und – dann bei anderen Bahnunternehmen – weiter beschäftigt werden können.

Das Abellio-Management hatte für den Fall des Auslaufens der Aufträge darauf hingewiesen, dass „Massenkündigungen und massenhafte Arbeitsniederlegungen in der nächsten Zeit“ nicht auszuschließen seien. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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