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Deutsche Bahn: Neue Streiks – drei Viertel des Fernverkehrs fallen aus

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Von: Benjamin Stroka

Bahnreisende stehen im Hauptbahnhof an einem Informationsschalter.
Der Streik bei der Deutschen Bahn wird ab Montag auch wieder den Personenverkehr stark beeinträchtigen (Archivbild). © Oliver Berg/dpa

Die Lokführergewerkschaft GDL hat neue Streiks bei der Deutschen Bahn angekündigt. Geplant ist der Streik von Samstag bis Mittwoch. Das sollten Reisende wissen.

Update, 13:57 Uhr: Der Streik bei der Deutschen Bahn wird den Fernverkehr ab Montag schwer treffen. Die Bahn hat nun bekannt gegeben, dass sie während des Streiks rund ein Viertel des normalen Fahrplans im Fernverkehr anbieten werde. Damit würden rund drei Viertel aller Fernverkehrszüge zwischen Montag (23. August) 2 Uhr und Mittwoch (25. August) 2 Uhr ausfallen. Im Regionalverkehr sollen etwa 40 Prozent aller Züge fahren.

Ausgewählte Hauptstrecken im Fernverkehr, etwa Berlin-Köln, Hamburg-Köln, Hamburg-Frankfurt oder München-Stuttgart, sollen ab Montag im Zwei-Stunden-Takt fahren. Zwischen München und Berlin verspricht der Konzern mehrere Fahrten am Tag, ebenso zwischen Berlin und Frankfurt. „Die Anzahl der angebotenen Züge wird jedoch je nach Region stark schwanken“, hieß es am Freitag.

Ab Freitag (20. August) um 15 Uhr ist eine kostenlose Info-Hotline für Reisende mit Fragen zum GDL-Streik freigeschaltet. Die Rufnummer lautet 08000 996633.

Deutsche Bahn: Neue Streiks – „verschieben Sie geplante Reisen“

Update, 13:08 Uhr: Die Deutsche Bahn hat vor dem anstehenden Streik der Lokführergewerkschaft GDL sie Kulanzregeln für Fahrgäste bekannt gegeben. Durch den GDL-Streik werde es „voraussichtlich zu zahlreichen Zugausfällen im Fernverkehr der Deutschen Bahn“ geben, so das Unternehmen. Gleichzeitig betont die Bahn: „Bitte verschieben Sie Ihre für Montag, den 23.08. sowie Dienstag, den 24.08. geplanten Fernverkehrsreisen, wenn Sie nicht zwingend fahren müssen.“ Die Gültigkeit der Tickets werde ausgeweitet.

Ausweitung der Ticketgültigkeit

Die Bahn hat besondere Kulanzregeln für die Zeit des GDL-Streiks verkündet. So können alle Fahrgäste, die ein Ticket für eine Reise zwischen Montag (23. August) und Mittwoch (25. August) haben und ihre Reise wegen des Streiks verschieben möchten, ihr bereits gebuchtes Ticket ab Freitag (20. August) bis einschließlich Samstag (4. September) kostenfrei stornieren oder in diesem Zeitraum „flexibel nutzen“. Auch der Umtausch von Sitzplatzreservierungen sei in diesem Zeitraum kostenfrei. Bei Verspätungen oder Zugausfällen greifen die allgemeinen Fahrgastrechte. Weitere Informationen zur Rückerstattung, Ticket-Alternativen und Entschädigung finden Sie auch hier.

Die Bahn rechnet außerdem für die Zeit des Streiks mit sehr vollen Bahnen und empfiehlt daher eine Sitzplatzreservierung.

Erstmeldung vom 20. August, 12:09 Uhr:

Berlin – Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL geht in die nächste Runde. Nach deutschlandweiten Streiks durch die Lokführer in der vergangenen Woche kündigte GDL-Chef Claus Weselsky neue Streiks ab Samstag (21. August) an. Die Streiks sollen bis zum Mittwoch (25. August) um 2 Uhr laufen.

