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Flughafen Köln/Bonn: Streik am Montag – zwei Drittel aller Starts gestrichen

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Von: Oliver Schmitz

Terminal 2 am Köln Bonn Airport. Der Flughafen Köln/Bonn Konrad Adenauer ist ein internationaler Verkehrsflughafen in Köln.
Am Flughafen Köln/Bonn werden Mitarbeiter der Passagierkontrolle streiken. © Future Image/Imago

Am Flughafen Köln/Bonn wird erneut die Arbeit niedergelegt. Beim Streik am Montag (28. Februar) sind auch die Passagierkontrollen betroffen. 56 Flüge fallen aus.

Update vom 28. Februar, 16:40 Uhr: Der Flughafen Köln/Bonn hat eine erste Bilanz zum Streik bei den Passagierkontrollen am Montag gezogen. Demnach wurden rund zwei Drittel aller eigentlich geplanten Abflüge gestrichen. Der Airport spricht auch von „deutlich weniger Betrieb in den Terminals“. Insgesamt wurden 56 Flüge, darunter 39 Abflüge und 17 Ankünfte, annulliert. Nur 25 der 64 geplanten Abflüge können wie erwartet stattfinden. Dadurch wurden 6000 Passagiere weniger gezählt, als geplant. Am Dienstag (1. März) soll der Flugverkehr wieder seinen gewohnten Lauf nehmen. Geplant sind dann insgesamt 116 Flüge, darunter 57 Starts und 59 Landungen.

Flughafen Köln/Bonn: Streik – fast jeder zweite Flug fällt aus

Erstmeldung vom 26. Februar, 14:15 Uhr: Köln – Am Montag (28. Februar) müssen Reisende am Flughafen Köln/Bonn mit einigen Unbequemlichkeiten rechnen. Denn die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik bei den Mitarbeitern der Fluggastkontrolle aufgerufen. „Dadurch ist mit erheblichen Beeinträchtigungen des Flugbetriebs zu rechnen“, teilte der Flughafenbetreiber Köln/Bonn am Samstagabend (26. Februar) mit. Es drohen nicht nur längere Wartezeiten, sondern auch etliche Flugausfälle, wie bereits am Freitag beim Streik am Flughafen Düsseldorf. Laut Flughafen sind am Montag 56 Flüge betroffen.

Streik am Flughafen Köln/Bonn: Wann ist der Streik? Welcher Bereich ist betroffen?

„Der Streik wird um 0:00 Uhr beginnen und um 24:00 Uhr wieder enden“, erklärte ein Verdi-Sprecher am Samstag (26. Februar) in Düsseldorf. Im Gegensatz zum letzten Streik am Flughafen Köln/Bonn betrifft die Arbeitsniederlegung am Montag explizit die Fluggastkontrollen. Damit möchte die Gewerkschaft vor der nächsten Verhandlungsrunde Druck auf den Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) ausüben. Bei den Tarifverhandlungen geht es vor allem um Lohnerhöhungen.

Flughafen Köln/Bonn: Streik bei Fluggastkontrollen – beinahe jeder zweite Flug fällt aus

Aufgrund des Streiks rechnet der Flughafen Köln/Bonn nicht nur mit „deutlichen Verzögerungen“ – also längeren Wartezeiten – bei den Fluggastkontrollen, sondern auch mit „zahlreichen Flugstreichungen“. Alle Passagiere, die für den 28. Februar einen Flug vom Airport gebucht haben, sollen sich vor der Anreise beim Reiseveranstalter oder der Airline über den Status des Flugs erkundigen.

Am Montagmorgen teilte der Flughafen mit, dass „große Teile der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der privaten Sicherheitsdienste“ die Arbeit niedergelegt haben. Aktuell sei nur eine Kontroll-Spur für Passagierkontrollen geöffnet. Eigentlich waren für Montag 126 Passagierflüge mit rund 13.000 Passagieren geplant (64 Abflüge, 62 Ankünfte) geplant. Doch ein Großteil fällt aus. „Insgesamt haben die Fluggesellschaften heute 56 Flüge (39 Abflüge und 17 Ankünfte) gestrichen“, so der Flughafen weiter. Damit fällt fast jeder zweite Flug aus. „Insgesamt finden heute voraussichtlich lediglich 25 Abflüge statt. Im Laufe des Tages muss mit weiteren Beeinträchtigungen des Flugbetriebs gerechnet werden.“ Zudem könne es auch nach dem Ende des Streiks noch zu Unregelmäßigkeiten im Flugplan kommen. (Stand: Montag, 9:05 Uhr)

Diese Airlines haben Flüge abgesagt:

Flughafen Köln/Bonn: Flüge werden während Streik einzeln aufgerufen

Info für Passagiere am Flughafen Köln/Bonn:

Der Flughafen rät allen Passagieren, sie bei ihren jeweiligen Airlines über den Flugstatus zu erkundigen. Außerdem wurde eine Telefon-Hotline vonseiten des Flughafens unter der Rufnummer 02203-40 4000 eingerichtet. Man werde während des Streiks die Flüge einzeln aufrufen und die Passagiere Flug für Flug zur Kontrolle bitten. „Der Flughafen bittet daher alle Gäste, besonders auf die Durchsagen im Terminal zu achten und möglichst auf Handgepäck zu verzichten oder dieses aufzugeben“, teilt der Flughafen mit.

Der Streik findet zwar am Kölner Flughafen statt, jedoch hat der Airport keinen direkten Einfluss auf die Tarifverhandlungen für das Sicherheitspersonal. Denn die Passagierkontrollen sind „hoheitliche Aufgabe der Bundespolizei“, so der Airport. Diese setzt dafür wiederum private Sicherheitsunternehmen ein. Damit ist der Flughafen „lediglich die Arbeitsstätte, an der der Arbeitskampf ausgetragen wird“.

Streik am Flughafen Köln/Bonn: Das fordert Verdi für die Luftsicherheitskräfte

Verdi agiert bei den Tarifverhandlungen für die Luftsicherheitskräfte vor allem nach dem Grundsatz „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“. Demnach soll nicht nur der Lohn-Unterschied zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen, sondern auch zwischen verschiedenen Regionen abgeschafft werden. Solche Unterschiede seien „angesichts des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften nicht mehr zeitgemäß“, erklärte die Gewerkschaft.

Jedoch geht es ganz grundsätzlich auch um eine Lohn-Erhöhung für alle. In den bisherigen beiden Verhandlungsrunden war laut Verdi bisher keine Einigung erzielt worden. Die Arbeitgeber hätten zwar ein Angebot unterbreitet, dieses sei jedoch weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Gewerkschaft vertritt nach eigenen Angaben bundesweit rund 25.000 Beschäftigte. Die Verhandlungen im Tarifstreit werden laut Verdi am 1. und 2. März in Berlin fortgesetzt. (os) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 28. Februar um 9:15 Uhr inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Statement des Flughafens Köln/Bonn vom Montagmorgen, Hinweise für Passagiere und Liste mit betroffenen Airlines.

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