1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Verkehr

Änderung bei der Bahn: Schneller Sitzplatz finden mit neuer Anzeige

Erstellt:

Von: Sofia Popovidi

Im Zug will jeder gerne einen Sitzplatz, doch nicht jeder kriegt einen. Die Deutsche Bahn will mit besonderen Anzeigen helfen. Wie kommt das an?

Köln – Viele Reisende kennen das Problem: Man hat eine lange Fahrt mit dem ICE oder der Regionalbahn vor sich und möchte unbedingt noch einen Sitzplatz ergattern. Die Frage ist immer die gleiche: In welchen Waggon steige ich am besten ein? Wirklich einschätzen können Fahrgäste die Sitzplatz-Situation nie so richtig – trotz Deutscher Bahn App, die einem die Auslastung des Zuges zeigt. Das soll sich jetzt ändern: Die Deutsche Bahn möchte künftig sogenannte Echtzeit-Auslastungsanzeigen an Bahnsteigen einsetzen, um den Fahrgästen die Suche nach einem Sitzplatz zu erleichtern.

Deutsche Bahn: Anzeigen sollen bei Sitzplatzsuche helfen

Die ersten Anzeigen sollen demnach auf ersten Strecken im Regionalverkehr eingeführt werden. Sie werden zurzeit auf den Pilotstrecken der S-Bahn-Hamburg und im Stuttgarter S-Bahn-Netz eingesetzt.

So funktioniert es: Es werden Informationen zur Auslastung der Waggons ermittelt und auf dem Bahnsteig, am Fahrzeug und per App direkt an die Fahrgäste weitergegeben. „Damit finden Kund:innen schneller einen Sitzplatz und der Bahnbetrieb wird effizienter. So sehen Kund:innen, wo sie sich positionieren können, um besser einen Waggon mit freien Sitzplätzen zu finden“, erklärt die Deutsche Bahn.

Wenn Fahrgäste nämlich gezielter durch die Anzeigetafeln einsteigen können, kann auch die Fahrt schneller fortgesetzt werden – das soll zu mehr Pünktlichkeit führen. „Das gesamte System ist fertiggestellt und wird in den nächsten Monaten schrittweise live geschaltet“, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

Änderung bei der Deutschen Bahn: Fahrgäste mit gespaltener Meinung

Ein ICE verlässt den Kölner Hauptbahnhof.
Die Nutzung des Fernverkehrs ist mit dem 49-Euro-Ticket nur unter bestimmten Voraussetzung möglich. © Roberto Pfeil/dpa

Eine erfreuliche Nachricht für Bahnreisende: „Das ist echt stark, wenn es funktioniert“, kommentiert ein Twitter-Nutzer. Einige andere betrachten das Thema noch etwas skeptisch: „Ich finde die Idee gut, aber denke, dass sie schlecht umgesetzt ist, da der Zugzielanzeiger nicht über die gesamte Bahnsteiglänge einsehbar ist und die Anzeige/Anzeige ja eine veränderbare Variable ist“, kommentiert ein Nutzer. Einer anderen Person ist ein ganz anderes Thema wichtiger: „Wie wäre einfach mal halbwegs pünktlich fahren. Das würde den meisten ausreichen.“

Deutschlandweit werden bis Ende 2024 mehr als 1.500 Wagen von DB Regio, ein Viertel aller DB-Züge im Regionalverkehr, zur Auslastungsanzeige fähig sein. Im Februar ist der Start für den Regionalverkehr zwischen Hamburg und Lübeck geplant.

Doch auch bei der Sitzplatzreservierung könnte es eines Tages eine Revolution geben: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt ein neues Buchungssystem, das sich den Fahrgästen anpassen soll. (spo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant