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Bahn-Gewerkschaft GDL: „Kampfansage zur Weihnachtszeit“ – drohen jetzt neue Streiks?

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Von: Jana Wehmann

Eine Person läuft mit Koffer an einem Zug vorbei.
Die Lokführer Gewerkschaft GDL macht der Deutschen Bahn eine Kampfansage (Symbolbild). © Arne Dedert/dpa

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL macht der Deutschen Bahn eine Kampfansage. Der Grund: eine Umgruppierung. Drohen nun über Weihnachten neue Streiks?

Berlin/Frankfurt – Es schien, als wären die Wogen geglättet – doch nun macht die Lokführergewerkschaft GDL der Deutschen Bahn kurz vor Weihnachten eine neue Kampfansage. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wirft der Deutschen Bahn (DB) vor, „eine Vielzahl essenzieller tarifvertraglicher Ansprüche“ zu entziehen.

Die Gewerkschaft um Bundesvorsitzenden Claus Weselsky ist sauer: „Das ist unfassbar stupide und eines vermeintlich großen Arbeitgebers unwürdig“, so der GDL-Chef. Was bedeutet das für Reisende kurz vor Weihnachten? Droht nun einer neuer Bahn-Streik? So reagiert die Deutsche Bahn.

Bahn-Streik Weihnachten 2021: GDL macht Kampfansage

Gut drei Monate ist es her, nachdem sich die GDL und die Deutsche Bahn geeinigt haben. Die gute Nachricht: Der Tarifkonflikt wurde gelöst – und die wochenlangen Streiks offiziell beendet. Nun – kurz vor Weihnachten 2021 – sieht die Lage wieder schwierig aus.

Der Vorwurf der Lokführer-Gewerkschaft: Die Deutsche Bahn würde „ohne hinreichende Rechtsgrundlage“ den GDL-Mitgliedern zahlreiche Ansprüche aus dem Tarifvertrag entziehen. Dabei bezieht sich die GDL auf ein Schreiben „zur Anwendung von Tarifverträgen unter dem Zeichen des Tarifeinheitsgesetzes“, welches an die Beschäftigen kürzlich versendet wurde.

Laut der Gewerkschaft GDL betreffe dies folgende Punkte:

Außerdem würde die Deutsche Bahn nach Auffassung der Lokführer-Gewerkschaft gegen Beschlüsse der Betriebsräte verstoßen. Diese habe eine Umgruppierung der Arbeitnehmer von  GDL- auf EVG-Tarifverträge „klar abgelehnt“, so die GDL.

GDL wettert gegen DB: Unternehmen weist Vorwürfe zurück – „GDL wirft Sand ins Getriebe“

Damit spitzt sich die Lage nochmal kurz vor Weihnachten und den Feiertagen zu. Aber wie steht die Deutsche Bahn zu den scharfen Angriffen der GDL? Auf 24RHEIN-Anfrage erklärt eine DB-Sprecherin: „Das weise ich als Unsinn zurück. Die GDL hat mit dem Tarifabschluss das Tarifeinheitsgesetz akzeptiert. Es ist die GDL, die Sand ins Getriebe wirft und aktuell verhindert, dass Sozialleistungen ausgezahlt werden.“

Claus Weselsky, Vorsitzender der GDL, betont jedoch: „Wer so mit seinen Mitarbeitern umgeht, zumal in einer durch die Corona-Pandemie besonders belasteten Zeit, muss sich nicht wundern, wenn er die Quittung erhält von desillusionierten und demotivierten Beschäftigten.“

Deutsche Bahn: Neuer Fahrplan

Seit dem 12. Dezember gilt bei der Deutschen Bahn der neue Fahrplan. Dieser umfasst nicht nur zahlreiche neue Strecken, sondern vor allem auch schnellere Verbindungen. So ist Berlin von Köln aus in unter vier Stunden zu erreichen.

GDL gegen Deutsche Bahn: Drohen erneut Streiks?

Viele Reisende sind nun verunsichert – wie geht es weiter? Drohen Streiks über Weihnachten? Trotz der Vorwürfe hat die Lokführer-Gewerkschaft bislang keinen Streik bei der Deutschen Bahn angekündigt. Ob es dabei bleiben wird, ist noch offen.

Sollte es jedoch zu Streiks und Arbeitsniederlegungen kommen, hätte das – gerade über die Weihnachtszeit – erhebliche Folgen für viele Reisende. Denn etliche Menschen nutzen die Deutsche Bahn, um über Weihnachten in die Heimat zu fahren und Familie und Freunde zu besuchen. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 22. Dezember um 19:34 Uhr inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Reaktion der Deutschen Bahn ergänzt.

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