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9-Euro-Ticket für Bus und Bahn: Wo wird es verkauft? Für wen? Wie lange?

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Von: Max Müller

Gute Nachrichten zum 9-Euro-Ticket: Drei Monate lang günstig Bus und Bahn fahren ist bundesweit ab dem 1. Juni möglich. Alle Informationen im Überblick.

Köln – 92 Tage lang Bus und Bahn fahren – und das für 9 Euro pro Monat. Diesem Vorschlag hat der Bundesrat am Freitag (20. Mai) zugestimmt. Damit ist die letzte Hürde genommen, bis zuletzt wurde über die Finanzierung gestritten. Der Verkauf ist in weiten Teilen Deutschlands offiziell am 23. Mai gestartet. Eingebettet ist das 9-Euro-Ticket in ein Paket aus verschiedenen Maßnahmen wie einer Energiepreispauschale von 300 Euro für Erwerbstätige.

Was ist das 9-Euro-Ticket?

9-Euro-Ticket: Was muss man wissen?

Klar, dass sofort viele Fragen aufkommen: Ab wann lässt sich das 9-Euro-Ticket kaufen? Wer bekommt es? Werden Zeitkarten-Inhaber auch entlastet? 24RHEIN beantwortet die wichtigsten Fragen in einem Überblick.

9-Euro-Ticket bei der KVB: Kölner Verkehrsbetriebe starten am 23. Mai in den Verkauf

9-Euro-Ticket in Köln

Alle Infos zum 9-Euro-Ticket in Köln zeigt 24RHEIN im Überblick. Ab Montag (23. Mai) verkauft die KVB in ihrer App und in allen Kundencentern und Verkaufsstellen das 9-Euro-Ticket.

Warum gibt es das 9-Euro-Ticket?

Der Gedanke dahinter ist so simpel wie naheliegend: Die Bundesregierung möchte mehr Menschen ermutigen, regelmäßig mit Bus und Bahn zu fahren und sie während der Energiepreiskrise entlasten. Der Zeitpunkt könnte günstig sein: Die Benzinpreise in Deutschland sind zuletzt stark angestiegen. Allerdings sieht das Gesetzespaket auch steuerliche Erleichterungen für Autofahrer vor: So wird ein Tankrabatt die Literpreise für Benzin und Diesel erheblich reduzieren.

Ab wann gibt es das 9-Euro-Ticket zu kaufen?

Gekauft werden kann das 9-Euro-Ticket seit Montag (23. Mai). Darauf haben sich Deutsche Bahn und die Verkehrsverbünde geeinigt. Damit fahren darf man allerdings erst ab dem 1. Juni.

9-Euro-Ticket kaufen: Wo gibt es das Ticket?

Wer ein 9-Euro-Ticket kaufen möchte, hat viele Möglichkeiten. Buchbar sind die Tickets über die App DB-Navigator sowie sämtliche andere digitalen Bahn-Kanäle. Zudem sind sie an den rund 5500 Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn und in den mehr als 400 DB-Reisezentren in Bahnhöfen erhältlich. Auch an Automaten, in Apps und Kundenzentren der lokalen Verkehrsverbünde werden die Fahrscheine verkauft. In Köln startete die KVB ebenfalls am 23. Mai in den Verkauf der 9-Euro-Tickets.

Wo gilt das 9-Euro-Ticket?

Das 9-Euro-Ticket gilt im gesamten ÖPNV. Dazu zählen die Bahnen des Regionalverkehrs und der städtischen Linien. Auch Busse und teilweise sogar Schiffe (in Hamburg) können genutzt werden. Auf Köln bezogen bedeutet das: Das 9-Euro-Ticket berechtigt zur Fahrt in den Bahnen der KVB, der S-Bahn und im regionalen Bahnverkehr. Oder anders ausgedrückt: Das Ticket gilt als Fahrschein in allen Bahnen – außer in den Fernzügen der Deutschen Bahn (ICE, IC), den ausländischen Fernzügen (zum Beispiel Thalys oder TGV) und in den Linien von Flixtrain.

Das eröffnet bundesweite Möglichkeiten: Wer mit dem 9-Euro-Ticket im Regionalverkehr einmal quer durch Deutschland fahren möchte, kann das tun – sollte aber entsprechend viel Zeit mitbringen, da Regionalexpress und Co viel langsamer unterwegs sind als der Fernverkehr. Dazu muss man viel öfter umsteigen.

Kann man mit dem 9-Euro-Ticket ins Ausland reisen?

Jein. Grundsätzlich gilt das 9-Euro-Ticket nur auf deutschem Boden.  Eine Ausnahme bildet aber zum Beispiel die Region Aachen, von wo aus sich Grenzstädte in Belgien und in den Niederlanden anfahren lassen. Ansonsten benötigt man für die Reise über die Grenze ein entsprechendes Zusatzticket.

