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Mehr Züge, kürzere Fahrtzeiten und neuer ICE – das verändert sich bei der Bahn

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Von: Benjamin Stroka

Mehr Verbindungen, neue Züge und kürzere Fahrzeiten: der Fahrplanwechsel bei der Bahn soll vor allem für NRW Vorteile bringen. Die Änderungen im Überblick.

Berlin – Am 11. Dezember tritt der neue Fahrplan bei der Deutschen Bahn in Kraft. Und die Menschen in NRW sollen nach Angaben der Deutschen Bahn besonders stark von dem Fahrplanwechsel profitieren. Die Bahn verspricht mehr und schnellere Verbindungen, sowohl in den Süden als auch den Norden Deutschlands. Zudem wird mit dem Fahrplanwechsel erstmals auch der neue ICE 3neo in NRW eingesetzt.

Deutsche Bahn: Die wichtigsten Änderungen für NRW im Überblick – Fahrplanwechsel

Düsseldorf und Köln:

Reisende aus dem Rheinland sollen durch den neuen Fahrplanwechsel besonders bei Fahrten nach Süddeutschland profitieren. Denn die gehen künftig deutlich schneller. Grund dafür ist die neue Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm, die mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember in Betrieb genommen wird.

► Die ICE-Linie Dortmund/DüsseldorfKöln Messe/Deutz–Mannheim–Stuttgart wird verlängert.

► Ab Köln fahren Züge dann stündlich direkt bis nach Ulm, Augsburg und München

► Alle zwei Stunden beträgt die Fahrtzeit für die Strecke Köln–Stuttgart–München 4:15 Stunden

► Aktuell benötigt der ICE im Durchschnitt zwischen 4:32 und 4:54 Stunden

► Die zweistündliche ICE-Linie Köln–Mannheim–Karlsruhe–Basel wird von und nach Hamburg verlängert. Die Linie ersetzt damit die bisherigen Intercity-Züge aus dem Mittelrheintal auf dem Abschnitt Köln–Hamburg

Münster:

Auch Münster profitiert vom Fahrplanwechsel und der Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm. Vor allem nach Süddeutschland und sogar bis in die Schweiz gibt es ab dem 11. Dezember neue und schnellere Direktverbindungen.

► Ab Münster fahren dann stündlich Züge nach Frankfurt Flughafen und Mannheim sowie teilweise zweistündlich nach Karlsruhe, Freiburg und Basel

► Es gibt zudem neunmal täglich Direktverbindungen ab Münster nach Bonn, beziehungsweise ins Mittelrheintal

Solingen, Wuppertal und Hagen:

Für die Reisenden im Bergischen Land, vor allem in Solingen und Wuppertal, sowie aus Hagen ändert sich ebenfalls einiges. Auch hier sind mehr und schnelle Verbindungen nach Nord- und Süddeutschland geplant.

► Ab Solingen, Wuppertal und Hagen fahren ab 11. Dezember etwa im Zwei-Stunden-Takt ICE-Züge ohne Umstieg nach Münster, Osnabrück, Bremen und Hamburg

► Zudem nutzen dann auch die Züge ab Solingen, Wuppertal und Hagen die Schnellfahrstrecke nach Frankfurt Flughafen Fernbahnhof, Mannheim, Stuttgart und München

Bochum und Dortmund:

Für das Ruhrgebiet und speziell Bochum und Dortmund wird es ebenfalls neue Direktverbindungen geben. Hier ist allerdings noch etwas mehr Geduld gefragt. Die Änderungen dort treten erst zum 15. April 2023 in Kraft. Das hängt mit der aktuell noch laufenden Modernisierung des Hauptbahnhofs Dortmund zusammen.

► Ab 15. April 2023 fahren in Bochum etwa alle zwei Stunden ICE-Züge direkt nach Hamburg sowie Karlsruhe, Freiburg und Basel.

► Zudem gibt es dann ab Dortmund wieder stündlich Fernverkehrsfahrten von und nach Hamburg über Münster sowie zweistündlich neue Direktverbindungen an den Oberrhein bis Basel

Minden, Herford, Bielefeld und Gütersloh:

In Ostwestfalen profitieren vor allem die spät Reisenden vom Fahrplanwechsel. Denn die Deutsche Bahn erweitert die ICE-Verbindung Berlin–Köln täglich abends mit einem ICE über Minden, Herford, Bielefeld und Gütersloh.

