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Air India: Jet landet ungeplant in Frankfurt – weil plötzlich ein Passagier mehr an Bord war

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Von: Thomas Kemmerer

Helfer und Crew stehen in der Business Class eines Air India Dreamliners um eine Mutter, die dort gerade ein Kind geboren hat
Selfies mit Helfies: Glückliche Helfer, glückliche Crew, erschöpfte Mutter. © Air India

Air India Flug AI150 London - Indien: Über dem Balkan stellt sich heraus, dass statt 202 auf einmal 203 Passagiere an Bord des Boeing 787 Dreamliners sind – Crew entschließt sich zur Landung in Frankfurt/Main.

Frankfurt – Der Flug AI150 der indischen Fluggesellschaft Air India startete am Dienstag um 14:21 Uhr deutscher Zeit mit 202 Menschen pünktlich in London. Das Ziel: die Küstenstadt Kochi, Indien, im malerischen Bundesstaat Kerala („God‘s Own Country“). Doch über dem Schwarzen Meer, etwa 3 Stunden nach dem Start in der britischen Hauptstadt, drehte die Maschine vom Typ Boeing 787 Dreamliner wieder um – der Grund: Plötzlich war ein Passagier mehr an Bord!

Bei einer Reisenden hatten die Wehen eingesetzt, Blitzgeburt über den Wolken - es ist ein Junge. Noch über Bulgarien entschloss sich daher die Air India-Crew, den Flug nicht wie geplant fortzusetzen. Neues Ziel: der Flughafen Frankfurt!

Air India
Gegründet:1932
Flotte:127 Flugzeuge
Ziele:102 (davon 57 in Indien)

Air India Flug AI150 London - Kochi: Warum Baby-Stopp ausgerechnet in Frankfurt?

Und so landete Air India Flug AI150 fünf Stunden nach Start nicht in Kerla mit Meer, Curry Chicken und Mango-Lassi – sondern in Frankfurt mit Main, Handkäs und Äppelwoi: Hier wurden Mutter und Kind vorsorglich im Krankenhaus untersucht. Für die anderen Passagiere ging es bereits um 20:40 Uhr wieder Richtung Indien, wo sie am Mittwochmorgen gegen halb sechs landeten – mit sechs Stunden Verspätung. Von Ärger darüber ist bei Air India keine Spur: „Möge Gott das Baby mit einem gesunden und langen Leben segnen“, verkündet die Fluggesellschaft.

Warum die Boeing der Air India nach der Geburt über dem Balkan ausgerechnet Frankfurt ansteuerte? Einer der Gründe dürfte schlicht darin liegen, dass Air India dort eigenes Personal vorhält: Am Drehkreuz Frankfurt hätten die anderen Passagiere gegebenenfalls leichter auf andere Flüge umgebucht werden können – was letztlich nicht notwendig war. Und auch Mutter und Baby können so Indiens ältester Airline treu bleiben. „Bald werden sie mit uns nach Hause fliegen“, so Air India stolz. (kem)

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