Wie lange gilt das 9-Euro-Ticket?

Das 9-Euro-Ticket gilt immer in dem Monat, in dem es gekauft wurde. Nicht möglich sind monatsübergreifende Vier-Wochen-Zeiträume, etwa von Mitte Juli bis Mitte August. Eine Ausnahme bilden Tickets, die bereits im Vorverkauf im Mai gekauft werden. Diese werden erst ab 1. Juni gültig und bleiben es für den gesamten Monat.

Kann man mit dem 9-Euro-Ticket in der 1. Klasse fahren?

Nein. Das 9-Euro-Ticket gilt ausschließlich in der 2. Klasse des ÖPNV.

Ist das 9-Euro-Ticket übertragbar?

Nein. Das 9-Euro-Ticket wird personenbezogen ausgegeben und ist nicht übertragbar.

9-Euro-Ticket: Was gilt für bestehende Abos?

Viele Pendler stellen sich die Frage: Profitiere ich auch vom 9-Euro-Ticket – immerhin besitze ich eine Zeitkarte, für die ich voll zahle. Die klare Antwort ist: Ja. Auch Inhaber von Zeitkarten zahlen in dem Gültigkeitszeitraum nur 9 Euro pro Monat. Dafür müssen sie selbst nicht aktiv werden: Die Abonnenten werden von ihrem Verkehrsverbund informiert, wie die Verrechnung konkret aussieht: über eine Reduzierung des Bankeinzugs oder per Erstattung der Differenz.

Jobtickets, Sozialtickets im Abo, Schülertickets und Azubitickets würden im Juni, Juli und August auch zum 9-Euro-Ticket, versichert Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen. Das „NRWupgradeAzubi“ (regionales Azubitickets auf ganz NRW erweitert) sei in der Zeit kostenfrei.

9-Euro-Ticket: Bekommen Studenten auch einen Rabatt?

Für Studenten zählt ihr Studentenausweis quasi als 9-Euro-Ticket. Auch sie zahlen nur 9 Euro pro Monat, was automatisch bedeutet, dass sie Geld zurückbekommen werden. Allerdings sind noch einige Fragen offen – zum Beispiel, wie die Rückerstattung ablaufen soll.

Welche Probleme gab es bei der Umsetzung des 9-Euro-Tickets?

Zunächst wollten einige Bundesländer über den Vorschlag der Bundesregierung hinausgehen. So forderte die Verkehrsministerkonferenz die befristete Einführung eines vollständigen Nulltarifs. Der Vorteil: Es wäre kein administrativer Aufwand zu leisten. Keine Tickets ausstellen, keine Tickets kontrollieren: Einfach einsteigen und losfahren. Wissing hatte dem allerdings früh eine Absage erteilt. So sei nicht nachvollziehbar sei, wie groß die Nachfrage tatsächlich ist. In der Folge könne es zu Überlastungen kommen.

Außerdem gab es lange Zeit Streit über die Frage: Wer finanziert das 9-Euro-Ticket und wie viel Geld gibt es dafür? Der Bund will nach einem Entwurf aus dem Verkehrsministerium in diesem Jahr Mittel für die Länder zur Finanzierung des Nahverkehrs um 3,7 Milliarden Euro erhöhen. Davon sollen die Kosten für das 9-Euro-Monatsticket in Höhe von 2,5 Milliarden Euro gezahlt werden. Weitere Finanzforderungen der Länder hat der Bund aber bisher nicht berücksichtigt. Der Deutsche Städtetag hat das zuletzt kritisiert und spricht von einer Finanzierungslücke beim 9-Euro-Ticket.

9-Euro-Ticket kompakt: Fahrrad, Flixtrain und RB – alle Infos

Welche Kritik gibt es an dem 9-Euro-Ticket?

Immer wieder wird darüber diskutiert, inwiefern das 9-Euro-Ticket auf manchen Strecken für Überlastungen, Verspätungen und Zugausfälle sorgen wird. „Ich befürchte, dass die Überlastungen und Verspätungen nicht dazu beitragen, dauerhaft neue Kunden zu gewinnen, sondern eher abschreckend wirken“, sagte Bahn-Experte Christian Böttger in einem Interview mit 24RHEIN. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen rechnet mit ungefähr 30 Millionen Nutzern pro Monat. Besonders auf Urlaubsstrecken, zum Beispiel auf die Insel Sylt, drohen Überlastungen.

Wer hält das 9-Euro-Ticket für eine gelungene Maßnahme?

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm begrüßte die Pläne der Ampel-Parteien. „Es ist, glaube ich, richtig, Menschen mit niedrigen Einkommen, bedürftige Menschen, auch zu entlasten. ÖPNV zu vergünstigen, das ist ebenfalls richtig“, sagte sie im Deutschlandfunk. (mm mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. *24hamburg ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 23. Mai aktualisiert.

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