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Corona-Krise: Flughäfen verzeichnen weitere Passagierrückgänge – neuer Tiefpunkt erreicht

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Von: Jana Wehmann

Ein Flugzeug am bewöklten, dunklen Himmel.
Weiterer Passagierrückgang im Luftverkehr. © Federico Gambarini/dpa

Die deutschen Flughäfen verzeichnen in der Corona-Krise weitere Passagierrückgänge. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft fordert eine kontrollierbare Teststrategie.

Berlin – Das Coronavirus in NRW lässt die deutschen Flughäfen weiter verzweifeln. Schon der November 2020 zeigte: Die Flughäfen befinden sich in einer Corona-Flaute. Wirklich etwas verändert, hat sich seit dem nicht: Aktuell verzeichnet die Luftverkehrswirtschaft – gemessen am Vorkrisenjahr 2019 – gerade einmal acht Prozent der Passagierzahlen an den deutschen Flughäfen. 

Dementsprechend hat sich auch das Flugangebot weiter reduziert und lag im Februar bei rund 14 Prozent des Vorkrisenniveaus. Nach den jetzt vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) vorgelegten Zahlen, hat der deutsche Luftverkehr Mitte Februar einen neuen Tiefpunkt erreicht, und es ist nicht abzusehen, wann die Talsohle durchschritten ist. 

Der BDL im Überblick

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 als gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Mitglieder des Verbandes sind Fluggesellschaften, Flughäfen, die DFS Deutsche Flugsicherung, Retail-Betriebe und weitere Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr. 

Corona-Krise: Flughäfen verzeichnen enorme Passagierrückgänge

Im Geschäftsreiseverkehr schaden die massiven Reisebeschränkungen der deutschen Industrie. Wartungsarbeiten, Montagen und technische Unterweisungen können aktuell in vielen Teilen der Welt nicht stattfinden. Dies belastet viele Unternehmen, insbesondere aus dem industriellen Mittelstand.

27 Millionen Menschen in Europa sind im Tourismus beschäftigt und schauen mit Sorge darauf, dass nach 2020 auch eine weitere Urlaubssaison auszufallen droht. Dabei ist die Nachfrage nach privater Mobilität groß. Dies hat nicht zuletzt der massive Anstieg der Buchungen in Großbritannien gezeigt, nachdem dort die Aufhebung von Reisebeschränkungen angekündigt wurde. Auch die Studie Travel Trends 2021“ zeigte, dass die Hälfte der Deutschen im Sommer verreisen möchte.

Schließlich leidet auch der Luftfrachtverkehr unter dem Lockdown des Passagiergeschäfts, denn rund die Hälfte der Fracht wird normalerweise im Frachtraum von Passagiermaschinen transportiert. Solange nur ein Bruchteil der Passagierflüge stattfinden kann, sind die Verteilwege im Frachtgeschäft empfindlich gestört.

Flughäfen in der Corona-Krise: BDL fordert eine kontrollierbare Teststrategie

Aufgrund der aktuellen Verkehrsentwicklung forder der BDL den Ersatz der pauschalen Reisebeschränkungen. „Die weitreichenden Reisebeschränkungen sind ein falsches Instrument der Pandemiebekämpfung, denn die pauschalen Quarantänebestimmungen sind nicht kontrollierbar, bringen aber den notwendigen Verkehr zum Erliegen. Bund und Länder sollten stattdessen nun endlich praktikable Regelungen für das sichere Reisen unter Pandemiebedingungen in Kraft setzen“, sagt BDL-Präsident Peter Gerber.

Dazu sollten die Quarantäne-Pflichten durch eine wirksame und kontrollierbare Teststrategie ersetzt werden, fordert der Verband. BDL-Präsident Gerber verweist darauf, dass entsprechende Konzepte vorliegen. Diese müssten nun zeitnah umgesetzt werden, um wieder mehr Mobilität zu ermöglichen und gleichzeitig den Gesundheitsschutz zu stärken. Am Flughafen Düsseldorf wurden bereits die Hygieneregeln verschärft und die Corona-Testkapazität erweitert.

Corona-Pandemie: Flughäfen setzen Hoffnung auf einen digitalen Impfpass

Zur Einführung eines digitalen Impfpasses in den nächsten Monaten sagte Gerber: „Wer nachweislich geimpft ist oder ein negatives Testergebnis vorweisen kann, sollte wieder frei reisen können und in jedem Fall von Quarantänebestimmungen ausgenommen werden.“

Trotz der schwierigen Situation blicken einige Flughäfen zuversichtlich in die Zukunft und hoffen auf eine starke Sommersaison. So veröffentlichte die Airline Wizz Air bereits den Sommerflugplan ab dem Flughafen Dortmund. Darüber hinaus können Verbraucher derzeit einen seltenen Einblick in die Arbeit der fliegenden Sternwarte SOFIA am Flughafen Köln/Bonn erhalten. (jaw)

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