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Bahn-Streik beendet: Doch „nach dem Streik ist vor dem Streik“

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Von: Stefanie Knupp

Der Streik bei den Lokführern wird Reisende wohl noch eine Weile beschäftigen. (Symbolbild)
Die Lokführergewerkschaft kündigte erneut Streiks bei der Deutschen Bahn an. (Symbolbild) © Carsten Koall/dpa

Der dritte Bahn-Streik gilt als beendet. Doch Einigung zwischen DB und GDL sieht anders aus. GDL-Chef Weselsky kündigte bereits an: „Nach dem Streik ist vor dem Streik“

Update vom 7. September, 6:22 Uhr: Der dritte Bahn-Streik ist beendet. Das sagte ein Bahn-Sprecher nach dem planmäßigen Ende des Arbeitskampfes in der Nacht zum Dienstag. Im Laufe des Tages sollen die Züge in NRW wieder planmäßig fahren. Nur vereinzelt soll es zu Ausnahmen kommen. Doch Pendlerinnen und Pendler und Reisende sollten sich bereits auf eine nächste Streikwelle einstellen. Denn nach einer Annäherung zwischen GDL und Deutsche Bahn sieht es nicht aus. GDL-Chef Weselsky kündigte bereits an: „Nach dem Streik ist vor dem Streik.“

Bahn-Steik: Rund 40 Prozent der Züge am Wochenende unterwegs

Update vom 6. September, 6:23 Uhr: Auch weiterhin müssen Reisende und Pendlerinnen und Pendler Geduld aufbringen. Die Deutsche Bahn erklärt, dass rund 40 Prozent der Züge im Regional- und S-Bahnverkehr unterwegs sind. Dabei gibt es regional große Unterschiede. Beim Fernverkehr konnte zuletzt auf 30 Prozent aufgestockt werden. Auch weiterhin gilt ein Ersatzfahrplan.

Update vom 3. September, 8:30 Uhr: Auch am zweiten Streiktag müssen Reisende und Pendler in NRW wieder Geduld aufbringen. Der Verkehr sei am Morgen planmäßig angelaufen, teilt die Deutsche Bahn mit. Im Regional- und S-Bahnverkehr seien rund 40 Prozent der Züge unterwegs. Aufgrund der unterschiedlichen Streikbeteiligung schwanke das Angebot hier jedoch regional.

Für das Wochenende kündigt die Bahn eine leichte Ausweitung des Fahrplanangebots im Fernverkehr an – von 25 auf 30 Prozent. NRW ist davon allerdings nicht direkt betroffen. Am Samstag und Sonntag sollen Fernzüge zwischen Rostock, Berlin und Dresden unterwegs sein.

Update vom 3. September, 6:20 Uhr: Nach der Niederlage der DB vor dem Arbeitsgericht geht der Streik weiter. Die geplante Fortsetzung der Arbeitsniederlegung bestätigte die GDL am Freitagmorgen. Die Bahn hatte am Donnerstag angekündigt, gegen das Urteil vorgehen zu wollen. Verhandelt wird voraussichtlich am Freitag. „Wir waren uns bewusst, dass die Hürden in einem Eilverfahren sehr hoch liegen und dass das Streikrecht in Deutschland mit gutem Grund sehr geschützt ist“, teilte die Bahn-Sprecherin mit. „Dennoch sehen wir es als unsere Verantwortung, im Interesse unserer Kunden nichts unversucht zu lassen, den Streik zu beenden.“ (dpa)

Bahn-Streik: Gericht lehnt Antrag der Deutschen Bahn ab 

Update vom 2. September, 21:10 Uhr: Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hat bekannt gegeben, dass der Eilantrag der Deutschen Bahn auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Streiks der Gewerkschaft GDL abgelehnt wurde. Damit können die Lokführerstreik vorerst weitergehen. Die DB kann gegen das Urteil noch Revision einlegen. (os)

Update vom 2. September, 10:20 Uhr: Die Deutsche Bahn geht jetzt juristisch gegen den Streik der GDL vor. Nach Informationen der dpa hat der Konzern am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Arbeitskampf gestellt.

