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Wie das Flugtaxi in NRW Realität werden könnte

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Von: Anna Maria Pejsek

Hoch hinaus soll es gehen. Das Forschungsprojekt SkyCab möchte nicht nur die Bevölkerung von NRW schon bald per Flugtaxi zu ihrem Ziel bringen.

Aachen – Fliegen wir in Nordrhein-Westfalen schon bald per Flugtaxi zu unserer nächsten Verabredung? Den Frust über den Zug- und Bahnverkehr in Deutschland würden wir uns dann jedenfalls sparen. Wenn es nach dem Forschungsprojekt SkyCab aus Aachen geht, kann das schon bald Realität werden.

In wenigen Jahren soll es so weit sein: Flugtaxis kommen in NRW zum Personentransport zum Einsatz.
SkyCab testet sein Forschungsprojekt und will seine Flugtaxis über NRW starten lassen. © Braunwagner

Flugtaxi in NRW: Was ist SkyCab?

Unter „Science. Not Fiction“ präsentieren die Projektpartnerinnen und Projektpartner von SkyCab jetzt ihr ehrgeiziges Vorhaben, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit einem Gesamtvolumen mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert wurde. Das Forschungsprojekt der FH Aachen entwickelt seit Februar 2020 ein Flugtaxi mit dazugehörigem Mobilitätskonzept für die Menschen zwischen Maas, Rhein und Ruhr. Mit vielen weiteren Partnerinnen und Partnern, wie Braunwagner GmbH, Flughafengesellschaft Mönchengladbach GmbH oder die Stadt Aachen arbeitet ein Team aus Experten daran, das Projekt Ende 2022 erfolgreich abschließen zu können. Die Experten stammen aus dem Flugzeug- und Automobilbau, Design sowie aus der Entwicklung neuer Mobilitätsformen.  

Das ist ein Flugtaxi und dafür kann es eingesetzt werden

Ein modulares Antriebssystem ermöglicht den Flugtaxis von SkyCab unterschiedliche Transportfähigkeiten.
SkyCabs sollen neben dem Personenverkehr unter anderem auch zum Notfalltransport genutzt werden. © Braunwagner

Flugtaxis sind auch unter dem Begriff Lufttaxi bekannt. Es handelt sich dabei um kleine Fluggeräte, die im Personen- oder Frachtflugbetrieb eingesetzt werden. Dabei spielt aber die Strecke eine Rolle, in dem Fall ist es eine kurze Strecke mit wenig Passagieren.

Die SkyCaby sind modular aufgebaut. Das heißt, das Antriebselement der Taxis bleibt gleich, es können aber unterschiedlich ausgelegte Transportelemente gebaut werden. Zum einen kann es für die Personenbeförderung eingesetzt werden. Laut SkyCab bieten vor allem die Geschäftsreisen in der Metropolregion Rhein-Ruhr Potenzial dazu. Doch auch in der Notfallmedizin kann es eingesetzt werden. Die hohe Reisegeschwindigkeit ermöglicht es Patienten schnell zu versorgen. Und auch für logistische Zwecke, um Güter flexibel und effizient in der Metropolregion zu befödern.

Flugtaxi in NRW: Kosten, Start, Antrieb

Hört man das Wort Flugtaxi, assoziieren wir damit höchstwahrscheinlich abstrakte Bilder, die wir bisher nur aus Science-Fiction-Filmen kennen. Dass diese bei uns doch schneller als gedacht Realität werden könnten, kann einige Fragen aufwerfen.

Ein SkyCab ist nicht geräuschlos und wird etwas Lärm verursachen, aber nicht mehr als man vom Stadtverkehr gewohnt ist.
Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 240 km/h kann ein Taxi 100 km fliegen. © Braunwagner

Darum forscht Skycab in NRW

Da die Leitung des Forschungsprojekts bei der FH Aachen liegt, bietet sich Nordrhein-Westfalen als Testregion an. Aber für die FH Aachen spielten noch andere Gründe eine Rolle. Mit über zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohner auf ca. 7.000 km² ist die Metropolregion Rhein-Ruhr die bevölkerungsreichste und bevölkerungsdichteste Region Europas. Das bedeutet auch, dass in dieser Region viel Pendlerverkehr unterwegs ist. Auch die angrenzende Lage an die Niederlande und Belgien begünstigen die Region zum Testen von neuen Mobilitätsstrukturen.

Flugtaxis in Deutschland: Anbieter und wie sie fliegen

Neben SkyCab gibt es auf dem Markt der Flugtaxis noch etliche weitere Bewerber. Zwei große Namen im Rennen um die einsetzbaren Flugtaxis sind Lilium und Volocopter. Lilium kommt aus Bayern, Volocopter aus Baden-Württemberg. Der CEO von Lilium, Daniel Wiegand, möchte sein Modell für sieben Personen 2025 auf den Markt kommt. Der Konkurrent Volocopter aus Bruchsal will das toppen. CEO Florian Reuter nimmt sich dieses Ziel für seinen Zweisitzer schon für 2024 vor.

Das Flugtaxi von SkyCab umfasst Platz für vier Personen inklusive Piloten.
Das Flugtaxi von SkyCab ist ein Senkrechtstarter. Das heißt, sobald ein Taxi gestartet ist, hebt es senkrecht vom Boden ab. © Braunwagner

Doch wie genau fliegt ein Flugtaxi denn nun? Das Flugtaxi von SkyCab ist ein sogenannter Senkrechtstarter. Das heißt, sobald ein Taxi gestartet ist, hebt es senkrecht vom Boden ab. Dann dauert es wenige Sekunden und das Taxi macht einen Satz nach vorne, um in den Vorwärtsflug zu starten. Die Betreiber setzten hierbei aber auf unterschiedliche Konzepte. Der Volocopter ist mit einer Drohne vergleichbar, relativ leise und besitzt 18 Rotoren, wohingegen das Taxi von Lilium einen 36-motorigen Antrieb hat und ebenfalls ein Senkrechtstarter ist.

Flugtaxis: Machbarkeitsstudie des Flughafens Köln/Bonn

Schon vor zwei Jahren führte der Flughafen Köln/Bonn eine Studie durch, um zu testen, ob die Flugtaxis am Kölner Flughafen starten und landen können. Praktisch wäre es ja, direkt vom Flugzeug in ein fliegendes Taxi zu steigen, um schnell an seinem Ziel anzukommen. Der Flughafen hat also mit dem Verkehrswissenschaftlichen Institut der RWTH Aachen eine technische Machbarkeitsstudie erstellt. Das Ergebnis: Der Standort bietet alle Voraussetzungen, die es braucht. Genügen Platz, wäre demnach ein Punkt, der für eine Zulassung eine Rolle spielt. Auch ausreichend Fluggäste, die den Flughafen nutzen, spielen eine Rolle. (amp). Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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