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NRW: Sicheres Reisen trotz Corona – mit diesem Trick will die Deutsche Bahn Viren abtöten

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Von: Nina Büchs

Ein Bahnmitarbeiter schüttet den Anti-Corona-Lack in einen Becher.
Der Bahnmitarbeiter Yavuz Sanli mischt den „Anti-Corona-Lack“ in einem Becher mit Wasser. © Roland Weihrauch/dpa

In Corona-Zeiten mit der Bahn fahren ist für viele ein Albtraum. Ein Anti-Corona-Lack soll nun Abhilfe schaffen. Damit sollen die „Kontaktflächen“ in 209 Bahnhöfen in NRW virenfrei werden.

Köln – Fliegen, Bahnfahren, oder mit der Mitfahrgelegenheit von Stadt zu Stadt pendeln – vor dem Ausbruch von Covid-19 war es ganz normal, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu fahren. Im Jahr 2020 bekommen vermutlich einige Menschen beim bloßen Gedanken daran Bauchschmerzen. Es könnte schließlich die Gefahr bestehen, sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Und warum eine Ansteckung riskieren – gerade jetzt in der Weihnachtszeit, in der viele Menschen ihre Eltern und Großeltern besuchen möchten? Auf die Sorge der Fahrgäste hat die Deutsche Bahn nun reagiert. Mit einem Anti-Corona-Lack will sie das Reisen sicher machen. Aber ist das tatsächlich möglich?

NRW: Bahn will 209 Bahnhöfe virenfrei machen – das kann der Anti-Corona-Lack

Die Deutsche Bahn teilte mit, dass häufig genutzte Kontaktflächen an 209 Bahnhöfen in NRW mit dem Anti-Corona-Lack beschichtet werden sollen. Insgesamt wird der Lack an 400 Aufzügen und 700 Treppengeländern angebracht. Mit dem Lack sollen rund 99,9 Prozent der Corona-Viren und anderer Keime abgetötet werden. „Das Ansteckungsrisiko für Krankheiten wie Covid-19 ist damit deutlich geringer. Wir leisten somit einen aktiven Schutz zur Gesundheit unserer Reisenden und Besucher,“ so Stephan Boleslawsky, Regionalbereichsleiter der DB Station&Service West.

Deutsche Bahn: So will das Verkehrsunternehmen gegen Corona vorgehen

Dabei handele sich nun um einen weiteren Baustein im Hygienekonzept der Deutschen Bahn an den Bahnhöfen in NRW. Dazu gehörten unter anderem die Bereitstellung von Desinfektionsspendern, ein Wegeleitsystem sowie häufigere Reinigung. „Permanente Reinigung, Desinfektion und Virenschutz-Lack: Das ist der bestmögliche Infektionsschutz“, erklärte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU).

Anti-Corona-Lack: An diesem Bahnhof wird er zuerst eingesetzt

Start ist am Essener Hauptbahnhof. Dort sollen 34 Treppengeländer und die Kontaktflächen an fünf Aufzügen mit dem Lack bestrichen werden. Noch im Dezember soll der Lack auch in Bochum-Dahlhausen, am Hauptbahnhof Bottrop und an einigen Stationen in Duisburg aufgetragen werden. Im Januar und Februar würden dann die meisten der anderen 209 Bahnhöfe den Schutzlack erhalten. Die Maßnahme kostet 200 000 Euro und wird vom Land finanziert.

Coronavirus: Ähnliche Beschichtungen gab es bereits in der Ruhrban in Essen

Das Nahverkehrsunternehmen Ruhrbahn in Essen hatte im Sommer drei Monate lang eine ähnliche Beschichtung in mehreren Bussen und Bahnen getestet. Ein klarlackähnliches Mittel eines anderen Herstellers wurde dazu auf Flächen wie Lenkrädern, Handgriffen und Haltestangen aufgetragen. Die Ruhrbahn entschied sich am Ende gegen eine Beschichtung der ganzen Flotte, nachdem eine sehr geringe Keimpopulation sowohl auf behandelten Oberflächen als auch auf unbehandelten Oberflächen festgestellt worden war. Der verwendete Klarlack habe der Ruhrbahn keinen Mehrwert gebracht, sagte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage. Diverse Anti-Corona-Beschichtungen wurden aber auch an anderen öffentlichen Plätzen, wie zum Beispiel in Einkaufszentren angebracht. So zuletzt auch an den Rolltreppen der Neumarkt Galerie in Köln.

Corona: So hoch ist die Ansteckungsgefahr in Bussen und Bahnen

Wie hoch das Ansteckungsrisiko in öffentlichen Verkehrsmitteln ist, hat das Robert-Koch-Insitut in einer Studie im September 2020 gezeigt. Demnach gab es in Bussen, Bahnen, Flugzeugen und auf Fähren insgesamt sehr wenig Corona-Infektionen. Das größte Ansteckungsrisiko wurde es dagegen unter anderem in privaten Haushalten, Alten- und Pflegeheimen oder auch am Arbeitsplatz festgestellt. Dass das Risiko, in Bussen, oder U-Bahnen tatsächlich gering ist, hat auch eine Studie aus England gezeigt. Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Imperial College London hat der Betreiber des Verkehrsnetzes „Transport for London“ in einem Zeitraum von vier Monaten Proben von der Luft und den Oberflächen in den Bussen und U-Bahnen der Stadt London genommen. Die Forscher konnten dabei bislang jedoch keine Spuren des Coronavirus nachweisen.(nb mit dpa)

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