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Chaos und lange Wartezeiten am Flughafen Düsseldorf – jetzt sollen Studenten helfen

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Von: Benjamin Stroka

Lange Schlange am Flughafen Düsseldorf.
Am Flughafen Düsseldorf kam es auch am Freitag vor Pfingsten wieder zu langen Schlangen und Wartezeiten. © NurPhoto/Imago

Am Flughafen Düsseldorf brauchen Reisende seit Wochen viel Geduld. Die Sommerferien könnten die Lage weiter verschärfen. Der Airport plant nun ungewöhnliche Maßnahmen.

Düsseldorf – Personalmangel an den Sicherheitskontrollen sorgt seit Wochen für Chaos, Verspätungen und lange Schlangen am Flughafen Düsseldorf und anderen Airports in Europa. Passagiere sind sauer, Mitarbeiter gestresst und niemand mit der Situation zufrieden. Auch zum Start ins Pfingstwochenende zeigte sich das gleiche Bild. Die Wartezeiten vor den Sicherheits-Checks in Düsseldorf dauerten bei vielen über eine Stunde lang.

Flughafen Düsseldorf: Lange Wartezeiten – und die Sommerferien stehen vor der Tür

Doch die Situation könnte sich bald nochmal verschärfen. Denn am 27. Juni beginnen in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. Auch die Passagierzahlen werden dann nochmal deutlich steigen. Es herrscht begründete Sorge, dass das Chaos am Flughafen in Düsseldorf dann sogar noch größere Ausmaße annehmen könnte. Dem will der Airport jetzt mit mehreren Maßnahmen entgegensteuern. Die Gewerkschaft Verdi zweifelt die Wirksamkeit aber schon im Vorfeld an.

Flughafen Düsseldorf
Adresse:Flughafenstraße 105, 40474 Düsseldorf
Terminals:3
Flughafencode:DUS
Passagiere pro Jahr:25.489.412 (2019)

Flughafen Düsseldorf: Bei den Sicherheitskontrollen fehlt Personal

„Die aktuelle Situation ist eine große Belastung, insbesondere für unsere Fluggäste und unsere Beschäftigten“, sagt Thomas Schnalke, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Airports. „Die Anspannung unter den Passagieren, die sich Sorgen machen, aufgrund langer Wartezeiten am Check-in und an der Sicherheitskontrolle ihren Flug zu verpassen, ist hoch.“ Schnalke rechnet damit, dass „diese für alle Beteiligten unbefriedigende Situation“ auch während der Sommerferien anhalten werde. Besonders wer am frühen Morgen und am späten Abend reist, werde weiterhin Geduld brauchen.

Das größte Problem sind aktuell die Sicherheitskontrollen. Dort fehlt Personal. Der Flughafen Düsseldorf sieht diesbezüglich die Bundespolizei und ihren Sicherheitsdienstleister in der Verantwortung. Im Juni 2020 hatte die Bundespolizei den Dienstleister Deutscher Schutz und Wachdienst (DSW) mit den Kontrollen beauftragt. Das Sicherheitsunternehmen könne aber nicht genügend Personal für die Kontrollen bereitstellen, kritisierte bereits vor einigen Tagen ein Flughafensprecher. Pro Schicht fehlten aktuell bis zu 140 Kontrollkräfte. „Aus unserer Sicht ist ein zweiter Sicherheitsdienstleister am Standort Düsseldorf unabdingbar“, sagte der Sprecher.

Düsseldorf: Studenten sollen am Flughafen aushelfen

Um die Situation am Flughafen Düsseldorf zu verbessern, hat der Airport jetzt selbst verschiedene Maßnahmen vorgestellt. Unter anderem sollen studentische Hilfskräfte die Service-Kräfte im Terminal während der sechs Ferienwochen unterstützen. Die Studentinnen und Studenten sollen dann beispielsweise Passagiere zu anderen Kontrollstellen umleiten. Zusätzlich könnten sie laut Flughafen auch dabei helfen, die Kontrollen zu beschleunigen, indem sie Passagiere daran erinnern, dass etwa elektronische Geräte oder Flüssigkeiten griffbereit sein, Jacken ausgezogen oder Gürtel geöffnet werden sollten.

Ein weiteres Problem der vergangenen Wochen: Fluggäste mussten zum Teil erhebliche Wartezeiten an den Gepäckbändern einplanen. Obwohl diese Arbeiten eigentlich in der Verantwortung der Airlines liegen, will der Flughafen Düsseldorf dort nun ebenfalls unterstützen. Servicekräfte des Flughafens sollen bei der Abfertigung und der Annahme des Gepäcks helfen. An den Gepäckbändern selbst sollen weitere Servicekräfte bei längeren Wartezeiten Wasser verteilen.

Flughafen Düsseldorf: Verdi kritisiert geplante Maßnahmen

Kritik an den geplanten Maßnahmen kommt unter anderem von der Gewerkschaft Verdi. Sie bezeichnet die Maßnahmen am Flughafen als „Flickschusterei“. Verdi-Experte Özay Tarim kritisiert, dass zu Stoßzeiten oftmals alle Flugsteige voll seien und man Passagiere so überhaupt nicht umverteilen könne. Das größte Problem sei aber ohnehin der Personalmangel bei den Sicherheitskontrollen. Wirklich Besserung ist für Reisende am größten Flughafen in NRW also vorerst weiterhin nicht in Sicht. (bs mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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