Bahn-Streik im Personenverkehr hat begonnen

Update vom 2. September, 6:20 Uhr: Seit 2 Uhr in der Nacht zu Donnerstag haben Mitglieder der GDL ihre Arbeit niedergelegt. Über Nacht gab es offenbar keine Einigung mit dem Bahn-Konzern. Viele Pendler und Reisende müssen jetzt alternativ zur Arbeit kommen. Der Streik ist bis zum 7. September, 2 Uhr, geplant.

Bahn: „Gibt keinen Grund für Streik“ – neues Angebot an GDL

Update vom 1. September, 17:55 Uhr: Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben der Lokführergewerkschaft GDL am Mittwochnachmittag ein neues schriftliches Angebot vorgelegt. Dieses beinhaltet unter anderem eine Corona-Prämie von 400 bis 600 Euro (je nach Entgeltgruppe) und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten, wie der Konzern am Abend mitteilte. Bisher lag die Laufzeit bei 40 Monaten.

„Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL. Es gibt jetzt erst recht keinen Grund mehr für einen fast einwöchigen Streik. Klare Botschaft an die GDL-Spitze: Geben Sie Ihre Blockadehaltung auf. Kommen Sie nun endlich an den Verhandlungstisch und stoppen Sie die unverantwortlichen Arbeitskampfmaßnahmen!“, sagt Martin Seiler, Personalvorstand der Deutschen Bahn, und ergänzt: „Gleichzeitig bieten wir eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent – genau das fordert auch die GDL. Es gibt also gar keinen Grund, sich Verhandlungen und anschließend einer Einigung zu verweigern.“

Bahn-Streik im Güterverkehr gestartet – Deutsche Bahn will Auswirkungen gering halten

Update vom 1. September, 7:15 Uhr: Am heutigen Mittwoch bestreikt die GDL ab 17 Uhr bereits den Güterverkehr der Deutschen Bahn. Ab morgen brauchen dann Pendler und Reisende im Personenverkehr starke Nerven. Der Streik hat eine lange Vorgeschichte. Worum es im Tarifkonflikt zwischen GDL und DB geht – ein Überblick.

Update vom 31. August, 14:51 Uhr: „Wir unternehmen alles, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten“, sagte eine Sprecherin der Bahn. Wir werden ein verlässliches Mobilitätsangebot sicherstellen“. Im Fernverkehr soll ein Viertel der Züge fahren, im Regional- und Nahverkehr sollen 40 Prozent fahren.

Bahn-Streik ab 1. September: Ab Donnerstag ICEs und Regionalverkehr betroffen

Update vom 31. August, 08:33 Uhr: Während der Ersatzfahrplan für den Fernverkehr der Deutschen Bahn mittlerweile veröffentlicht wurde, lassen die Informationen zum Nah- und Regionalverkehr weiter auf sich warten. Für einige Bundesländer hat die DB die Pläne für 14 oder 16:30 Uhr am Dienstag (31. August) angekündigt. Für Nordrhein-Westfalen gab es bisher aber keine genaueren Informationen.

Wie sich der Streik genau auf den Fernverkehr auswirken wird, ist seit 7 Uhr auf bahn.de oder in der App DB Navigator über die Fahrplanauskunft einsehbar.

Dritte Bahn-Streik angekündigt – fünf Tage Einschränkungen für Personenverkehr

Erstmeldung vom 30. August

Köln/Frankfurt a.M. – Ab dem 1. September kommt es erneut zu Streiks bei der Deutschen Bahn (DB). Die Lokführer-Gewerkschaft GDL kündigte am Montag den Streik an, der dieses Mal länger dauert, als die beiden zuvor und schließt ein Wochenende ein. Von Mittwoch (1. September) um 17 Uhr wird der Güterverkehr bestreikt, ab Donnerstag (2. September) um 2 Uhr folgt der Personenverkehr.

