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Hochwasser in NRW: Schäden für Verkehrsbetriebe mindestens 1,5 Milliarden Euro

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Hans Gabler, Leiter der des DB-Netzes in Köln, geht an unterspülten Bahngleisen entlang.
Viele Bahnstrecken wurden durch unterspülte Gleise schwer beschädigt. © Oliver Berg/dpa

Die Hochwasserkatastrophe in NRW hat auch bei Verkehrsbetrieben für erhebliche Schäden gesorgt. Der Wiederaufbau wird aber sogar noch teurer und Ersatzverkehr anhalten.

Köln – Unterspülte Gleise, überflutete Bahnhöfe, unpassierbare Straßen: Die Hochwasserkatastrophe hat bei Bus und Bahn erhebliche Schäden angerichtet. „Wir rechnen derzeit mit einem Schaden von mindestens 1,5 Milliarden Euro“, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit. Bisher seien die Schätzungen noch lückenhaft, erst Ortsbegehungen durch Fachleute erlaubten detaillierte Schätzungen.

Allein 1,3 Milliarden Euro der bisherigen Summe entfallen auf Anlagen der Deutschen Bahn. Betroffen sind vor allem Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, zum Teil auch Baden-Württemberg und Sachsen.

Hochwasserschäden für Verkehrsbetriebe: Wiederaufbau wird teurer als Schadenssumme

„Vor der Branche liegt ein Kraftakt“, sagte Verbandspräsident Ingo Wortmann über den Wiederaufbau. Er erwartet dafür einen Mittelbedarf rund 2,3 Milliarden Euro. Die Summe ist höher als der Schaden, weil möglichst hochwassersicher gebaut werden müsse und es sinnvoll sei, höhere technische Standards anzusetzen. Die Verkehrsbranche und die Bundesregierung hatten sich vergangenes Jahr darauf verständigt, bei Investitionen unter anderem auf mehr digitale Lösungen und mehr Lärmschutz zu achten.

Hochwasserschäden für Verkehr: Vor allem Schienen stark betroffen – Ersatzverkehr kann länger anhalten

Beschädigt ist nach bisheriger Kenntnis vor allem die Schieneninfrastruktur. Im Ahrtal in Rheinland-Pfalz etwa müsse sie abschnittsweise vollständig neu gebaut werden. Betroffen sind aber auch Züge und Busse. Die Fahrzeugschäden werden mit rund 51 Millionen Euro beziffert.

Wie lange der Wiederaufbau dauert, ist offen. Noch sei unklar, wie schnell Komponenten und Reparaturkapazitäten zur Verfügung stehen, sagte Wortmann. Man müsse mit eventuell längerfristig notwendigem Ersatzverkehr und deshalb mit möglichen Folgekosten sowie weniger Fahrgästen rechnen. Auch beim Güterverkehr könnten Kunden verloren gehen. (dpa)

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