Ab 2023 in Bayern unterwegs

Mit Sessel, Stammtisch, Büro: So sollen die Regio-Züge der Zukunft aussehen

  • Oliver Schmitz
    VonOliver Schmitz
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Mit Stammtisch und Bürokabine: Die Deutsche Bahn hat Ideen für neue Regionalzüge vorgestellt. Ein Modell wird tatsächlich bald auf der Schiene sein.

Köln – Wie sehen die Züge der Zukunft aus? Eine Frage, mit der sich die Deutsche Bahn zuletzt zunehmend beschäftigt. Nach der Vorstellung des neuen „ICE L“, folgte nun auch eine Neuerung für den Regionalverkehr. Auf der Innotrans (Fachmesse für Verkehrstechnik) hat die DB ihren neuen „Ideenzug Südostbayernbahn“ im 1:1-Format vorgestellt. Der Zug-Wagon verfügt über zehn verschiedene Innovationen für mögliche Abteile beziehungsweise Bereiche in zukünftigen RE- und RB-Zügen. Reisende in Bayern werden diese sehr bald selbst auf der Schiene testen können. 24RHEIN zeigt, wie der DB-Ideenzug von innen aussieht.

Deutsche Bahn: Regionalbahn der Zukunft – so könnte sie aussehen

Die Deutsche Bahn hat im „Ideenzug“ einige mögliche Veränderungen für Regional-Züge vorgestellt.
  • Zehn verschiedene Abteil-Bereiche mit neuartigen Ideen
  • 100 USB-Steckdosen
  • 5G-Internet

Im kommenden Jahr wird die Deutsche Bahn neben einem neuen ICE, auch den „Ideenzug Südostbayernbahn“ auf die Schiene bringen. Der besondere Zug wird ab 3. März 2023 auf der Pendlerstrecke zwischen München und Mühldorf am Inn fahren, teilte die DB mit. „Der Ideenzug gewährt uns einen Blick in die Zukunft des Reisens“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter. Bayern war an der Finanzierung des Ideenzugs beteiligt.

Regionalbahn der Zukunft: Mit Eckbank und Stammtisch

So sieht der Ideenzug der Deutschen Bahn im Querschnitt aus. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Bereiche.

Zwar fährt der Ideenzug vorerst nur in Bayern, doch er soll Erkenntnisse für Regionalbahnen in ganz Deutschland bringen. „Damit will DB Regio Erfahrungen sammeln, wie die einzelnen Ideen bei den Fahrgästen ankommen und wie sie sich im Alltag bewähren. Diese Erkenntnisse sollen künftig in die ­Gestaltung neuer Züge einfließe“, erklärt die Bahn die Idee dahinter. Insgesamt wurden darin 10 von 25 Ideen-Modulen in einem Doppelstockwagen der Baureihe 786.6 umgesetzt. Weitere Ideenzüge fahren bereits auf den S-Bahn-Strecken in München, Hamburg und „perspektivisch“ auch in Stuttgart.

Deutsche Bahn: So sieht der Ideenzug von innen aus – Büroabteile zum Arbeiten

So sieht das Büroabteil im Ideenzug der Deutschen Bahn aus. (IDZRW-Montage)

Im Büro-Abteilen der „Ideenzug Südostbayernbahn“ sollen die „Reisezeit zur Arbeitszeit“ werden. Darin sind arbeitende Passagiere nicht nur ganz für sich, sondern haben auch noch einige Extra-Arbeitsutensilien. Neben Ablagefläche einen 27-Zoll-Bildschirm, an dem Laptop oder Tablet angeschlossen werden können. Dank einer verschließbaren Türe, kann man auch gut telefonieren. Die Sitze sind außerdem aus der ersten Klasse, wie in einem Fernstreckenzug.

Deutsche Bahn: Neuer Zug im Test – mit drehbaren Sesseln

Im Entspannungsbereich des DB-Ideenzuges stehen sogar Sessel.

Auch bessere Entspannung in Regionalbahnen wird getestet. Im entsprechenden Zug-Bereich stehen unter anderem zwei drehbare Sessel, die direkt auf die Fenster ausgerichtet sind.

Deutsche Bahn: In diesem Zug gibt es einen Stammtisch

Im Stammtisch-Bereich des DB-Ideenzugs sollen Fahrgäste ein Bar-Gefühl bekommen.

Wer derweil den Kontakt zu anderen Menschen suchen möchte, erhält dafür auch eine neue Möglichkeit im Ideenzug. Im Stammtisch-Bereich sollen „Fahrgäste in entspannter Atmosphäre ins Gespräch kommen“. Und zwar ganz im Stile einer Kneipe, mit hohen Sitzbänke als Barhocker und erhöhten Tisch als Tresen. Ansonsten gibt es noch weitere Plätze auf Klappsitzen, die auch als Stehhilfen oder Anlehnpunkte genutzt werden können. Auch große Bildschirme gibt es, zum Beispiel für Nachrichtensendungen.

DB-Regionalbahn der Zukunft: Diese weiteren Bereiche gibt es Ideenzug

  • Familie: Im Familienbereich sind Tische besonders groß und bietet somit mehr Platz. Auf den Doppelsitzen können Kinder auch zu dritt oder zu viert Platz nehmen. Für Kinderwagen gibt es eine separate Fläche und für Jacken und Gepäck gibt es extra Verstaumöglichkeiten.
  • Abteil: Das offene Abteil bietet mit gegenüberliegenden Zweiersitzen Platz für kleine Gruppen und auch Einzelreisende. Es gibt viel Stauraum für Gepäck, sowohl unter dem Sitz als auch darüber.
  • Neues Sitzen: Hier sind die Sitze so gebaut, dass sie sich dem Rücken ergonomisch anpassen und somit besonders bequem und Rücken-freundlich sein sollen. Das leichte Material dient als „passive Klimatisierung“, weshalb es an besonders warmen Tagen komfortabler sein soll. Einen Ablagetisch gibt es weiterhin.
  • Eckbank: Die lange Eckbank verläuft längs zum Zug. Dabei soll vor allem Platz für größere Gruppen sein. Einzelne Banksegmente sind durch kleine Tische sowie Akustikwände getrennt, sodass sich auch kleinere Gruppen zusammenfinden können. Unter der Bank ist Platz für Gepäck.
  • Komfort: Dieser Bereich hat elektrisch verstellbare Sitze. Zudem soll eine kleine Trennwand zwischen den Kopfbereichen „zusätzliche Privatsphäre“ bieten.
  • Mehrzweckbereich: Im Mehrzweckbereich gibt es Platz für alles Mögliche: Kinderwagen, Koffer oder Skier. Zudem gibt es drei Klappsitze, die nach Bedarf genutzt werden können.
  • Fahrgastinformation: Im neuen Einstiegsbereich gibt es großformatige Bildschirme über den Türen, die aktuelle Informationen zur Fahrt und der Infrastruktur am nächsten Halt anzeigen. Außerdem ist dort auch die Auslastung der einzelnen Zug-Bereiche zu sehen, sodass Reisende besser einen freien Sitzplatz finden können. Das funktioniert durch ein kamerabasiertes System, das erkennt, welche Sitzplätze bereits belegt sind. Insgesamt sind 20 Bildschirme in dem Wagen verteilt, unter anderem in die Fensterscheiben integriert.

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Rubriklistenbild: © Deutsche Bahn AG / neomind

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