Bahn-Streik angekündigt: Was wir bisher wissen

Streik Bahn: GDL und Deutsche Bahn – Fronten verhärtet

„Das einzige Mittel, den Konflikt zu lösen, ist die Vorlage eines verhandelbaren Angebots“, so GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky. Doch das sei weit und breit nicht in Sicht, so die GDL, die jetzt zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen zum Streik aufrufen. Der dritte Streik innerhalb kürzester Zeit ist die Folge eines Tarifstreits zwischen der GDL und der Deutschen Bahn.

Die GDL erklärt in einer Mitteilung, die DB strebe „kein echtes Einlenken an, sondern hält in voller Absicht an ihrem strikten Verweigerungskurs fest.“ Die DB entgegnet in einem eigenen Statement: Aus Sicht der Deutschen Bahn überziehe die Spitze der GDL mit ihrer Ankündigung einer dritten Streikwelle völlig.

Der Streik sei in der Sache durch nichts gerechtfertigt. „Die GDL mache aus organisationspolitischem Kalkül sowohl Kund:innen als auch Mitarbeitende zu Opfern ihrer Machtinteressen.“ Man sei bei den Verhandlunden auf einen Nenner gekommen. „Lediglich bei den Laufzeiten sind wir auseinander. Das rechtfertigt einen derartigen Streik nicht“, so DB-Personalvorstand Martin Seiler. „Diese Streiks sind überflüssig. Wir können Lösungen am Verhandlungstisch erreichen. Es liegt an der GDL an diesen zurückzukehren.“

Die Fronten zwischen Gewerkschaft und Unternehmen sind verhärtet. Bisher hat man sich nicht einigen können, sodass bereits zwei Mal innerhalb kürzester Zeit gestreikt wurde. Zuletzt legte die GDL die Arbeit zwischen 21. und 25. August nieder, zuvor vom 10. bis 13. August.

Hintergrund: Drum geht es im Tarifkonflikt

Die GDL setzt sich für eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten ein. Dabei will die GDL auch im Konkurrenzkampf mit der größeren der beiden Bahn-Gewerkschaft punkten, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Die Bahn will zwar die Löhne und Gehälter wie von der GDL gefordert um 3,2 Prozent erhöhen. Umstritten ist jedoch, zu welchen Zeitpunkten die einzelnen Stufen greifen sollen und wie lange der neue Tarifvertrag gelten soll.

Auch eine Corona-Prämie für dieses Jahr hat die Bahn angeboten, ohne sie jedoch zu beziffern. Die GDL fordert 600 Euro. Gerungen wird auch um die Betriebsrenten. Beide Seiten haben sich hier noch nicht aufeinander zubewegt.

Streik: Bahn will Grundangebot sicherstellen – diese Züge fallen aus

Der kommende Streik ab Mittwoch 1. September wird der längste der aktuellen Tarifrunde sein und wieder Auswirkungen auf Pendler und Reisende haben. Die Deutsche Bahn will trotz des angekündigten Streiks ein Mobilitätsangebot aufrecht erhalten. So soll im Fernverkehr ein Viertel des normalen Fahrplans zur Verfügung stehen, im Regional- und S-Bahnverkehr peilt die DB an, dass etwa 40 Prozent der Züge fahren. „Die Anzahl der angebotenen Züge wird jedoch je nach Region stark schwanken“, kündigt die Bahn an. 

Fahrgäste sollten ihre Reise möglichst verschieben, rät die Bahn. Für bereits gebuchte Reisen gibt es für Kunden Kulanzregeln. Streik bei der Bahn: Wie bekomme ich mein Geld zurück? Was Reisende außerdem wissen sollten, wenn der Zug ausfällt, erklären wir in unserer Übersicht. (sk mit dpa)

Dieser Text wird laufend aktualisiert.

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