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Bahnstreik in NRW: 26 Linien betroffen – jeder vierte ICE im Fernverkehr fährt

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Eine Reisende sitzt auf ihren Koffern am Bahnhof, der auf Grund eines Streiks der Gewerkschaft der Lokführer (GdL) von Zugausfällen betroffen ist.
Auch der Großteil des Bahnverkehrs in NRW ist von den Lokführer-Streiks betroffen. © Roberto Pfeil/dpa

Wegen des erneuten Bahnstreiks sind in NRW bereits zahlreiche Züge ausgefallen. Viele RE-Linien fahren gar nicht mehr. Die Deutsche Bahn gibt sich aber optimistisch.

Düsseldorf – Der Bahnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den Zugverkehr auch in Nordrhein-Westfalen deutlich eingeschränkt. Nach der Ausweitung der aktuellen Arbeitsniederlegungen auf den Personenverkehr kam es in dem größten Bundesland bereits zu zahlreichen Zugausfällen oder -verspätungen, Reisende und Pendler mussten umplanen.

Nach Angaben der Deutschen Bahn am Montagmittag fielen etwa 15 Linien von Regionalzügen und S-Bahnen in NRW aus, teilweise wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Bei weiteren 11 Linien müsse mit Einschränkungen gerechnet werden, schrieb die Bahn auf ihrer Homepage.

Dennoch sei ein verlässliches Grundangebot vorhanden, sagte eine Bahn-Sprecherin in Düsseldorf. „Der Ersatzfahrplan läuft weiter stabil.“ Größeres Chaos gebe es an den Bahnhöfen nicht. „Die Reisenden zeigen sich gut informiert.“ Bundesweit könnten etwa 30 Prozent des Fernverkehrs und 40 Prozent der Regionalbahnen fahren.

Streik Bahn NRW: Einige Regionalzüge fallen komplett aus – manche fahren aber „uneingeschränkt“

Wer am Montag und Dienstag auf die Bahn angewiesen ist, dürfte also länger unterwegs sein als sonst. So fällt nach Bahn-Angaben zum Beispiel der RE8 von Mönchengladbach über Köln nach Koblenz komplett aus, dies gilt auch für die RB 25 von Köln nach Lüdenscheid und den RE 42 von Münster nach Essen. Andere Linien fahren nur im Zwei-Stunden-Takt, zudem müssen Reisende auf bestimmten Strecken auf den Bus umsteigen.

Streik Bahn: RE17, RB30 und RB52 fahren

„Uneingeschränkt“ verkehrt den Angaben zufolge hingegen der RE 17 von Hagen nach Kassel, die RB 30 von Remagen nach Bonn und die RB 52 von Dortmund nach Hagen, wie es von der Bahn heißt. Auch auf die S-Bahn in NRW hat der Bahnstreik Auswirkungen. Zudem ist der Fernverkehr stark betroffen.

Die Pendler müssen auch über den Montag hinaus noch Geduld haben: Die Arbeitsniederlegungen sollen 48 Stunden dauern. Bis Mittwochfrüh, 2:00 Uhr, müssen sich Reisende auf massive Einschränkungen einstellen. Neben den Lokführern sind erneut auch Beschäftigte in der Infrastruktur - etwa in den Stellwerken - aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen. Bereits seit Samstag bestreikt die GDL den Güterverkehr.

Streik Bahn NRW: Arbeitgeberverband kritisiert Zeitpunkt

Der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW kritisierte den Zeitpunkt des Streiks: Die Folgen der Hochwasserkatastrophe belasteten die Abläufe der Logistik weiterhin, zudem stünden kaum Lkw-Kapazitäten zur Verfügung. Daher könne es während des Streiks zu „massiven Verzögerungen in den Versorgungsketten“ kommen, sagte Vorsitzender Horst Kottmeyer. „Als Arbeitgeberverband der Logistikbranche in NRW wissen wir Streikmaßnahmen richtig einzustufen – diese Vorgehensweise in einer so angespannten Gesamtsituation war uns bislang unbekannt.“

Es ist bereits die zweite Streikwelle im laufenden Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der GDL. Vor rund zwei Wochen hat die Gewerkschaft bereits zwei Tage lang große Teile des Personenverkehrs lahmgelegt. In dem Tarifstreit geht es unter anderem um mehr Geld für die Beschäftigten.

Über die Höhe der künftigen Löhne und Gehälter sind sich beide Seiten einig: 3,2 Prozent mehr soll es geben. Aber über den Zeitpunkt der Auszahlung besteht Uneinigkeit. Offen sind zudem Fragen zur Betriebsrente, die Höhe einer möglichen Corona-Prämie sowie zum Einflussbereich der GDL. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 23. August um 14:45 Uhr inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Angaben zu Ausfällen in NRW und Kritik.

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