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Lange Wartezeiten? Flughafen Köln/Bonn reagiert auf Vorwürfe

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Von: Jana Wehmann

Der Eingang des Flughafens Köln/Bonn.
Der Flughafen Köln/Bonn kämpft mit langen Wartezeiten (Symbolbild). © Marius Becker/dpa

Passagiere benötigen am Flughafen Köln/Bonn Geduld. Damit sich die Wartezeiten nicht nur an den Sicherheitskontrollen verbessern, sucht der Flughafen derzeit nach Mitarbeitern.

Köln – Am Flughafen Köln/Bonn herrschten in den vergangenen Woche teils chaotische Zustände. Nachdem bereits Passagiere von Verspätungen und langen Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen berichtet hatten, schritt auch die Gewerkschaft Verdi ein. Die aktuelle Situation am Flughafen Köln/Bonn sei „besorgniserregend“, so Verdi. Nun meldet sich jedoch auch der Flughafen Köln/Bonn zu Wort: Damit sich die Wartezeiten verbessern, suche der Flughafen verstärkt Personal. Wird sich die Lage für Passagiere entspannen?

Flughafen Köln/Bonn mit langen Wartezeiten: Was ist passiert?

Seit den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen kam es am Flughafen Köln/Bonn immer wieder zu längeren Warteschlangen. Vor allem an Wochenenden sorgten Staus an den Sicherheitskontrollen für verärgerte Passagiere. Darauf reagierte bereits der Sicherheitsdienstleister Securitas, der die Kontrollen am Flughafen seit Juli übernimmt, und stockte das Personal für August stark auf.

Nun meldete sich jedoch auch Verdi: Die Gewerkschaft berichtet davon, dass Urlauber nicht nur beim Check-in oder auf dem Rollfeld warten müssten, sondern auch am Urlaubsort bereits feststellen mussten, dass der Flieger ohne ihr Gepäck abgehoben sei. Auch für Urlaubs-Rückkehrer sei die Situation am Flughafen Köln/Bonn nicht einfacher, sie müssten laut Verdi mehrere Stunden auf ihr Gepäck warten. Die Gewerkschaft spricht in einer Mitteilung dabei von Szenen, die absurd klingen: „Es geht so weit, dass Passagiere versuchen, wieder an das Flugzeug zu kommen, um ihr Gepäck selber auszuladen und abzuholen.“

Verdi kritisiert Flughafen Köln/Bonn: Lange Wartezeiten durch Sparmaßnahmen

Die Gewerkschaft Verdi findet klare Worte: „Die Geschäftsführung hat ihre Aufgaben nicht im Griff und sich über Monate verweigert, Personal einzustellen, um für die absehbare Situation gewappnet zu sein. Nun wird versucht, mit teuren Hauruck Maßnahmen, wie zum Beispiel Anwesenheitsprämien von bis zu 100 Euro pro Schicht ihre Fehler zu kaschieren“, sagt Frank Munkler, zuständiger ver.di Gewerkschaftssekretär am Flughafen.

Laut Munkler würden mehr als 100 Mitarbeiter unter anderem in den Bereichen Abfertigung und Einweisung fehlen. Daher hat die Gewerkschaft die Geschäftsführung des Flughafens Köln/Bonn aufgefordert, sich von „ihrem Sparkurs auf dem Rücken der Beschäftigten zu verabschieden“ und Vollzeit-Personal einzustellen.

Flughafen Köln/Bonn in „besonderen Situation“: Corona erschwert Planung

Der Luftverkehr befinde sich durch die Corona-Krise noch immer in einer „besonderen Situation“, so der Flughafen Köln/Bonn. Die Folgen der Pandemie seien im gesamten Luftverkehrssystem sowie an allen größeren Flughäfen spürbar. „In der Folge kommt es deshalb auch am Flughafen Köln/Bonn im gesamten Abfertigungsprozess zu zeitaufwändigeren Abläufen – egal ob bei Dienstleistern am Check-in, in der Sicherheitskontrolle oder beim Flughafen in der Flugzeugabfertigung“, erklärt der Flughafen in einer Mitteilung.

Das Passagieraufkommen liege zwar insgesamt „deutlich unter dem Vorkrisenniveau“, gleichzeitig führe jedoch die Reiselust zu einem „steilen Anstieg des Passagierverkehrs“ und zu erheblichen Verkehrsspitzen. Während im Juli das Volumen bei rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau lag. Allerdings überstieg die Zahl der Flüge in Spitzenzeiten sogar Werte aus dem Jahr 2019. Diese Entwicklungen stelle den Flughafen Köln/Bonn vor „große operative Herausforderungen“ und erschwere die Personaleinsatzplanung.

Flughafen Köln/Bonn sucht Personal: Wird sich die Wartezeit verkürzen?

In einem Schreiben reagiert der Flughafen Köln/Bonn nun auf die Forderungen der Gewerkschaft. Der Flughafen entgegnet Verdi dabei, dass die Flughafengesellschaft derzeit zahlreiche neue Beschäftigte suche und dazu wöchentlich Gespräche führen. „Der Flughafen Köln/Bonn arbeitet mit Hochdruck daran, insbesondere die personelle Situation in den operativen Bereichen, z.B. der Flugzeugabfertigung, dem stark gestiegenen Bedarf weiter anzupassen und den Personaleinsatz spürbar zu verbessern“, heißt es in der Mitteilung.

Damit sich die aktuellen Engpässe am Flughafen Köln/Bonn verbessern, würden bereits Mitarbeiter aus Verwaltung und Management aushelfen. Wie lange die Wartezeiten für Passagiere noch andauern werden, ist unklar. Passagiere sollten jedenfalls ausreichend Zeit vor ihrem Abflug einplanen. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage.

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