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Acht Jahre Bauzeit – und Stau in Aussicht: Das Autobahnkreuz Kaiserberg wird erneuert

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Von: Jonah Reule

Ein Blick aus der Luft zeigt den Verkehr am Autobahnkruez Kaiserberg
Das Autobahnkreuz Kaiserberg in Duisburg wird in den nächsten Jahren ausgebaut. © Hans Blossey/Imago

Am Duisburger „Spaghettiknoten“ Kreuz Kaiserberg sind Staus keine Seltenheit. Mittelfristig werden die Nerven der Autofahrer auf der A3 und der A40 weiter strapaziert.

Duisburg – Auto- und Lastwagenfahrern ist das Autobahnkreuz Kaiserberg gut bekannt. Immer wieder bilden sich dort auf der Autobahn A3 bei Duisburg lange Staus. Nun wird der Verkehrsknotenpunkt im westlichen Ruhrgebiet ausgebaut. Dazu müssen die Brücken erneuert werden. Dauer der Baumaßnahmen: acht Jahre. Neue Staus sind vorprogrammiert. Was Autofahrer zur neuen Großbaustelle in NRW wissen müssen.

Kreuz Kaiserberg in Duisburg: Wichtiger Knotenpunkt auf der A3

Am Kreuz Kaiserberg treffen die Wege von gleich mehreren Verkehrsmitteln aufeinander. Autofahrer können hier von der Autobahn A3 auf die Autobahn A40 fahren. Unterhalb der Autobahnbrücken verläuft zusätzlich eine der zentralen Strecken der Deutschen Bahn für den Schienenverkehr. Und ein für die Schifffahrt wichtiger Nebenkanal der Ruhr läuft hier auch noch entlang.

Gebaut wurden die Bauwerke in den 1960er Jahren. „Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und des Kreuzungswinkels der Autobahnen A3 und A40 hat das Autobahnkreuz Kaiserberg eine spezielle Bauform“, erklärt die Autobahn GmbH Rheinland. Daher hat das Kreuz Kaiserberg bis heute den Spitznamen „Spaghettiknoten“. 

„Im Jahr 2016 lag die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung bei bis zu 130.000 Fahrzeugen“, so die Autobahn GmbH. Diese Zahl könne bis zum Jahr 2030 um 13 Prozent und damit auf bis zu 145.000 Fahrzeuge ansteigen.

Duisburg: Zusätzliche Fahrspuren auf der A3 und der A40

Da die Brückenkonstruktionen und die Straßen am Kreuz Kaiserberg nun in die Jahre gekommen sind, müsse man Sanierungsmaßnahmen durchführen, so die Autobahngesellschaft. Im Zuge dessen sollen alle Brücken und Rampen im gesamten Kreuz erneuert werden: „Zudem bekommen beide Autobahnen im Kreuz jeweils pro Fahrtrichtung eine zusätzliche Fahrspur.“ So wolle man auf die starke Nutzung der Strecke reagieren. Mit dem Start der Baumaßnahmen am 21. Dezember soll das Projekt bis zum Frühjahr 2031 abgeschlossen sein.

Das Kreuz Kaiserberg sei eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte des Ruhrgebiets, betonte die Autobahngesellschaft. „Wir werden in den kommenden Jahren inmitten von Bahnlinien und Wasserstraßen logistische und ingenieurtechnische Höchstleitungen erbringen, um diesen Knotenpunkt fit für den Verkehr der Zukunft zu machen“, sagte der für das Rheinland zuständige Direktor Thomas Ganz.

Kreuz Kaiserberg: So läuft der Umbau ab

Betroffen von den Umbaumaßnahmen sind die Stadt Duisburg und östlich vom Kreuz Kaiserberg auch Teile von der Stadt Mülheim an der Ruhr. „Priorität beim Umbau des Kreuzes haben die Brücken der A3 über die Deutsche Bahn und über die A40. Diese Brücken müssen bis 2024 erneuert sein“, erklärt die Autobahn GmbH. Sonst könne man die Belastung durch das höher werdende Verkehrsaufkommen und die Schwertransporte nicht mehr auffangen.

Zusätzlich zu erneuern seien die Rampen der Verbindungen zwischen den Autobahnen. Dazu zählen die Brücke über die Meidericher Straße und die Brücke der Carl-Benz-Straße über die A40, so die Autobahngesellschaft. Die Querschnitte der Verbindungsrampen sollen an die aktuellen Standards angepasst werden.

Ausbau des Autobahnkreuzes Kaiserberg zunächst ohne größeren Auswirkungen auf den Verkehr

Für den Auto- und Lkw-Verkehr werde es in den nächsten Monaten zunächst noch zu keinen größeren Einschränkungen kommen, sagte ein Sprecher der Autobahngesellschaft. Geplant sei dann, zunächst Ausweichfahrbahnen zu bauen, bevor die alten Fahrbahnen gesperrt und umgebaut würden. So sollen Beeinträchtigungen für den Verkehr so gering wie möglich gehalten werden. In den nächsten Jahren seien Einschränkungen für Autofahrer bei einem Bauprojekt dieser Größe aber unvermeidbar, so die Autobahn GmbH.

„Bei all diesen Überlegungen haben die Verkehrssicherheit und der Schutz der Anwohner vor Verkehrslärm hohe Priorität“, erklärte die Autobahngesellschaft. Der Schutz vor Belastung durch Verkehrslärm werde deshalb im Rahmen des Entwurfs auf Grundlage der aktuellen gesetzlichen Bestimmungen geprüft und berücksichtigt.

Erst im November hatte die Autobahngesellschaft die Autobahn A3 am Kreuz Kaiserberg in Richtung Oberhausen gesperrt. Grund dafür waren Fahrbahnerneuerungen. (jr/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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