Streik bei Bahn ab Montag: Das ist bereits bekannt

Schon ab Samstag 17 Uhr wird der Güterverkehr bestreikt. Der Streik im Personenverkehr beginnt ab Montagnacht (23. August) um 2 Uhr. Bisher unklar ist, welche Auswirkungen der Streik auf den Regional- und Nahverkehr haben wird.

Bahn-Streik: Ab Montag fallen viele Züge aus – „völlig überflüssige“ Belastung der Kunden

Damit ruft die GDL ihre Mitglieder zum zweiten Mal in der aktuellen Tarifrunde auf, die Arbeit niederzulegen. „Sie streiken für mehr Löhne, für den Schutz ihrer Rente“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag in Berlin. Die Wut unter den Mitgliedern auf das Management sei groß.

Die Deutsche Bahn kritisierte den Streik hingegen als „völlig überflüssige“ Belastung der Kunden. „Dieser zweite Ferienstreik zeigt: Ein Tarifpartner verweigert sich permanent“, teilte Personalvorstand Martin Seiler am Freitag mit. „Statt den Mut zu haben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, treibt die GDL-Führung ihren gewerkschaftspolitischen Kampf um Ausweitung und Einfluss auf dem Rücken der Bahnkunden auf die Spitze.“

Streik bei Bahn: Erneut mehrere Millionen Reisende betroffen?

Beim zweiten Bahn-Streik gibt es für die Reisenden aber etwas mehr Vorlauf. Der Güterverkehr ist zwar schon ab Samstag, 17 Uhr dran. Der Personenverkehr wird allerdings erst in der Nacht zum Montag (23. August) ab 2 Uhr bestreikt. Der Bahn-Streik läuft diesmal bis Mittwoch (2 Uhr).

Erneut dürften Millionen Fahrgäste betroffen sein, viele von ihnen auch in NRW. Schon der letzte Streik sorgte auch im Regionalverkehr in NRW für zahlreiche Ausfälle. Die Deutsche Bahn versuchte, dem Streik mit einem Notfallfahrplan entgegenzuwirken. Auch beim zweiten Streik ist wieder mit vielen Ausfällen in NRW zu rechnen. Die Bahn will die Auswirkungen aber so gering wie möglich halten und werde sich „maximal kulant“ verhalten. Dennoch sei mit Beeinträchtigungen zu rechnen.

Bahn-Streik: GDL wehrt sich gegen Vorwürfe

Es gibt aber auch Kritik, dass die GDL erneut einen Streik in die Zeit der Corona-Pandemie legt. Diesen Vorwurf weist GDL-Chef Klaus Weselsky aber zurück. „Es ist nicht das Ziel der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in Deutschland, den Eisenbahnverkehr lahm zu legen“, sagte Weselsky am Freitag in Berlin. „Sondern es ist das Ziel, bessere Einkommen zu erreichen, die Kleinstrente zu schützen.“

Gleichzeitig attackierte Weselsky auch SPD-Politiker Karl Lauterbach, der gewarnt hatte, dass die Bahn-Streiks zu mehr Corona-Infektionen führen würden. „Der Gesundheitspapst der Sozialdemokraten, Lauterbach, schwingt sich dazu auf, die Grundrechte der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner mit Füßen zu treten“, sagte Weselsky, selbst Mitglied bei der CDU. Er sprach von Schmutzkampagnen gegen die Gewerkschaft.

Streik bei der Bahn: Tarifstreit mit GDL läuft weiter

Die Lokführergewerkschaft GDL kämpft unter anderem für eine bessere Bezahlung und fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Während die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in diesem Jahr eine Nullrunde bei den Gehältern akzeptieren will, pocht die GDL auf eine Erhöhung.

Die geforderten 3,2 Prozent hatte die Deutsche Bahn der GDL zwar angeboten, aber erst später, als von der Gewerkschaft gefordert. Auch bei der Laufzeit des Tarifvertrags liegen die Vorstellungen beider Seiten noch deutlich auseinander. (bs mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Hinweis: Dieser Artikel wird laufend ergänzt.

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