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Boeing 747 SP am Flughafen Köln/Bonn: Deutscher Wetterdienst und SOFIA machen gemeinsame Sache

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Von: Oliver Schmitz

Das Forschungsflugzeug Sofia rollt nach ihrer Ankunft über den Hamburger Flughafen.
Die Boeing 747 SP wurde zur fliegenden Sternwarte umgebaut und ist aktuell am Flughafen Köln/Bonn stationiert. © Axel Heimken/dpa

Die seltene Boeing 747 SP „SOFIA“ fliegt ihre derzeitige Europa-Mission aus dem Rheinland. Der Deutsche Wetterdienst leistet dabei wichtige Hilfe.

Köln – Mitte März verlässt die fliegenden Sternwarte „SOFIA“ ihre derzeitige Heimat am Flughafen Köln/Bonn schon wieder. Dass die Mission reibungslos verlaufen kann, ist auch ein Verdienst des Deutsches Wetterdienstes (DWD), der das SOFIA-Team bei den Flügen mit Informationen zu Wetter und Klima unterschützt.

TypBoeing 747 SP
Länge56 Meter
Reichweite12.325 Kilometer
Höchstgeschwindigkeit1.095 km/h

DWD unterstützt „SOFIA“: Darauf muss alles beim Einsatz der seltenen Boeing 747 SP geachtet werden

Stellt sich nun die Frage wie die Zusammenarbeit zwischen dem Wetterdienst und dem SOFIA-Team genau aussieht. Damit die Flüge aus Köln reibungslos ablaufen können, ist laut DWD eine genaue Einsatzplanung mit Einbeziehung der aktuellen Wetter- und Klimalage sehr wichtig. Genau dabei hilft zurzeit die Flugwetterzentrale des DWD am Flughafen Frankfurt. Denn aufgrund der besonderen Bauweise des Flugzeugs, der große Flughöhe und auch der langen Dauer der Einsätze muss auf einiges geachtet werden. Generell startet die seltene Boeing 747 „SOFIA“ schon mal immer abends, da die Bedingungen für Beobachtungen nach Sonnenuntergang besser sind.

Es gibt einige Wetterlagen, die für SOFIA problematisch sein können. Ein Beispiel wären zum Beispiel zu niedrige Temperaturen beziehungsweise Frost, da man die Boeing 747 SP aufgrund der großen Teleskope-Klappe nicht enteisen kann. Heißt: Starts bei winterlichem Wetter mit Schnee oder Schneeregen wären generell nicht möglich. Auch zu starker Wind, Gewitter oder dichter Nebel können Flüge verhindern. Dabei müssen die Bedingungen aber nicht nur in der Region um Köln und Bonn passen, sondern auch an gewählten Ausweich- und Notfallflughäfen.

Wenn SOFIA im Zuge der Beobachtungsflüge von Köln/Bonn in den Süden oder über den Atlantik fliegt, muss verstärkt auf besondere Gewitterwolken geachtet werden. Dies können neben Blitzen auch Hagel, Vereisung und extreme Turbulenzen mit sich bringen können. Deshalb versucht die SOFIA-Crew mithilfe des DWD solche Wolken zuvor zu erkennen und dann zu um- oder überfliegen. Beim Einsatz des Teleskops ist derweil die Flughöhe von besonderer Bedeutung. So sollte sich die fliegende Sternwarte bei Beobachtungen vor allem in der Stratosphäre aufhalten. Damit das gelingt, überprüft der DWD ab welcher Höhe diese zum gewünschten Zeitpunkt genau beginnt.

DWD hält Online Briefings für SOFIA-Crew

Um all diese Wetter- und Klimaereignisse vorherzusagen verwenden die Mitarbeiter des DWD verschiedene Modelle, welche anschließend miteinander verglichen und analysiert werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden dann die Unterlagen für die SOFIA-Crew erstellt und vor Abflug per Online-Briefing auf Englisch noch einmal ausführlich erklärt.

Laut eigener Aussage ist dies nicht die erste „ungewöhnliche“ Flugwetterberatung des DWD, jedoch sei genau diese für die SOFIA-Mission in Europa besonders herausfordernd und spannend. Mehr Informationen rund um SOFIA und den Weg der Boeing 747 SP zum Flughafen Köln/Bonn gibt es in der Foto-Story. (os)

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