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Wichtiger Knotenpunkt auf A43: Brücke über Rhein-Herne-Kanal wird für Schwertransport gesperrt

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Über die Brücke an der A43 über den Rhein-Herne-Kanal fahren noch LKWs.
Nur noch bis Sonntag (11. April) dürfen Lkw über 3,5 Tonnen die Brücke an der A43 über den Rhein-Herne-Kanal überqueren. © Roland Weihrauch/dpa

Ab Montag (12. April) wird die Autobahnbrücke über den Rhein-Herne-Kanal auf der A43 für den Schwertransport gesperrt. Alarmsignale kommen bereits aus der Wirtschaft.

Herne – Wirtschaftsverbände sind alarmiert: Eine wichtige Nord-Süd-Verbindung durch das Ruhrgebiet fällt ausgerechnet mit dem Ende der Osterferien für den Schwerverkehr aus. Die Emschertalbrücke der A43 ist so marode, dass sie dafür gesperrt werden muss. Weil sich Autos und größere Lastwagen vor Ort nicht trennen lassen, wird der gesamte von Westen und Osten kommende Verkehr weiträumig über die östliche A45 umgeleitet, wie die Autobahn GmbH ankündigte.

Erhebliche Teile des Wirtschaftsverkehrs im gesamten Ruhrgebiet seien dadurch betroffen, warnte der Hauptgeschäftsführer der Ruhr-IHK, Fritz Jaeckel, am Freitag in Gelsenkirchen.

Besorgt zeigte sich auch der Bundesverband Güterkraftverkehr. Die verloren gegangene Lenkzeit beim Umfahren der Sperrung fehle später, sagte Sprecher Martin Bulheller. Der Fahrermangel verschärfe das Problem. Hinzu komme die Umweltbelastung durch höheren Spritverbrauch. „Man sieht daran, wie wichtig es ist, dass wir ausreichende Finanzmittel für die Erhaltung der Straßen- und Schieneninfrastruktur bereitstellen“, sagte Bulheller.

A43: Stahlträger auf Brücke über Rhein-Herne-Kanal sind durchgebogen

„Es braucht jetzt schnellstmöglich ein Konzept für die weiträumige Umleitung des Schwerverkehrs“, sagte ein Sprecher des NRW-Verkehrsministeriums in Düsseldorf. Außerdem müsse der Bund die notwendigen Mittel für einen vorgezogenen Neubau der Brücke unverzüglich bereitstellen. „Kommunen und Kammern müssen an einem runden Tisch über die Abstimmung weiterer Maßnahmen eng eingebunden werden.“ „Wir haben ein Konzept“, entgegnete eine Sprecherin der Autobahn GmbH.

Die Emschertalbrücke ist ein Brückenzug aus drei Bauwerken, die über den Rhein-Herne-Kanal, die Emscher und eine Bahnlinie führen. Bei einer Überprüfung war festgestellt worden, dass sich Stahlträger durchgebogen haben.

Eigentlich sollte der gesamte dortige Brückenzug 2024 erneuert werden. Nun ist klar, dass die Brücke nicht mehr ausreichend tragfähig ist – mit starken Konsequenzen für den Verkehr im östlichen Ruhrgebiet.

Ab Montag, wenn mit dem Ende der Osterferien das Verkehrsaufkommen wieder steigen dürfte, dürfen Lastwagen über 3,5 Tonnen den Rhein-Herne-Kanal zwischen Recklinghausen-Hochlarmark und dem Kreuz Herne nicht mehr überqueren.

Brücke auf A43 soll in zwei Wochen einer Belastungsprüfung unterzogen werden

In den kommenden Wochen wird die Brücke nun täglich nachgemessen, um Veränderungen auch im Millimeterbereich zu erkennen. Im Kreuz Recklinghausen werden die Abfahrten von der A2 auf die A43 Richtung Wuppertal und im Kreuz Herne von der A42 auf die A43 in Fahrtrichtung Münster für den gesamten Verkehr gesperrt.

In zwei Wochen werde die Brücke dann einer Belastungsprüfung unterzogen. Genügt die Einschränkung für Lkw ab 3,5 Tonnen, werden in der Nähe der Brücke Lkw-Waagen mit Schranken eingerichtet, ähnlich den Anlagen an der Leverkusener Rheinbrücke und der Rheinbrücke Neuenkamp. Sollten dies nicht ausreichen, werde die A43 zwischen dem Kreuz Recklinghausen und dem Kreuz Herne voll gesperrt werden müssen.

Auch der sechsspurige Ausbau an der A43 bei Herne sorgt derzeit für Sperrungen. Insgesamt sollen dort fünf neue Brücken entstehen, was erstmals am 26. März zu einer Sperrung führte. Weitere Termine sind im Mai und Juni.

Kleines Trostpflaster: Die derzeit in Duisburg voll gesperrte Autobahn 59 soll ab Montag wieder in beide Richtungen befahrbar sein. Nahe der Ausfahrt Duisburg-Wanheimerort hatte sich an einer Brücke ein 15 bis 20 Zentimeter breiter Spalt aufgetan. Dieser werde nun am Wochenende mit Metallplatten provisorisch abgedeckt, sagte Autobahn-Sprecher Tobias Zoporowski am Freitag. Die Duisburger Brücke sei dann allerdings an der Stelle nur mit Tempo 40 befahrbar. Die Suche für die Ursache des Schadens dauere an. „Statisch ist das Bauwerk absolut sicher und unbedenklich“, sagte der Sprecher. (bs/dpa/lnw)

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