► Der ICE fährt täglich abends um 19:46 Uhr ab Berlin. Ankunft in Ostwestfalen ist beispielsweise in Minden um 22:11 Uhr, und in Gütersloh um 22:51 Uhr. In Köln kommt der Zug um 0:56 Uhr an.

Aachen:

Der ICE von Berlin nach Aachen bekommt mit dem Fahrplanwechsel wieder eine bessere Anbindung an das Ruhrgebiet.

► Die ICE-Direktverbindung aus Berlin nach Aachen fährt künftig wieder über Dortmund, Bochum und Essen. Außerdem fahren die Züge eine Stunde später. Sonntags bis freitags ist um 15 Uhr Abfahrt in Berlin. Ankunft in Aachen ist dann jeweils um 20:52 Uhr

Von NRW an die Nordsee/Sylt:

Weite Teile von NRW sollen zudem besser an die Nordsee angebunden werden. Das betrifft Züge nach Sylt, Ostfriesland, Norddeich Mole, Norderney und Juist.

► Ab Köln fährt künftig ganzjährig täglich eine zweite Direktverbindung von und nach Westerland auf Sylt, die unter anderem in Düsseldorf, Essen und Münster hält. Bislang fuhren diese Züge nur saisonal täglich.

► Vom 2. April 2023 bis zum 29. Oktober 2023 fährt sonntags zwischen Köln und Ostfriesland ein zusätzliches Intercity-Zugpaar mit neuer Direktverbindung nach Norddeich Mole, zum Fähranleger nach Norderney und Juist. Der Zug hält dann beispielsweise auch in Essen.

Fahrplanwechsel Bahn: In NRW gibt es bald neue ICE-Züge

Der ICE 3neo steht auf Gleisen.
Ab Köln kommt mit dem Fahrplanwechsel zum 11. Dezember auch erstmals der neue ICE 3neo zum Einsatz. © DB AG

Neben den zahlreichen neuen und schnelleren Verbindungen verspricht die Deutsche Bahn zum Fahrplanwechsel auch mehr Komfort und neue Züge. „Auf der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main kommt ab dem 11. Dezember erstmals der neue ICE 3neo zum Einsatz, vorerst mehrmals täglich zwischen Köln und Frankfurt, in Einzelfahrten auch auf den Strecken Köln–Wiesbaden–Mainz und Dortmund/Köln–Stuttgart–München“, teilt die Bahn mit.

Auf der Schnellfahrstrecke fährt der neue ICE-Zug bis zu 300 km/h schnell. Zusätzlich hat der ICE 3neo mehr Türen, mehr Platz in den Gepäckregalen, mobilfunkdurchlässige Scheiben, Tablethalter sowie Kleiderhaken an jedem Sitz, mehr Platz für Familien, einen neuen Hublift für mobilitätseingeschränkte Reisende sowie acht Fahrradstellplätze.

Auf der Strecke Köln–Hamburg soll künftig im Zwei-Stunden-Takt der sogenannte „XXL-ICE“, ICE4, zum Einsatz kommen. Der bietet 918 Sitzplätze und zusätzlich acht Fahrradstellplätze. „Zusätzlich [...] fahren neu bis zu acht Sprinter- bzw. Verstärkerzüge pro Tag und Richtung, mit unterschiedlichen Zwischenhalten, teilweise auch weiter von/nach Bonn“, so die Bahn weiter.

Fahrplanwechsel bei der Bahn sorgt auch für teurere Tickets

Aber nicht nur bei den Verbindungen und Zügen ändert sich mit dem Fahrplanwechsel ab 11. Dezember einiges. Die Bahn erhöht zudem auch die Preise im Fern- und Regionalverkehr. Spar- und Supersparpreise sollen zwar gleich bleiben, aber der sogenannte Flexpreis, Bahn-Ticket ohne Zugbindung, wird dann rund sieben Prozent teurer. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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