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9-Euro-Ticket: Nachfolger für 49 Euro soll kommen – doch ab wann?

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Von: Nina Büchs, Oliver Schmitz

Nach dem 9-Euro-Ticket wird es ein bundesweites 49-Euro-Ticket geben. Dieses soll zum 1. Januar 2023 einzuführt werden. Doch es gibt noch einige Hürden.

Update vom 2. November, 18 Uhr: Das 49-Euro-Ticket kommt. Bund und Länder haben sich nach langem Streit auf eine Finanzierung geeinigt. Damit ist der Nachfolger des 9-Euro-Tickets jetzt klar. Sein Name: Deutschlandticket. Das Ticket solle schnellstmöglich eingeführt werden. Ob ein Start Anfang des Jahres klappt, ist aber offen. Die Einigung bei Finanzfragen sieht vor, dass Bund und Länder sich die Kosten für das 49-Euro-Ticket von insgesamt drei Milliarden Euro im Jahr teilen.

9-Euro-Ticket: Nachfolger für 49 Euro soll kommen – doch ab wann?

Köln – Mit dem 9-Euro-Ticket war der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland zwischen Juni und August 2022 so einfach und günstig wie noch nie. Während schnell klar war, dass das bundesweit einheitliche Tarifsystem bleiben soll, wurde über die zukünftige Preisgestaltung lange gestritten. Im Zuge des dritten Entlastungspaketes wegen der steigenden Energiepreise hat sich die Bundesregierung auf einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket festgelegt. Jetzt gibt es neue Details.

Nachfolger für 9-Euro-Ticket: Aktueller Stand und alle Entwicklungen im Überblick

Der aktuelle Stand zum 9-Euro-Ticket-Nachfolger

► Wie geht es jetzt weiter? Bund und Länder haben sich auf das 49-Euro-Ticket geeinigt. Als Teil des dritten Entlastungspakets muss das neue bundesweite ÖPNV-Ticket zudem durch den Bundestag offiziell beschlossen und vom Bundesrat bestätigt werden.

Welche Probleme gibt es noch? Wegen der Finanzierung ist das 49-Euro-Ticket noch nicht in trockenen Tüchern. Die Bundesländer sagten beim Verkehrsministertreffen am 13. Oktober zwar, sie seien bereit, das Geld auszugeben. Aber sie bräuchten dafür mehr Geld vom Staat für Busse und Bahnen. Schließlich bringe das Ticket nichts, wenn es nicht genügend Fahrzeuge gebe. Die Finanzierung soll nun auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Bundeskanzler Olaf Scholz am 2. November geklärt werden.

► Wie teuer soll der Nachfolger des 9-Euro-Tickets werden? Der Preis soll bei 49 Euro im Monat liegen. Es soll in digitaler Form erhältlich sein und monatlich gekündigt werden können.

► Wann soll der 9-Euro-Ticket-Nachfolger kommen? Ziel ist der 1. Januar 2023.

► Wer finanziert das neue bundesweite Ticket? Bund und Länder, jedoch ist die genaue Höhe und Verteilung der Kosten noch offen. Die Bundesländer haben weitere Unterstützung für Erhalt und Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel gefordert. Bundesverkehrsminister Wissing sagte, man sei noch nicht nah genug beinander, um dies ohne Finanzminister und die Ministerpräsidenten zu klären.

Stand: 1. November 2022

Nachfolger für 9-Euro-Ticket: 49-Euro-Ticket kommt

Update vom 13. Oktober, 14:30 Uhr: Bund und Länder haben sich auf ein bundesweites 49-Euro-Ticket geeignet. Das Ticket soll es in einer digitalen Form geben, sagt Bundesverkehrsminister Volker Wissing. Es soll die Möglichkeiten bieten, die auch das 9-Euro-Ticket geboten hat.

Das 49-Euro-Ticket wird es dann also nicht als Papierform, sondern nur digital geben. Laut Volker Wissing (FDP) soll es sich um ein Abo-Ticket handeln, das sich automatisch verlängert. Zudem könne es monatlich gekündigt werden. Der Bund stelle ab 2023 hierfür 1,5 Milliarden jährlich zur Verfügung. Ziel sei eine Finanzierung durch die Länder in gleicher Höhe, heißt es weiter. Geplant sei, dass das Ticket ab dem 1. Januar 2023 gilt. Einige Fragen müssen jedoch noch geklärt werden, so Wissing.

