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Abellio will NRW-Strecken abgeben – „Keine finale, einstimmige Entscheidung“

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Der RE11 in Richtung Düsseldorf fährt auf Gleisen.
Der Bahnbetreiber plant derzeit noch seinen Rückzug aus NRW (Symbolbild). © Gottfried Czepluch/IMAGO

Der angeschlagene Bahnbetreiber Abellio will in NRW mehrere Zugstrecken abgeben. Zu den Rückzugsplänen wurde noch keine Entscheidung getroffen.

Köln/Düsseldorf – Im Ringen um den Rückzug der in Finanznot geratenen Privatbahn Abellio von defizitären Strecken in NRW haben die zuständigen Schienenverkehrs-Verbände am Freitag keine Entscheidung getroffen. Dies teilten die Verbände auf Anfrage mit.

Abellio will NRW-Strecken aufgeben – Bahnbetreiber in Krise

Abellio hatte ein Angebot für einen schrittweisen Rückzug vorgelegt und seine Bereitschaft erklärt, „im Falle einer Einigung einen dreistelligen Millionenbetrag zur langfristigen Sicherung der Verkehre zur Verfügung zu stellen“.

Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, ist seit Juni wegen finanzieller Probleme in einem Sanierungsverfahren und beklagt hohe Verluste aus den lang laufenden Verträgen auf mehreren Strecken. Das Unternehmen betreibt wichtige Nahverkehrsverbindungen in NRW, darunter die Linien RE1 RRX NRW-Express und RE11 RRX Rhein-Hellweg-Express sowie mehrere S-Bahn-Linien.

Abellio: Bahnbetrieb in NRW bis Januar 2022 sicher

Abellio befindet sich seit Juni in einem Schutzschirmverfahren. Das Bahnunternehmen hat jedoch mit den Aufgabenträgern in NRW einen Fortführungsvertrag geschlossen. Konkret heißt das: Bis zum 31. Januar 2022 kann der Fahrgastbetrieb in NRW fortgesetzt werden.

Abellio plant Rückzug – Verbände treffen keine Entscheidung

Die Verwaltungsräte der Aufgabenträger hätten „keine finale, einstimmige Entscheidung“ treffen können, hieß es auf dpa-Anfrage. „Wir setzen weiterhin auf eine konstruktive Lösung mit Abellio, sind aber der Auffassung, dass der Gesellschafter des Unternehmens seinen Gestaltungsspielraum noch nicht ausgeschöpft hat.“ Man würde sich ein größeres Engagement wünschen, hieß es weiter. Es sollen jetzt weitere Gespräche mit Abellio geführt werden, wie eine Sprecherin der Verbände mitteilte.

Vertragspartner von Abellio sind als sogenannte Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR – Gelsenkirchen), der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR – Köln) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL – Unna). (jaw/dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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