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Warum die Mobilitätsgarantie beim DeutschlandTicket oft nicht greift – was Kunden wissen sollten

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Von: Jonah Reule

Auch beim Deutschlandticket gilt die Mobilitätsgarantie der Deutschen Bahn. Doch oft werden Entschädigungen gar nicht ausgezahlt.

Köln – Seit dem 1. Mai nutzen viele Menschen in Deutschland das 49-Euro-Ticket. Egal ob fürs Pendeln zur Arbeit oder auf Reisen, das Deutschlandticket lässt sich für viele Zwecke nutzen. Doch zum Start des neuen Bahntickets gab es immer wieder Ärger, etwa wegen Problemen bei den Kontrollen des Deutschlandtickets. Auch in Sachen Mobilitätsgarantie der Bahn zeichnet sich nun ein ärgerliches Detail für Deutschlandticket-Kunden ab. Denn die Mobilitätsgarantie greift beim 49-Euro-Ticket oftmals nicht.

Mobilitätsgarantie beim Deutschlandticket: Entschädigungen werden oftmals nicht ausgezahlt

Ein Zug der Linie RE1 RRX fährt Richtung Aachen
Wer sein Deutschlandticket nutzt und mehr als eine Stunde zu spät am Ziel ankommt, hat Anspruch auf 1,50 Euro Entschädigung (Archivfoto). © Michael Gstettenbauer/Imago

Wer schon mal mit einem ICE oder einem anderen Zug der Deutschen Bahn gefahren ist, kennt die Konditionen der Mobilitätsgarantie. Diese sind in den Fahrgastrechten festgelegt und verpflichten die Bahn unter anderem zur Zahlung von Entschädigungen, ab einer bestimmten Verspätungszeit. Generell gilt: Ab einer Verspätung von mindestens 60 Minuten am Zielort erhalten Reisende 25 Prozent des Fahrpreises zurück.

Beim Deutschlandticket sieht die Sache jedoch ein bisschen anders aus. Denn da dieses ein monatliches Abo-Ticket ist, wird pro Fahrt der entsprechende Entschädigungspreis errechnet. Und dieser liegt laut der Bahn bei 1,50 Euro pro Fahrt. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn: „Bitte beachten Sie jedoch, dass Entschädigungsbeträge unter 4 Euro aufgrund einer gesetzlichen Bagatellgrenze nicht ausgezahlt werden“, heißt es auf der Online-Seite der Bahn. Heißt so viel wie: Wer einmal zu spät am Zielort ankommt, bekommt nicht automatisch gleich keine Entschädigung.

Deutsche Bahn: Entschädigungsbeträge können monatlich gesammelt werden

Die entsprechende Entschädigungsbeträge können pro Monat aber gesammelt werden. Das bedeutet: Wer innerhalb eines Monats dreimal mit dem 49-Euro-Ticket fährt und mehr als 60 Minuten verspätet ankommt, kann diese drei Entschädigungsansprüche bei der Bahn geltend machen. In diesem Fall stünden Deutschlandticket-Kunden dann 4,50 Euro zu.

Entschädigungen beim Deutschlandticket

► Ab einer Verspätung von mindestens 60 Minuten: 1,50 Euro

► Beträge können monatlich gesammelt werden

► Entschädigungen unter 4 Euro werden nicht ausgezahlt

Maximal können aber nur 25 Prozent des Preises vom 49-Euro-Ticket zurückgefordert werden. Das wären bei den 49 Euro, die das Deutschlandticket monatlich kostet, genau 12,25 Euro. Teilt man diesen Betrag durch die 1,50 Euro, die es pro verspäteter Ankunft gibt, so kann man pro Monat maximal acht Entschädigungsansprüche geltend machen. Darüber hinaus gibt es keine Entschädigung.

49-Euro-Ticket: Entschädigungen beantragen

Wie bei normalen Fahrten mit der Deutschen Bahn muss auch beim 49-Euro-Ticket im Fall von Verspätungen ein entsprechender Antrag auf Entschädigung ausgefüllt werden. Das funktioniert sowohl analog, wie auch digital. Also entweder das Fahrgastrechteformular online auf der Seite der DB ausfüllen, oder ausdrucken und von Hand ausfüllen.

Vorsicht: Weitere Probleme beim 49-Euro-Ticket in Sachen Mobilitätsgarantie

Auch bei der Kombination des 49-Euro-Tickets mit einer anschließenden Fahrt gilt es in Sachen Mobilitätsgarantie einiges zu beachten. Denn: Bucht man einen ICE und nutzt für die Fahrt von zu Hause zum entsprechenden ICE-Zustieg sein 49-Euro-Ticket, verfallen laut DB im Falle einer Verspätung des Nahverkehrszuges die Mobilitätsansprüche. Im Klartext heißt das: Verpasst man wegen einer S- oder Regionalbahn seinen ICE und nutzt dabei das Deutschlandticket, so darf man nicht einfach einen anderen ICE zur Weiterfahrt nutzen. Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann folgendes tun:

Übrigens: Hat ein Nahverkehrszug eine Verspätung von mehr als 20 Minuten, dürfen auch Fernverkehrszüge für die geplante Reise mit dem Deutschlandticket genutzt werden. Allerdings muss dazu eine entsprechende Fernverkehrsfahrkarte gekauft werden. Wenn der Fahrpreis die 25 Prozent des 49-Euro-Tickets nicht übersteigt, können die Kosten erstattet werden. (jr)

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