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Mega-Streik heute: Auch Flughäfen betroffen – Köln/Bonn streicht über 130 Flüge

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Von: Maximilian Gang

Am Montag (27. März) werden große Teile des öffentlichen Verkehrs in Deutschland lahmgelegt. Neben dem ÖPNV und der Deutschen Bahn werden unter anderem auch Flughäfen bestreikt.

Köln – Lange wurde es befürchtet, jetzt ist es offiziell: Am Montag stehen große Teile des öffentlichen Verkehrs in Deutschland still. Die Gewerkschaften EVG und Verdi haben für Montag (27. März) zum gemeinsamen und bundesweiten Warnstreik aufgerufen. Neben Ausfällen beim ÖPNV und im Fern- und Nahverkehr der Deutschen Bahn, müssen unter anderem auch die meisten Fluggäste am Montag umplanen, denn: So gut wie alle Flughäfen hierzulande werden bestreikt, wie die Gewerkschaften am Donnerstag (23. März) bekannt gaben.

Mega-Streik am 27. März: „Streiktag wird massive Wirkung haben“

„Dieser Streiktag wird massive Wirkung haben“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke. „Es wird im gesamten Bundesgebiet zu starken Verzögerungen bis hin zum Erliegen der Verkehrsdienste in allen genannten Bereichen kommen“, teilten die Gewerkschaften Verdi und EVG mit. Der ganztägige Streik startet in der Nacht vom 26. auf den 27. März um 0 Uhr und endet 24 Stunden später.

Fast alle Flughäfen in Deutschland von Streik am 27. März betroffen

Bis auf die Flughäfen in Berlin – in der Hauptstadt ist es bereits zu einem Abschluss der Verhandlungen gekommen – werden sämtliche Verkehrsflughäfen in Deutschland bestreikt. Die Streiks betreffen dabei sowohl die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, als auch Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste und der Luftsicherheit. Dort laufen aktuell Tarifverhandlungen. Eine Folge des Arbeitskampfes: Der Luftverkehr wird im gesamten Zeitraum fast komplett zum Erliegen kommen.

Mega-Streik am Flughafen Düsseldorf: Passagiere müssen mit Ausfällen rechnen

Am Flughafen Düsseldorf werden am Montag viele Maschinen am Boden bleiben. „Passagiere müssen mit vielen Flugausfällen rechnen“, teilt der Airport mit. Der Streik beginne am Montag in drei Wellen: Um null, drei und sechs Uhr. Dabei dauern die Streikmaßnahmen 24 Stunden – teilweise also bis in den frühen Dienstagmorgen hinein.

Am Montag sind am Flughafen Düsseldorf 330 Flüge geplant, mit 37.500 Passagieren. Ein Großteil davon wird wohl ausfallen müssen, sagte ein Flughafensprecher. „Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Airline oder Ihrem Reiseveranstalter, ob Ihr Flug wie geplant stattfinden kann. Um die Fluggastkontrollen zu beschleunigen, reduzieren Sie das Handgepäck bitte auf ein Minimum“, so der Flughafen Düsseldorf weiter. Zudem findet am Sonntagabend kein Late-Night-Check-in statt.

Streik am 27. März: „Massive Beeinträchtigungen des Flugbetriebs“ am Flughafen Köln/Bonn

Am Flughafen Köln/Bonn rechnet man mit „massiven Beeinträchtigungen des Flugbetriebs und einer großen Anzahl an Flugausfällen“, wie die Verantwortlichen des Flughafens mitteilten. Dort startet der Streik bereits am Sonntagabend um 22 Uhr mit einer Dauer von 24 Stunden. In Teilbereichen enden die streikbedingten Einschränkungen erst am frühen Dienstagmorgen. In diesem Zeitraum finden 132 Passagierflüge nicht statt, teilt der Airport am Sonntag (26. März) mit. „Ursprünglich waren insgesamt 175 Passagierflüge (87 Starts, 88 Landungen) regulär geplant“, so der Flughafen weiter.

