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Flughafen Düsseldorf droht nach Chaos bei Pegasus Airlines mit Folgen

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Von: Benjamin Stroka

Reisende gehen im Flughafen Düsseldorf mit Koffern durch die Abflughalle.
Für viele Reisende der Airline Pegasus wurde der Sommerferienstart am Flughafen Düsseldorf zu einem Chaos. (Symbolbild) © Henning Kaiser/dpa

Zum Start der Sommerferien in NRW sorgte Pegasus Airlines für Chaos am Flughafen Düsseldorf. Der Airport droht nun mit Konsequenzen.

Düsseldorf – 17 Flüge in die Türkei wollte die türkische Pegasus Airlines am ersten NRW-Sommerferienwochenende vom Flughafen Düsseldorf aus starten. Doch Personalmangel und fehlende Kommunikation sorgten für Tumulte und Chaos am Flughafen. Am Freitag (2. Juli) mussten sogar Beamte der Bundespolizei zur Unterstützung einschreiten. Der Flughafen Düsseldorf hat sich zu den chaotischen Szenen geäußert und die Fluggesellschaft Pegasus scharf kritisiert.

Flughafen Düsseldorf: Stundenlange Wartezeiten bei Pegasus Airlines

Fünf Flüge wurden ersatzlos gestrichen, sechs weitere an andere Flughäfen umgeleitet – unter anderem auch an den Flughafen Köln/Bonn. Passagiere standen ohne Informationen vor leeren Schaltern der türkischen Airline Pegasus in Düsseldorf. Es kam zu Wartezeiten von bis zu fünf Stunden und in Zuge dessen auch zu Tumulten in der Abflughalle. Die wenigen Mitarbeiter der Airline wurden von aufgebrachten Passagieren angegangen, sodass die Bundespolizei zur Schlichtung eingreifen musste.

Pegasus verwies auf einen externen Dienstleister, der sich um die Abfertigung hätte kümmern sollen. Allerdings hätten sich bei dem ausführenden Unternehmen am Freitag gleich zwölf Mitarbeiter krankgemeldet, wodurch es zu diesem großen Personalengpass gekommen sei. „Darauf haben wir bedauerlicherweise keinen Einfluss nehmen können“, hieß es vonseiten der Airline am Sonntag. Man wolle sich nun um eine Entschädigung der Passagiere bemühen und dafür zu jedem Fluggast Kontakt aufnehmen.

Flughafen Düsseldorf mit scharfer Kritik an Pegasus Airlines

Der Flughafen Düsseldorf reagierte inzwischen mit Unverständnis und scharfer Kritik auf das Pegasus-Chaos zum Start in die Sommerferien. Thomas Schnalke, CEO des Flughafens, erklärte in einem Statement, dass sich der Airport „sehr gewissenhaft auf diesen Sommer unter Corona-Bedingungen vorbereitet“ habe. Im Vergleich zu 2019 seien die Passagierzahlen nur etwa halb so hoch gewesen. „Für 98 Prozent der Passagiere“ sei der Ferienstart daher auch „reibungslos“ verlaufen, so Schnalke

Nur nicht bei der Airline Pegasus. Diese sei wegen Personalmangels nicht in der Lage gewesen, ihre „ab Düsseldorf vorgesehenen Türkeiflüge planmäßig und vollumfänglich abzufertigen“, kritisiert der Airport-CEO. Für die langen Wartezeiten und die fehlenden Informationen vor Ort trage Pegasus die Verantwortung. „Seit jeher gilt die Arbeitsteilung, dass die Airlines für die operativen Handling-Prozesse verantwortlich sind, und der Flughafen die nötige Infrastruktur zur Verfügung stellt. Das haben wir getan: Wir haben Pegasus am Freitag eine ganze Sektion von insgesamt 14 Schaltern mit über 1000 Quadratmetern Wartefläche bereitgestellt.“

Flughafen Düsseldorf bringt Ausschluss von Pegasus Airlines ins Gespräch

Die dortigen Schalter waren aber mit zu wenig oder zeitweise überhaupt keinem Personal besetzt. Es sei auch kein Vertreter der Airline vor Ort gewesen, um mit den Reisenden zu sprechen. „Das ist nicht akzeptabel und eine Ausnahmesituation, die in meiner Zeit am Düsseldorfer Flughafen noch nie vorgekommen ist. Die Versäumnisse von Pegasus Airlines werden Folgen haben“, findet Schnalke klare Worte. Er bringt sogar einen Ausschluss von Pegasus am Flughafen Düsseldorf ins Gespräch.

Schnalke mache sich um die „operative Handlungsfähigkeit“ von Pegasus „große Sorgen“. Wenn eine Airline ihren operativen Verpflichtungen nicht nachkommen könne, dann „gehört sie nicht an unseren Airport“, so der CEO weiter. Der Flughafen prüft nun den entstandenen Schaden und droht Pegasus Airlines mit rechtlichen Schritten. (bs)

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 8. Juli aktualisiert. Neuerung: Pegasus Airlines bemüht sich um eine Entschädigung der betroffenen Passagiere.

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