9-Euro-Ticket: Nachfolger ab Januar 2023? Bahn-Gewerkschaft dämpft Erwartung

Update vom 12. Oktober, 20:39 Uhr: Das geplante Startdatum für den Nachfolger zum 9-Euro-Ticket wackelt immer mehr. „Wenn das Ticket ab Januar starten soll, brauchen wir 1000 Einstellungen mehr als bisher geplant, auf den Bahnsteigen, in den Zügen, beim Reinigungsdienst und der DB-Sicherheit“, sagt EVG-Vize Martin Burkert am Mittwoch (12. Oktober). Zudem bräuchte es „mehr Züge und eine Sanierung der beschädigten Züge“, ergänzt er im RND.

Dieser Forderung schließt sich auch das Bündnis „ÖPNV braucht Zukunft“ an, zu dem neben der EVG unter anderem weitere Gewerkschaften (DGB doer Verdi) oder Umweltverbände (NABU oder BUND) angehören. Demnach bräuchte es neben bezahlbaren und einfache Tickets auch „hohe und dauerhafte Investitionen“ in Erhalt und Ausbau der Infrastruktur, Barrierefreiheit, Personal und Fahrzeuge.

Verblüffende Umfrage zum 9-Euro-Ticket: Preis des Nachfolgers nicht am wichtigsten

Eine Hand hält verschiedene Fahrscheine (9, 29-, 49-Euro-Monatsticket). Im Hintergrund fährt ein Zug.
Der bundesweite Nachfolger des 9-Euro-Tickets soll zwischen 49 und 69 Euro im Monat kosten. In Berlin gibt es bald eins für 29 Euro. © Wolfgang Maria Weber/Imago

Update vom 23. September, 15:00 Uhr: Pünktlichkeit vor Preis – das ist das Ergebnis einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs während und direkt nach der Zeit des 9-Euro-Tickets. Bei der Untersuchung mit 2500 Teilnehmenden (3. Juni bis 6. September 2022) kam heraus, dass Preis zwar ein wichtiger Faktor ist, aber nicht der wichtigste. „Eine Neuauflage des 9-Euro-Tickets kann nur in Verbindung mit zuverlässiger Qualität funktionieren“, heißt es in einer Mitteilung am Freitag (23. September).

Rund zwei Drittel der Befragten nannten Pünktlichkeit und verlässliche Umstiege als besonders wichtig, für eine weitere Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und somit auch des 9-Euro-Nachfolgers. Direkt danach kommt eine enge Taktung im ÖPNV, um ihn dauerhaft als Alternative zu anderen Fortbewegungsmitteln zu nutzen. Erst danach fiel die Höhe des Preises als entscheidender Faktor. Jedoch ist dies immerhin jedem zweiten Befragten wichtig für die ÖPNV-Nutzung. Dazu gehört laut Umfrage aber auch, dass das Preissystem möglichst einfach ausfällt

9-Euro-Ticket: ÖPNV-Reduzierung wegen Nachfolger? NRW-Minister warnt

Update vom 12. September, 11:52 Uhr: Die Finanzierung droht zum Knackpunkt des 9-Euro-Ticket-Nachfolger zu werden. Nun hat sich auch NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer kritisch zu der Haltung der Bundesregierung geäußert. In einem Interview mit der Welt warnte er vor Einschnitten im Bus- und Bahnverkehr, falls sich die Länder an den Kosten beteiligen müssten.

„Es gibt keine Spielräume für die Länder, ein Nachfolgeticket zur Hälfte mitzutragen – sonst droht uns am Ende eine Reduzierung des Nahverkehrsangebotes ab Januar, um die Mehrkosten auszugleichen“, sagte der Grünen-Politiker am Sonntag (11. September). Dabei wolle man das bisherige Angebot eigentlich weiter ausbauen. Allein NRW würde in dem Fall mit mehreren Hundert Millionen Euro belastet, sagte Krischer.

Die Länder seien ohnehin mit enormen Kostensteigerungen und Defiziten beim Öffentlichen Nahverkehr konfrontiert. Die Verkehrsministerkonferenz fordere über alle Parteigrenzen eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel um drei Milliarden Euro. (os mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wird laufend aktualisiert.

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