Auswertung des Corona-Jahrs 2020

Flughäfen: Passagierluftverkehr fast am Boden – größte Verlierer sind Paderborn und Saarbrücken

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Im Corona-Jahr 2020 sind die Passagierzahlen enorm zurückgegangen, sodass Terminals ungenutzt blieben.
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An den deutschen Flughäfen sind die Passagierzahlen um drei Viertel zurückgegangen. Im Corona-Jahr wurden bundesweit nur 63 Millionen Fluggäste gezählt.

  • Die Passagierzahlen an den deutschen Flughäfen sind im Durchschnitt um etwa 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen
  • Die größten Verlierer sind die Flughäfen in Saarbrücken und der Paderborn-Lippstadt Airport
  • Erst im Jahr 2025 könnte im Passagiergeschäft das Niveau von 2019 erreicht werden

Köln – Für die deutschen Flughäfen stand im vergangenen Jahr vor allem eines im Fokus: der weitere Verlauf der Corona-Krise. Denn durch die Auswirkungen der Pandemie ist 2020 kaum noch ein Flieger gestartet und die NRW-Flughäfen sind in eine Corona-Flaute geraten. Ähnliches gilt für alle Flughäfen in Deutschland: So sind die Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr um etwa drei Viertel eingebrochen. Das zeigt die Jahresbilanz 2020, die der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) veröffentlicht hat.

Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Passagiere an den deutschen Flughäfen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gedrückt. Von Januar bis Dezember 2020 wurden bundesweit 63 Millionen Fluggäste gezählt, was einem Rückgang von etwa 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Corona-Krise: Deutsche Flughäfen sind stark betroffen

Der Einbruch bei den deutschen Flughäfen war sogar noch stärker als im weltweiten Durchschnitt. Denn der Luftverkehr ab Deutschland ist besonders stark durch internationalen Verkehr geprägt, der durch die Reisebeschränkungen stärker betroffen wurde.

Mit den nochmals verschärften Reisebeschränkungen ist die Nachfrage an den deutschen Flughäfen auf nur noch zehn Prozent im November und zwölf Prozent im Dezember zurückgegangen.

Flughäfen im Corona-Jahr: Saarbrücken und Paderborn verzeichnen größten Rückgang

Größte Verlierer sind nach den Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen Saarbrücken und Paderborn, wo die Passagierzahlen rund 87 Prozent unter dem Vorjahr lagen. Dortmund schnitt mit einem Minus von 55 Prozent noch am besten ab, was bereits ein Vergleich mit den NRW-FlughäfenKöln/Bonn (CGN), Düsseldorf (DUS), Weeze-Niederrhein (NRN), Münster/Osnabrück (FMO) und Paderborn (PAD) – zeigte.

Bei den großen Flughäfen wie dem Rhein-Main-Airport Frankfurt, München, Berlin und Düsseldorf bewegen sich die Rückgänge um drei Viertel.

In der Folge verzeichnen sowohl Fluggesellschaften als auch Flughäfen derzeit hohe Umsatzeinbrüche und stark steigende finanzielle Verschuldung. Es droht der Abbau von jedem vierten Arbeitsplatz in der deutschen Luftverkehrswirtschaft.

„Die deutsche Luftverkehrswirtschaft war über weite Teile des Jahres im Dauer-Lockdown und ist nun nahe des Stillstands. Das darf sich in diesem Jahr nicht fortsetzen, sonst drohen irreversible Strukturbrüche mit dramatischen Folgen für die Anbindung des deutschen Wirtschaftsstandortes und für die Reisewirtschaft“, sagt Peter Gerber, BDL-Präsident.

Flugverkehr: Erst im Jahr 2025 wieder auf Niveau von vor der Corona-Krise

Während das Flugangebot zum Jahresanfang nur etwa 20 Prozent des üblichen Flugverkehrs umfassen wird, stehen mit einsetzendem Sommerflugplan für März circa 47 Prozent in den Flugplänen.

Der BDL geht davon aus, dass der Luftverkehr aufgrund einer veränderten Nachfrage im Geschäftsreiseverkehr wie auch bei touristischen Reisen in den nächsten Jahren nicht zur ursprünglichen Entwicklung zurückkehren werde – weder weltweit noch speziell in Deutschland.

Sofern die Corona-Krise bis Ende 2021 und die Rezession bis Ende 2022 überwunden werde, könne im deutschen Flugverkehr im Jahr 2025 wieder das Niveau von 2019 erreicht werden. (jaw/dpa)

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