„Passagiere, die für Montag einen Flug von oder nach Köln/Bonn gebucht haben, werden dringend gebeten, sich bei ihrer Airline oder ihrem Reiseveranstalter über den Status ihres Fluges zu informieren, bevor sie zum Flughafen anreisen“, heißt es beim Flughafen. Wie viele der insgesamt 176 geplanten Passagierflüge stattfinden können, ist bislang unklar, wie ein Flughafensprecher am Freitag (24. März) sagte. Häufig entscheiden die Airlines recht kurzfristig über Flugabsagen.

Flugbetrieb in Dortmund abgesagt

Am Flughafen Dortmund sagten die Verantwortlich den kompletten Flugbetrieb für Montag, dem 27. März, ab. 46 geplante Abflüge und Landungen finden nicht statt, 7000 Passagiere sind betroffen, teilte der Flughafen mit.

Welche Rechte haben Passagier beim Mega-Streik? Werden Tickets erstattet?

Wenn ein Flug aufgrund des Streiks annulliert wird, haben Passagiere grundsätzlich zwei Möglichkeiten: „Sie können von der Fluggesellschaft entweder einen Ersatzflug fordern oder sie können auf den Flug verzichten und die Ticketpreise zurückverlangen“, erklärt die Verbraucherzentrale.

Möglicherweise stehen Passagieren auch Ausgleichsleistungen zu. Die Höhe dieser ist aber abhängig von der Entfernung zwischen Abflug- und Zielflughafen. „Wer eine Pauschalreise gebucht hat, sollte sich an den Reiseveranstalter wenden“, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Der Veranstalter müsse demnach auch bei Streiks die Kosten übernehmen, die durch die Verspätung entstanden sind. „Dies können zum Beispiel Übernachtungskosten sein, wenn nicht am selben Tag ein Ersatzflug möglich ist.“

Die Verdi bestreikt die Flughäfen in Deutschland
Bereits am 17. März sorgten Warnstreiks für massive Einschränkungen im Flugverkehr am Flughafen Köln/Bonn. © Oliver Berg

Mega-Streik am 27. März: Arbeitskampf auch bei der Deutschen Bahn und dem ÖPNV

Eine Einigung in den Verhandlungen steht indes weiter aus. Nun erhöht die Gewerkschaft den Druck und legt den gesamten Verkehrssektor in vielen Bundesländern in Deutschland lahm. Auch die Mitarbeiter vieler weiterer Bereiche legen an diesem Tag die Arbeit nieder. Folgende Bereiche sind dabei laut den Gewerkschaften betroffen:

Grund für Mega-Streik am 27. März: Tarifverhandlungen gehen in die dritte Runde

Am Tag des Mega-Streiks, dem 27. März, gehen die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und Bund und Kommunen in die nächste Runde. Das Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde im Februar sei laut Verdi „völlig unzureichend“. „Öffentliche Daseinsvorsorge und die ökologisch-soziale Verkehrswende brauchen dringend Investitionen in die Menschen, die dies sicherstellen“, so Frank Michael Munkler, Sekretär der Gewerkschaft Verdi. „Ohne die Beschäftigten wird das nicht funktionieren, Bezahlung und Arbeitsbedingungen müssen sich grundlegend verbessern, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken“.

Auch und Bahn und EVG hatten zuletzt in den Verhandlungen nicht zueinander gefunden. Die zweite Verhandlungsrunde beginnt am 29. März. „Nach unserem Warnstreik am Montag erwarten wir Bewegung“, heißt von der Gewerkschaft.

Dass alle öffentlichen Verkehrsmittel zur selben Zeit bestreikt werden, ist selten. Vor mehr als 30 Jahren wurden der Nah- und Fernverkehr sowie die Flughäfen in ganz Deutschland gleichzeitig bestreikt. Damals sogar für mehrere Wochen. Hunderttausende Beschäftigte legten im Frühjahr 1992 die Arbeit nieder. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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